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Truppenübungsplatz : Parks Range in Lichterfelde: Scheitert das Bürgerbegehren?

2500 Wohnungen sollen gebaut werden auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lichterfelde-Süd. Eine Initiative will das Projekt mit einem Bürgerbegehren stoppen, doch mindestens 1000 Unterschriften fehlen noch.

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Wohnen in natürlicher Umgebung, das ist die Idee des Groth-Projektes, doch mit Naturschutz habe das wenig zu tun, sagen Kritiker. Foto: Casanova/Hernandez Architects
Wohnen in natürlicher Umgebung, das ist die Idee des Groth-Projektes, doch mit Naturschutz habe das wenig zu tun, sagen Kritiker.Foto: Casanova/Hernandez Architects

Das Bürgerbegehren Lichterfelde-Süd gegen die Baupläne auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Parks Range droht auf den letzten Metern zu scheitern. Nach rund sechs Monaten sind erst 4403 gültige Unterschriften beim bezirklichen Wahlamt registriert. Das „Aktionsbündnis Landschaftspark Lichterfelde-Süd“ spricht dagegen von rund 6000 gültigen Unterschriften. Die Hürde für ein erfolgreiches Bürgerbegehren liegt bei 7000 Unterschriften – die müssen bis zum 23. Oktober eingehen.

Sehen Sie hier: Die Akteure des Bürgerbegehrens und das umhegte "Parks Range"
Marianne Seeliger (rechts) und Mathia Specht-Habbel tragen sich in die Liste des Bürgerbegehrens in Lichterfelde-Süd ein Foto: Anett KirchnerWeitere Bilder anzeigen
1 von 10Foto: Anett Kirchner
11.05.2015 12:30Marianne Seeliger (rechts) und Mathia Specht-Habbel tragen sich in die Liste des Bürgerbegehrens in Lichterfelde-Süd ein

Das Aktionsbündnis will verhindern, dass auf dem rund 100 Hektar großen Areal 2500 Wohnungen gebaut werden. Die Bürgerinitiative ist nicht generell gegen Wohnungsbau, hält aber die Pläne des Bauunternehmens Groth für zu groß dimensioniert. Nach einem vom Bezirksamt in Auftrag gegebenen Gutachten seien nur 16 Hektar für Wohnungsbau geeignet, nicht 43 Hektar wie in der aktuellen Planung vorgesehen.

Quote ungültiger Unterschriften liegt bei 20 Prozent

Die Quote ungültiger Unterschriften liegt bei 20 Prozent, das ist vergleichsweise hoch. „Das Bezirksamt prüft sehr streng“, sagt Gerhard Niebergall vom Aktionsbündnis. Man habe in Steglitz-Zehlendorf bisher noch keine Erfahrungen mit Bürgerbegehren. Außerdem würden viele Unterzeichner ihr Geburtsdatum nicht nennen oder die Postleitzahl vergessen. „Wir haben aber noch Hoffnung, dass es klappt.“ Anders als bei anderen großflächigen Bauvorhaben wie Mauerpark in Mitte oder Elisabethaue in Pankow hat der Senat die Projektplanung in Lichterfelde nicht an sich gezogen. Bezirksamt und BVV sind mehrheitlich für die Groth- Pläne, daher fehlt der Bürgerinitiative der politische Rückhalt.

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