Vorschlag des Willkommensbündnisses Steglitz-Zehlendorf : Flüchtlingen entgegen kommen: Lageso-Mobile

Busse für die Registrierung von Flüchtlingen - das schlägt in einem Brief an Staatsekretär Dieter Glietsch nun das Willkommensbündnis Steglitz-Zehlendorf vor. Der Tagesspiegel-Zehlendorf hat nachgefragt.

von
Günther Schulze ist Sprecher und Mitinitiator des Willkommensbündnisses Steglitz-Zehlendorf, einem sehr kreativen Team, wie er sagt
Günther Schulze ist Sprecher und Mitinitiator des Willkommensbündnisses Steglitz-Zehlendorf, einem sehr kreativen Team, wie er...Foto: Thilo Rückeis

In seinem Brief an den Staatssekretär für Flüchtlingsfragen, Dieter Glietsch, schreibt Sprecher und Mitinitiator des Willkommensbündnisses Steglitz-Zehlendorf Günther Schulze am Freitag Nachmittag: "Der Koordinierungskreis unseres Willkommensbündnisses hat sich in seiner letzten Sitzung mit der nach wie vor prekären Lage der Flüchtlinge beim LaGeSo beschäftigt. Flüchtlinge warten dort teils tagelang über viele Stunden und oftmals auch vergeblich, um mit ihren Anliegen vorstellig zu werden. Die damit verbundenen Zustände sind für alle Beteiligten nicht zumutbar.

Wir regen daher in Anlehnung an die bekannten Büchereibusse an, dass solche Fahrzeuge als "LaGeSO-Mobil" mit entsprechendem Fachpersonal eingesetzt werden. Diese könnten nach Plan reihum ortsnah oder direkt an den Unterkünften Registrierungen bearbeiten, Anträge entgegen nehmen und ggf. entscheiden oder auch notwendige Soforthilfen auf den Weg bringen. Um damit einhergehende Sicherheitsprobleme zu vermeiden, könnten Auszahlungen über Geldkarten geschehen.

Wir bitten Sie, diesen Vorschlag zu prüfen und ihn in der Debatte auf Senatsebene einfließen zu lassen."

"Immer werden wir von allen Seiten aufgefordert, neue Ideen einzubringen", sagt Günther Schulze. "Und so fragen wir uns laufend: Was können wir besser machen?" Die Idee mit den mobilen Registrierungseinheiten haben sie beim Willkommensbündnis schon längere Zeit gehabt. "Mobile Einheiten, die direkt bei den Flüchtlingsunterkünften oder an Turnhallen heranfahren und die Flüchtlinge an Ort und Stelle registrieren -das würde Zeit sparen, die Behörden entlasten und wäre einfach ein Service für die Menschen, die bei uns Zuflucht suchen." Da könnte man beispielsweise bei der BVG anfragen, wie viele Busse sich im Depot befinden, die dann wie im Schienenersatzverkehr eingesetzt werden könnten. "Oder man spricht mit Busunternehmen, ob sie ihre Busse dementsprechend herrichten." Günther Schulz hat schon viele Ideen auch zur praktischen Umsetzung - und ein schlagendes Argument, wenn sich diese Lösungsmöglichkeit rechnet: "Das wäre in der Summe sicherlich preiswerter als die jetzige Lösung. Beim Lageso scheint doch alles auf Abwehr gebürstet. Im Interesse der Menschen wäre es doch, ihnen auf diese Weise entgegen zu kommen."

Günther Schulze ist Sprecher und Mitinitiator des Willkommensbündnisses Steglitz-Zehlendorf, das sich im Mai 2014 gegründet hat. Die Veröffentlichung des Briefes und das Interview sind ein Service von Tagesspiegel-Zehlendorf, dem digitalen Stadtteil- und Debattenportal aus dem Südwesten.

Folgen Sie Maike Edda Raack auch auf Twitter. Dort finden Sie auch die Redaktion Zehlendorf.

Autor




Liebe Leserinnen, liebe Leser,

willkommen im Tagesspiegel Steglitz-Zehlendorf. Unsere lokale Plattform ist offen für Debatten, die die Bürger in Steglitz und Zehlendorf bewegen. Auch direkt aus dem Kiez heraus, aktuell, bürgernah und kritisch. Gerne laden wir auch Sie ein, das Portal gemeinsam mit uns weiterzuentwickeln und zu befüllen; auch die gesellschaftlichen Gruppen und Multiplikatoren sind aufgerufen, eigene Diskussionsbeiträge zu verfassen. Wenn Sie Lust haben, eigene Texte zu liefern, oder Anregungen zu kommunalpolitischen Themen haben, schreiben Sie uns gerne an: steglitz.zehlendorf@tagesspiegel.de

Ihr Team von Tagesspiegel Steglitz-Zehlendorf

1 Kommentar

Neuester Kommentar