Neue Turnhalle für Karpfenteich-Schule in Steglitz-Zehlendorf : Karnetzki: Leider anders nicht zulässig

Seit Jahren warten Schüler, Lehrer und Eltern der Karpfenteich-Schule auf eine neue Turnhalle. Es wurde geplant, verschoben, neu geplant, wieder verschoben. Bezirksstadtrat Karnetzki geht nun davon aus, dass der Bau Anfang 2017 beginnt.

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Die Grundschule am Karpfenteich, links im Bild: Die alte Turmhalle
Die Grundschule am Karpfenteich, links im Bild: Die alte TurmhalleFoto: Anett Kirchner

Die Mühlen der Bezirksverwaltung von Steglitz-Zehlendorf mahlen zwar nicht immer schnell, aber sie mahlen offenbar. Denn nicht nur die Anwohner und Nutzer der maroden Hildburghauser Straße können sich auf einen Baubeginn der Sanierung einstellen, auch für die Schüler, Eltern und Lehrer der Grundschule am Karpfenteich an der Hildburghauser Straße in Lichterfelde gibt es Hoffnung. Seit acht Jahren warten sie auf den Baubeginn für ihre neue Turnhalle. Stattdessen wurde geplant, verschoben, neu geplant und wieder verschoben. Doch jetzt scheint das Projekt allmählich Fahrt aufzunehmen. Der Bezirksstadtrat für Hochbau, Michael Karnetzki (SPD), geht davon aus, dass der Bau Anfang nächsten Jahres beginnen könnte.

Ganz sicher sei das aber noch nicht, grenzt er ein. „Leider ist der Zeitplan von vielen Faktoren abhängig, die ich nicht beeinflussen kann“, nimmt Karnetzki vorweg. Gleichwohl gehe er gegenwärtig davon aus, dass seine Mitarbeiter mit den notwendigen Fällungen der Bäume im Herbst beginnen könnten. Aktuell würden die Vorplanungsunterlagen vom Bezirksamt und den zu beteiligenden Senatsverwaltungen für Bildung, Sport, Finanzen und Stadtentwicklung geprüft und müssten dann wiederum genehmigt werden.

So ähnlich könnte die neue Turnhalle der Grundschule aussehen: Es soll eine Zwei-Feld-Sporthalle werden, senkrecht zur Hildburghauser Straße – ähnlich angeordnet wie die alte Halle, die abgerissen werden soll
So ähnlich könnte die neue Turnhalle der Grundschule aussehen: Es soll eine Zwei-Feld-Sporthalle werden, senkrecht zur...Foto: M4 Architekten

Seit Dezember 2015 liegen die Unterlagen des Berliner Planungsbüros „M4 Architekten“ vor. Der Entwurf, der jetzt umgesetzt werden soll, ist der Zweitplatzierte aus dem offenen Wettbewerb von 2013. Der Sieger war im Juni 2014 von seinem Auftrag zurückgetreten. Karnetzki sagte damals dazu: Er sah sich nicht in der Lage, die Wettbewerbsinhalte in dem Kostenrahmen und einem realistischen Zeitraum zu erfüllen. Der Rücktritt des Erstplatzierten habe letztlich eine Verzögerung von fast zwei Jahren verursacht.

Die Autorin

ist freie Journalistin, wohnt in Steglitz-Zehlendorf, und schreibt regelmäßig für den Tagesspiegel-Zehlendorf. Folgen Sie Anett Kirchner auf Twitter. Weitere Texte von Anett Kirchner finden Sie hier.

Und wie wird die neue Halle nun aussehen? Es soll eine Zwei-Feld-Sporthalle werden; senkrecht zur Hildburghauser Straße – ähnlich angeordnet wie die alte Halle, die noch steht und zuvor abgerissen werden soll. Wegen massiver Wasserschäden musste dieser Bau im Januar 2008 gesperrt werden. Bei unserer Anfrage vor etwa einem Jahr erklärte Karnetzki, dass zunächst eine Sanierung der alten Halle geplant gewesen war. Gutachter hätten jedoch festgestellt, dass die Dachkonstruktion erhebliche statische Mängel aufwies und darüber hinaus die komplette Halle nicht mehr standsicher sei. 2010 beschlossen zunächst das Bezirksamt und später die BVV von Steglitz-Zehlendorf einen Neubau der Turnhalle und den Abriss der Alten.

Die Architekten gehen von einer Bauzeit von etwas mehr als einem Jahr aus

Der Entwurf für die neue Halle sieht nun vor, dass der Baukörper abgesenkt, also ein Untergeschoss entstehen wird. Dort sind unter anderem Umkleideräume geplant. Der Zugang verläuft über ein langes, verglastes Foyer mit einem separaten Eingang für Vereine und einem für Schüler. Das Foyer kann zugleich auch als Zuschauertribüne genutzt werden, erklärt der Bezirksstadtrat. Der etwa 5,7 Meter hohe Neubau sei als Stahlbetonkonstruktion mit Fachwerkträgern aus Stahl, einer Fassade  aus Beton und einer Verglasung mit farblich bedrucktem Sonnenschutz geplant. „Damit fügt sich die Halle städtebaulich in die umgebende Bebauung ein“, schildert Karnetzki. Mit einem Aufzug und einer Fluchtrampe werde die Barrierefreiheit gewährleistet. Die Rampe könne zugleich dafür genutzt werden, Sportgeräte zu transportieren.

Die Architekten gehen von einer Bauzeit von etwas mehr als einem Jahr aus. Laut den Vorplanungsunterlagen liege die Kostenschätzung für den Neubau aktuell bei etwa 6,3 Millionen Euro. „Hinsichtlich der Finanzierung müssen jedoch noch die Senatsverwaltung für Finanzen und der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses ihre Zustimmung geben“, erläutert der Bezirksstadtrat weiter.

Erst nach Freigabe der Gelder kann die eigentliche Bauplanungsunterlage erstellt werden

Damit ist das Procedere aber nicht abgeschlossen. Denn die genehmigte Vorplanungsunterlage bildet lediglich eine Grundlage für die eigentliche Bauplanungsunterlage, die jedoch wiederum erst nach Freigabe der Gelder durch den Hauptausschuss erstellt werden kann. Karnetzki rechnet dann noch mit etwa sechs Wochen Zeit, die es braucht.

Anschließend muss die fertige Bauplanungsunterlage noch einmal von den Senatsverwaltungen geprüft und genehmigt werden. Erst dann gebe der Hauptausschuss die Gelder endgültig frei. „Leider ist es nicht zulässig, schon vorher mit den Vorbereitungsmaßnahmen, also dem Abriss der alten Halle und Baumfällungen zu beginnen“, gibt er offen zu. So gerne er das auch tun würde, um zu zeigen, dass es nach so langer Zeit jetzt endlich losgehe.

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