Ruder-Bundesliga in Zehlendorf : Der Hauptstadtachter vom Kleinen Wannsee

Die Fußball-Saison ist vorbei. Warum also nicht zum Rudern? Zehlendorf stellt für Berlin den "Hauptstadtachter". Am Samstag ist das Team und die Bundesliga vor den Toren Berlins zu sehen. Der Zehlendorf Blog sagt, wie es den Wannseern bisher ergangen ist.

Lothar Beckmann
Am Samstag will es der "Hauptstadtachter" des BRC aus Zehlendorf wissen und die Leistung vom letzten Mal wettmachen.
Am Samstag will es der "Hauptstadtachter" des BRC aus Zehlendorf wissen und die Leistung vom letzten Mal wettmachen.Foto: BRC

Fußball, Fußball, Fußball - aber jetzt ist die Saison vorbei. Und tatsächlich, es gibt auch noch anderen Sport. Zum Beispiel die Ruder-Bundesliga! Ja, es gibt sie wirklich. Und Zehlendorf ist sogar mit einem klangvollen Namen dabei. „Hauptstadtachter“ heißt das Boot des Berliner Ruder-Clubs (BRC) vom Kleinen Wannsee. Auch in diesem Jahr sind die BRC-Ruder-Recken in der 1. Ruder-Bundesliga mit dabei.

Seit 2009 gibt es die Ruder-Bundesliga. Mit der Sprintdistanz von 350 Metern stellt sie im Gegensatz zum Olympischen Programm mit seiner traditionellen 2000-Meter-Strecke eine völlig andere Wettkampfform dar. Die Kurzstrecke versucht den Rudersport einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Denn der Zuschauer hat Start und Ziel gleichermaßen im Blick, ist dicht dran am packenden Wettkampfgeschehen und kann "sein" Boot begeistert anfeuern.

In der Saison 2013 sind fünf Renntermine angesetzt. Zur ersten Regatta am 11. Mai waren die Jungs des Hauptstadtachters hoch motiviert nach Frankfurt am Main gereist. Doch am Ende des langen Renntages lagen die Wannseer auf dem vorletzten, den 15. Platz. Das entspräche bei weitem nicht den Potentialen des Teams, stellen die Ruderer selbstsicher auf ihrer Homepage fest. Es sei trainingsmäßig ein langer Weg bis zum zweiten Regattatag in Rüdersdorf, aber nach Fleiß komme Belohnung, und die wollten sie sich dort abholen, wird Schlagmann Jan-Willem Heim zitiert.

In Action. Der Hauptstadtachter in Frankfurt am Main.
In Action. Der Hauptstadtachter in Frankfurt am Main.Foto: BRC

Am kommenden Sonnabend also, am 8. Juni, treffen sich die Teams der Achter aus 1. und 2. Bundesliga für Männer und der 1. Bundesliga für Frauen von 10 bis 19.30 Uhr auf dem Kalksee in Rüdersdorf, vor den Toren der Hauptstadt. Das ist eine günstige Gelegenheit für alle Zehlendorfer Ruderfans und für alle Berliner, die Crew aus ihrem Bezirk lautstark anzufeuern. Mehr Informationen über die anderen Achter, den Austragungsmodus, die Rennen und den aktuellen Tabellenstand finden alle Begeisterten im Internet.

Und wer Spaß an der Bundesliga-Punktejagd auf dem Wasser gefunden hat, der sollte sich auch die anderen Regatta-Termine der Saison in den Kalender schreiben: 3. August in Duisburg, 17. August in Kassel und das große Ruder-Finale am 14. September in Hamburg. Und dann wird man ja sehen, auf welchem Platz der "Hauptstadtachter" vom Kleinen Wannsee am Ende steht. Der verkorkste Saisonstart – der muss noch nichts heißen.

Der Berliner Ruder-Club e.V. existiert seit 1880 und hat derzeit rund 600 Mitglieder, davon 65 im Jung-Club, der Jugendabteilung. Auf der Homepage des Vereins heißt es: "Der Club konnte in seiner 130-jährigen Geschichte rund 5200 Siege sowohl auf nationalen Regatten des Deutschen Ruderverbandes, als auch auf internationalen Regatten der FISA, der Vereinigung aller Ruderfachverbände der Welt, erringen. Mit 296 Meistertiteln und Medaillen - national wie international - ist der Club einer der erfolgreichsten deutschen Rudervereine."

Der Autor Lothar Beckmann ist Diplom-Volkswirt und war viele Jahre Journalistischer Leiter bei der Stiftung Warentest
Der Autor Lothar Beckmann ist Diplom-Volkswirt und war viele Jahre Journalistischer Leiter bei der Stiftung Warentest.Foto: Stiftung Warentest

Wer sich als Jugendlicher für das Rudern interessiert, kann sich direkt an den Verein wenden. Der Jung-Club besteht aus den Altersgruppen Kinder, Junioren B und Junioren A. In der Kindergruppe fängt man im Alter von 10 Jahren an. Ab 14/15 Jahren beginnt für die Leistungssportler das Juniorentraining (Junior B bis 16 Jahre, Junior A von 16 bis 18 Jahren). In der Kindergruppe haben die meisten Anfänger den ersten Kontakt mit dem Rudern. Hier werden die Grundfertigkeiten vermittelt. Wer mag, kann schon in der Kindergruppe Erfahrungen mit dem Leistungssport machen. Es gibt viele Kinderregatten und sogar eine Berliner Meisterschaft, auf der man sich für den Bundeswettbewerb qualifizieren kann.

Der Autor arbeitet für die Stiftung Warentest und lebt mit seiner Familie in Zehlendorf. Der Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin des Tagesspiegels.




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