Von der Grundschule auf ein Zehlendorfer Gymnasium : "Mulmig ist mir, aber ich freue mich!"

Unser Autor hatte eine tolle Grundschulzeit, aber jetzt musste er eine neue Schule wählen. Bis er auf seinem Wunschgymnasium genommen wurde, hat er gezittert. Warum? Das hat unser Schüler-Reporter für den Zehlendorf Blog aufgeschrieben.

Joshua Wenzel

Im Januar wurde es ernst, ich musste mich für eine weitergehende Schule entscheiden. Aber wie mache ich das?

Schüler-Reporter Joshua Wenzel
Schüler-Reporter Joshua WenzelFoto: privat

Es gibt ein Buch von der Schulbehörde, da stellen sich alle Schulen vor. Und dann gibt es auch noch den Marktplatz der Schulen. Also, auf zu den Tagen der offenen Tür, die von allen Schulen angeboten werden. Meine Liste mit Kriterien stand schnell fest: Spanisch im Angebot, möglichst mit vielen Kumpels in eine Klasse - und eine tolle Atmosphäre sollte die neue Schule haben. 
Ich fand beim Tag der offenen Tür schnell ein Gymnasium, das eigentlich alles hatte, was ich wollte. Einer meiner besten Freunde war mit zum Tag der offenen Tür gegangen, und wir beide stellten gleich fest: „Hier wollen wir hin!"

Aber so schnell ging das leider nicht. Wir mussten uns erst einmal bewerben, denn mit unserer Entscheidung stand natürlich nicht fest, ob auch die Schule uns haben wollte. Es hieß, dass am Freitag der Brief kommen sollte. Doch er kam nicht. Eigentlich machte ich mir keine Gedanken, mein Notendurchschnitt war gut. Und der Briefträger bringt ja auch manchmal die Briefe verspätet, hat viel zu tun der arme Mann, so stelle ich mir das jedenfalls vor. Als er am Samstag nicht kam und ich von den ersten Freunden hörte, dass sie an ihrer Wunschschule nicht angenommen worden sind, da wurde auch ich nervös. Was ist, wenn ich auf keiner meiner beiden Wunschschulen angenommen werde? Was passiert mit diesen Schülern? Muss ich dann bis nach Steglitz oder sogar noch weiter fahren?

Also, am Sonntag ging es mir gar nicht gut, ich machte mir echt Sorgen, und ich war sauer auf dieses blöde Auswahlsystem.

Ein Brief mit Schleife

Am Montag berichteten dann viele Klassenkameraden von ihren Zusagen. Mit einem blöden Bauchgefühl ging ich nach Hause. Was erwartet mich, was wird passieren? Als ich dann zu Hause ins Esszimmer kam, fand ich ihn vor, mit einer Schleife von meiner Mama versehen, er war da! Dieser blöde, lang ersehnte Brief. Bei der Schleife dachte ich, das kann nur ein gutes Zeichen sein.

Ich löste die Schleife, und die Erlösung war da - ja ich bin angenommen!

Ein bisschen nervös bin ich aber immer noch, kenne ich doch in meiner Grundschule  jede Lehrerin und fühle mich dort richtig wohl. Aber zwischenzeitlich habe ich erfahren, dass noch einige meiner Freunde auf diesem Gymnasium angenommen worden sind, und wenn wir Glück haben, kommen sogar alle in eine Klasse. Wie cool wäre das denn…

Mulmig ist mir dennoch. Mich erwarten neue Herausforderungen. Wie wird es sein auf dem Schulhof sehr viel älteren Schülern zu begegnen? Aber da die Schule auch Kinder ab der 5. Klasse aufnimmt, wird es ein bunter Haufen sein. Deshalb freue ich mich auf meine neue Schule.

Der Autor Joshua Wenzel ist 13 Jahre und geht in die 6. Klasse. Er lebt mit seiner Familie in Zehlendorf. Der Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin des Tagesspiegels.






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