Willkommensbündnis in Berlin : Prominente engagieren sich für Flüchtlinge in Steglitz-Zehlendorf

170 Flüchtlinge leben im Bezirk, 400 ziehen bis Ende des Jahres in die Goerzallee. Sie werden unterstützt von Jörg Thadeusz, Dieter Hallervorden oder auch Eckart von Hirschhausen.

Erik Wenk
Der Journalist Jörg Thadeusz engagiert sich nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch gegen Rechtsradikale.
Der Journalist Jörg Thadeusz engagiert sich nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch gegen Rechtsradikale.Foto: dpa

Anfeindungen, Misstrauen, rechte Proteste vor Flüchtlingswohnheimen – all das soll in Steglitz-Zehlendorf nicht passieren, wenn Ende Juni 200 neue Kriegsflüchtlinge vom Bezirk aufgenommen werden. Zu diesem Zweck wird im Bezirk ein „Willkommensbündnis für Flüchtlinge“ gegründet, das vom Bezirksamt initiiert wurde. Einen entsprechenden Aufruf zur Unterstützung des Bündnisses wurde bereits von einigen prominenten Anwohnern unterzeichnet, darunter Dieter Hallervorden, dem Arzt und Entertainer Eckart von Hirschhausen und RBB-Moderator Jörg Thadeusz.
Thadeusz weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, in der Fremde willkommen geheißen zu werden: „ Ich habe fünf Jahre lang in den USA gelebt, doch selbst unter so undramatischen Zuständen war es gut, dass da Leute waren, die einen auch haben wollen.“ Der Journalist engagiert sich nicht nur für Flüchtlinge, sondern auch gegen Rechtsradikale: Regelmäßig moderiert er Veranstaltungen der Initiative „Gesicht Zeigen“. In Deutschland fehle ihm eine Willkommenskultur, so Thadeusz: „In den USA wird Einwanderern ein amerikanischer Traum vermittelt, hierzulande müssen die Leute erst mal mit unserer schlechten Laune fertig werden.“

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27.02.2014 16:08Sommerresidenz von Max Liebermann

170 Flüchtlinge leben in Steglitz-Zehlendorf, bis Ende des Jahres sollen insgesamt 400 weitere in die Goerzallee 307 und 311 ziehen. Woher genau die Kriegsflüchtlinge kommen, ist noch unklar. Das Willkommensbündnis solle die Betroffenen künftig bei Problemen im Alltag helfen, sagt die Steglitz-Zehlendorfer Integrationsbeauftragte Marina Roncoroni, zum Beispiel Begleitung bei Ämtergängen, bei Sprachkursen oder Hilfe beim Schulunterricht,
„Wir haben viel positives Feedback auf das Willkommensbündnis erhalten, aber wir waren erstaunt, dass auch viele feindselige Reaktionen kamen“, so Roncoroni. „Wir hoffen, diese Ängste und Bedenken am Mittwoch ausräumen zu können.“ Auch Thadeusz hofft, dass seine Nachbarn den Flüchtlingen ein warmes Willkommen bereiten: „Wir müssen ihnen vermitteln: Ihr seid aus dem Schlimmsten raus und in Sicherheit.“

Der Autor ist Praktikant in der Berlin-Redaktion des Tagesspiegels. Der Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin aus dem Südwesten.




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