Tina Ruland liebt Zehlendorf : "Mit Kindern ist der Kiez ein Traum!"

Frösche als Haustiere, Tante-Emma-Läden um die Ecke und keinen Zwang, "in die Stadt" fahren zu müssen. Die Schauspielerin Tina Ruland wohnt seit April 2011 ganz entspannt in einem Häuschen in Zehlendorf-Mitte. Sie mag die Idylle am Stadtrand sehr. 

Tina Gerstung
Entspannung im Fitness Studio und dem Tagesspiegel. Schauspielerin Tina Ruland. Foto: Privat
Entspannung im Fitness Studio und dem Tagesspiegel. Schauspielerin Tina Ruland.Foto: Privat

Treffpunkt: Das Café Lebensart auf der belebten Clayallee. Hier kann man Tina Ruland rund einmal die Woche antreffen. "Es gibt einen Spielplatz und der Außenbereich ist eingezäunt, so dass die Kinder nicht weit kommen, man kann wunderbar in der Sonne sitzen, die Kleinen dürfen auch mal laut sein, ohne dass jemand gleich was sagt - echt entspannt!"

"Und sie haben laktosefreie Sachen für mich", sprudelt sie weiter drauflos. "Mein Sohn ist gleich nebenan in der Kampfkunstschule Drakulic und macht dort Wing Tsun, ich gehe da auch manchmal in den Kurs für Erwachsene. Hier ist natürlich ein sicherer Kiez, aber wenn ich dann mal nach Prenzlauer Berg fahre, bin ich schon auf der Hut", scherzt sie. Das Café liegt rund zehn Gehminuten von ihrem Zuhause entfernt. Seit April 2011 wohnt die gebürtige Kölnerin zusammen mit ihrem Lebensgefährten und ihren beiden Söhnen (9 und 3 Jahre alt) in Berlin - wenn sie nicht gerade für einen Dreh irgendwo unterwegs ist, wie beispielsweise für den Fernsehfilm "Das Traumschiff - Perth" (2014) oder die neue ARD-Serie "Der Mama", für die sie gerade vor der Kamera steht.

"Wir haben ein ganz kleines lustiges Hutzelhäuschen zur Miete mit relativ großem Garten", sagt die auf Anhieb sehr offene, sympathische Ruland. "Wir haben damals mitbekommen, dass das Haus frei steht, haben uns auch nur dieses eine angeschaut und sind direkt eingezogen." Was sie an der Gegend vor allem schätzt, ist ihre Nachbarschaft, in der ganz viele Kinder wohnen und wo immer mal jemand vorbeikommt, um beispielsweise auch mal nach einem Ei zu fragen. "Alle Nachbarn kennen sich. Es ist dabei so familiär, so dörflich - damit hab ich gar nicht gerechnet!", sagt die, die einst mit "Manta, Manta" deutschlandweit bekannt wurde. "Die Kinder haben ihren eigenen Wirtschaftsweg durch die Gärten."

Zum Trainieren geht sie in Madonnas Hard Candy

Eigentlich sind sie immer irgendwo bei anderen unterwegs oder wir haben andere Kinder da. Ich bin auch Fan davon, dass die Kinder nicht durchgetaktet sind mit Hobbys, die sollen lieber im Garten spielen. Unsere Haustiere sind entsprechend Frösche, Kellerasseln - die findet mein Kleiner ganz toll - und Schnecken. Wir wohnen quasi wie in Bullerbü mitten in der Hauptstadt." Trotzdem sei es nur eine Viertelstunde Fahrweg zum Ku’damm. Auch für das viele Grün, die Nähe zum Schlachtensee, den Rodelberg an der Krummen Lanke oder die guten Bedingungen in Sachen Schulen und Kitas in Zehlendorf findet Ruland lobende Worte. Gerade mit Kindern sei ihr Kiez ein echter Traum.

Tina Ruland fühlt sich mit ihrer Familie rundum wohl in Zehlendorf. Wir haben sie in ihrem Kiez getroffen. Foto: Imago
Tina Ruland fühlt sich mit ihrer Familie rundum wohl in Zehlendorf. Wir haben sie in ihrem Kiez getroffen.Foto: Imago

Zum Trainieren, aber vor allem zum Entspannen und Saunieren geht Ruland gern in das neue Studio "Hard Candy", das von Pop-Ikone Madonna mitgegründet wurde. Und selbst in Sachen Shopping kann Zehlendorf punkten. "Ich bin ein echter Kiezeinkäufer und daher relativ selten 'in der Stadt'", erzählt die Schauspielerin. "Gerne gehe ich zum Einkaufen in die Ladenzeile Onkel Tom’s Hütte. Ich finde es schön, dass sich da wirklich was tut! Und ich liebe Tante Emma-Läden! Bei Schreibwaren Weiß kaufe ich oft ein, solche Läden muss man meiner Ansicht nach auch unterstützen - statt großer Ketten. Egal ob ich ein Geburtstagsgeschenk für ein Kind suche oder Hefte für den Schulbedarf - ich weiß manchmal gar nicht, wo die Inhaber das alles herzaubern."

Dass sie mit ihrem Sohn nie am Schaufenster vorbeikommt, weil es da noch eine alte Pferderennbahn gibt, welche die Inhaber von drinnen anstellen, wenn jemand von draußen ins Fenster guckt, ist nur ein nettes Detail des Kiezladens Weiß. Auch den kleinen Buch-Shop Born kann Ruland nur empfehlen.

Die Frage, ob es denn um die Restaurant-Kultur nicht eher mau bestellt sei, wiegelt sie resolut ab. "Nee, nee! Also zum Beispiel am Mexikoplatz gibt’s das Gondola Due, einen Italiener mit sehr schönem Außenbereich und Pizza für Kinder mit Öhrchen dran. Oder auf der Spanischen Allee den Griechen Pikilia, der ist auch super, da kriegt man gerade im Sommer draußen kaum einen Platz, hier sitzen auch oft Hertha-Spieler und kinderfreundlich sind die auch."

Entschuldigung, aber der Klassiker muss schon sein. Tina Ruland 1991 in "Manta, Manta" Foto: Imago
Entschuldigung, aber der Klassiker muss schon sein. Tina Ruland 1991 in "Manta, Manta"Foto: Imago

Sie fährt mit Kind und Kegel auch gern mit dem Rad zur Fischerhütte. Und überhaupt macht Ruland große Lust darauf, ebenfalls nach Zehlendorf ziehen zu wollen. "Ich fühle mich hier wirklich rundum wohl", betont sie. "Außer vielleicht, dass die Busse nicht durchfahren. Diese 2- bis 3-Stunden-Lücke, die schon kurz nach 24 Uhr anfängt, finde ich nicht logisch. Die Busfahrer habe ich aber bis jetzt immer nur freundlich erlebt!"

Bei allem Lokalpatriotismus geht es bei Ruland mit der Familie am Wochenende aber auch gern mal raus aus dem eigenen Bezirk, um Berlin mit touristischen Augen zu entdecken. Sie fahren in der Innenstadt Schiff oder Boot in Kladow oder machen zum Beispiel einen Ausflug in die Markthalle IX in Kreuzberg, auf die Pfaueninsel oder nach Prenzlauer Berg.

"Ich finde es total spannend, mal ein völlig anderes Gefühl zu haben und zum Beispiel zum Kollwitzplatz zu fahren und dort ein Maximum an Kindern auf dem Spielplatz zu erleben. Es fühlt sich dann fast an, wie in einer anderen Stadt zu sein." Um am Ende des Tages natürlich festzustellen: Zehlendorf ist für uns das Beste. "Von hier wollen wir jedenfalls so bald nicht wieder wegziehen."

Die Autorin schreibt für QIEZ.de, das Berliner Stadtportal und ein Tochterunternehmen des Tagesspiegels. Der Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin aus dem Südwesten.

 

 




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