Sozialaktion junger Katholiken : 72 Stunden für den guten Zweck

Zehlendorf und das ganze protestantisch geprägte Berlin sind für die katholische Kirche fast schon Diaspora. Aber auch hier beteiligten sich viele junge Leute an einem dreitägigen Hilfsprojekt. Unser Autor packte in einer Kita mit an. Hier sein Erlebnisbericht, der aus organisatorischen Gründen nicht ganz zeitnah erscheint, aber aktuell bleibt.

Robert Moleda
Im Einsatz für die Kita: Die drei jungen Helfer Justus, Jonas und Jakub reparierten zusammen mit unserem Autor den Zaun und pflegten den Garten.
Im Einsatz für die Kita: Die drei jungen Helfer Justus, Jonas und Jakub reparierten zusammen mit unserem Autor den Zaun und...Foto: Robert Moleda

Am 13. Juni war es endlich so weit. Um 17.07 Uhr startete bundesweit unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ die Sozialaktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

An über 4000 Orten haben 175 000 Menschen den Flutopfern geholfen, Spielplätze gebaut, für ältere Personen Feste organisiert, Nahrungsmittel gesammelt und viele weitere Projekte umgesetzt. Mit der Unterstützung vieler prominenter Personen, die mit Videobotschaften die Teilnehmer motivierten und auch Firmen und Privatpersonen, die mit Sachspenden die Aktion ermöglichten, konnte ein Stück Welt verbessert werden.

Die Auswirkungen der 72-Stunden-Aktion sind auch jetzt noch sichtbar.

Allein aus der Gemeinde Herz-Jesu hatten sich 25 engagierte Helfer gefunden, um einen Beitrag zu leisten. Eine Gruppe ließ sich eine Aufgabe zuteilen und sammelte vor Geschäften haltbare Lebensmittel, um diese an hilfsbedürftige Menschen zu verteilen.

Die andere Aktionsgruppe, an der ich beteiligt war, bestand aus Ministranten und Mitgliedern des Jugendtreffs. Zuerst fiel die Entscheidung, selbst ein Projekt zu organisieren. Nach mehreren Treffen wurde die Kita St. Robert der Caritas ausgewählt.

Wir versammelten uns im Gemeindehaus der Kirche Sankt-Otto, um die letzten Einzelheiten zu besprechen. Zwar wusste jeder, dass ein anstrengender Tag bevorstand, doch früh schlafen gehen wollte keiner. Am nächsten Tag waren die Folgen spürbar. Aufgrund von Schlafmangel erschöpft, doch voller Motivation und Lust zu helfen, ging es auf zur Kita St. Robert. Nach der freundlichen Begrüßung durch die Kinder und die Mitarbeiter ging es richtig ans Werk. Der marode Zaun musste renoviert werden, auch im Garten war viel zu tun.

Trotz der großen Anstrengung machte das Arbeiten in der Gruppe richtig Spaß. Nach dem Besuch unserer Pastoralreferentin, die die Umgestaltung der Kita dokumentierte, hieß es das Sommerfest vorzubereiten und zu betreuen. Nach dem langen Rückweg wurden wir zurück in der Gemeinde mit Chili con carne begrüßt und der anstrengende, aber gut gelaufene Tag wurde reflektiert. Die Gruppe vergrößerte sich um ein Paar neue Mitglieder.

Aus den Fehlern der letzten Nacht hatten alle gelernt und legten sich stolz und zufrieden früher schlafen. Am nächsten Morgen machten wir uns wieder auf den Weg. Der Zaun musste noch gestrichen, ein neues Beet angelegt und restliches Unkraut mühevoll entfernt werden. In der Pause gab es Pizza.

Vor Freude strahlend traten wir anschließend den Heimweg an. Diesmal warteten selbstgemachte Spätzle auf uns. Der Tag war aber nicht zu Ende, denn es musste noch viel Kuchen gebacken werden. Dieser wurde am nächsten Morgen nach der Messe verkauft, um Spenden für die Flutopfer zu sammeln. Auf der Abschlussveranstaltung trafen sich alle 72 Berliner Aktionsgruppen. Die große Sozialaktion endete pünktlich nach 72 Stunden um 17.07 Uhr.

Ich persönlich finde Aktionen wie diese wirklich wichtig. Die Jugend sollte sich sozial engagieren und nicht nur an sich selbst denken, es gibt nämlich immer Personen, die Hilfe brauchen und als Gruppe zu helfen macht Spaß. Meiner Meinung nach zeigt die Aktion auch, dass die Kirche vielseitig ist und für jeden etwas zu bieten hat. Die kirchlichen Werte sind immer noch aktuell, und Kirche muss nicht unbedingt langweilig sein.

Zwar ist die 72-Stunden-Aktion hauptsächlich im Westen Deutschlands vertreten, doch Berlin kann aufholen. In einigen Regionen setzten ganze Dörfer ein Projekt um und somit wird auch die Gemeinschaft gestärkt. Zehlendorf hat seinen Beitrag geleistet und wird auch im nächsten Jahr vertreten sein. Alle Zehlendorfer sind dazu herzlich eingeladen.

Der Autor Robert Moleda ist Schüler am Werner-von-Siemens-Gymnasium und leitet dort die Schülerzeitung „absolut“. Der Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin des Tagesspiegels.




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