Steglitz-Zehlendorf geht mit Schulschwänzern hart vor : Schwänzen? So harte Maßnahmen wie möglich!

In Steglitz-Zehlendorf steigt die Zahl der Schulschwänzer leicht an. Im Vergleich zu anderen Bezirken fällt die hohe Zahl der Bußgeldverfahren wegen Schwänzens auf. Der Tagesspiegel Steglitz-Zehlendorf hat beim Schulamt nachgefragt.

Die Zahl der Schulschwänzer nimmt in Steglitz-Zehlendorf von Jahr zu Jahr leicht zu - trotz umgehender behördlicher Maßnahmen
Die Zahl der Schulschwänzer nimmt in Steglitz-Zehlendorf von Jahr zu Jahr leicht zu - trotz umgehender behördlicher MaßnahmenFoto: dpa

Tausende Berliner Schüler schwänzen jedes Schuljahr den Unterricht. In Steglitz-Zehlendorf gab es im vergangenen Schuljahr zwar vergleichsweise wenige exzessive Schwänzer - auf Amtsdeutsch übrigens “fortlaufend schuldistante” Schüler genannt: So zählt das Schulamt Steglitz-Zehlendorf insgesamt 213 Schulversäumnisanzeigen. Dennoch gibt es auch bei uns im Bezirk immer mehr Schulschwänzer: So wurden im Schuljahr 2014/15 noch 192 Anzeigen erstellt, 2013/14 waren es 184.

Auffällig an der aktuellen Statistik ist die im Südwesten mit 127 berlinweit zweithöchste Anzahl an Bußgeldverfahren. Während man in Reinickendorf 964 Schulversäumnisanzeigen, aber nur 47 Bußgeldverfahren zählt, in Lichtenberg bei 853 Anzeigen nur acht Verfahren oder in Tempelhof-Schöneberg bei 751 Anzeigen ganze drei Bußgeldverfahren, setzt man in Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte und Kreuzberg-Friedrichshain auf Gespräche und Hilfsangebote. Steglitz-Zehlendorf dagegen versucht, “zeitnah so harte Maßnahmen wie möglich umzusetzen”, teilt das Schulamt Steglitz-Zehlendorf dem Leute-Newsletter mit.

Das Schulamt Steglitz-Zehlendorf verschickt keinen "freundlichen Erinnerungsbrief"

Statt wie in anderen Bezirken zunächst einen “freundlichen Erinnerungsbrief” zu versenden, sei man hier vielmehr schon seit dem Schuljahr 2013/14 dazu übergegangen, gleich Ordnungswidrigkeitsverfahren einzuleiten, sobald eine Schulversäumnisanzeige vorliegt - Schulen müssen das Schulamt ab fünf unentschuldigten Fehltagen informieren, dieses leitet dann das Verfahren ein. Erfolgt darauf keine Stellungnahme der Eltern, warum ihre Kinder dem Unterricht fern bleiben oder wird die Schule weiter geschwänzt, werden Bußgelder fällig. Trotz der vielen Bußgeldverfahren liegt die Quote der Wiederholungstäter bei 80 Prozent. Laut Schulamt bleiben die Schwänzer nämlich häufig nicht aus schierer “Unlust” der Schule fern, sondern wegen Problemen im Elternhaus oder weil sie gemobbt werden.

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