Zehlendorfer Ausflugslokal : Bis April kehren die Wannsee-Terrassen zurück

Noch ist Zeit bis zum Saisonbeginn für Ausflugslokale, aber nach Verzögerungen bei den neuen Wannsee-Terrassen wollen die Betreiber in diesem Jahr früh am Start sein: Spätestens im April sollen Gäste wieder den Panoramablick genießen können.

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Bald sollen die Wannsee-Terrassen wieder öffnen – ohne das einstige Reetdach.
Bald sollen die Wannsee-Terrassen wieder öffnen – ohne das einstige Reetdach.Simulation: HGHI

Eigentlich ist Harald Huth bekannt als Projektentwickler und Investor für Shoppingcenter wie die Mall of Berlin am Leipziger Platz in Mitte – doch er plant auch die Wiederbelebung des Ausflugslokals Wannsee-Terrassen mit dem berühmten Blick aufs Wasser. Nun ist es bald so weit: Der Neubau neben dem Strandbad Wannsee solle „spätestens im April“ oder „wenn das Wetter gut ist, früher“ eröffnen, sagte Huth jetzt auf Nachfrage.

Das wäre rund ein Jahr später als ursprünglich geplant; das Richtfest war im Oktober 2013 gefeiert worden.

Das Ausflugslokal Wannsee-Terrassen kehrt zurück
So lässt sich's leben. Der Neubau der Wannsee-Terrassen lockte schon am Eröffnungstag viele Besucher an, darunter einige Stammgäste des Ende 2001 abgebrannten Originals.Weitere Bilder anzeigen
1 von 14Foto: Thilo Rückeis
10.04.2015 20:52So lässt sich's leben. Der Neubau der Wannsee-Terrassen lockte schon am Eröffnungstag viele Besucher an, darunter einige...

Außen soll das Gebäude seit Monaten fertig sein, anscheinend dauert die Inneneinrichtung durch einen Gastronomen länger als erwartet. Den Namen des Wirts dürfe er noch nicht nennen, sagt Huth. Es handele sich um einen renommierten Betreiber „einiger bekannter Gastronomie-Einheiten“ in Berlin und dem Umland.

Das Lokal soll 350 Sitzplätze im Inneren bieten und 500 im Freien.

Der Neubau im „englischen Landhausstil“ gleicht nicht mehr den originalen Wannsee-Terrassen aus dem Jahr 1937, die ein idyllisches Reetdach hatten. Doch vor 13 Jahren löste eine defekte Dunstabzugshaube ein Feuer aus: Das Lokal brannte völlig aus, die Ruine wurde abgerissen.

Der damalige Wirt schaffte kein Comeback. Wegen der Lage im Forst und Wasserschutzgebiet schien lange fraglich, ob es einen Nachfolger des Restaurants geben würde. Huth erwarb die Brache vor rund neun Jahren für 400. 000 Euro.

Shoppingcenter am Kurfürstendamm geplant

Hinter den Kulissen planen Huth und Geschäftspartner – darunter der neue Karstadt-Eigentümer René Benko – ein Center rund um Karstadt am Kurfürstendamm. Darüber spricht Huth bisher aber nicht und hat mit dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf Vertraulichkeit vereinbart. Nach Tagesspiegel-Informationen sollen das Betten- und das Parkhaus von Karstadt weichen. Mit Eigentümern von Nachbarhäusern laufen Kaufverhandlungen.

Zuletzt hatte Huth am 25. September die Mall of Berlin am Leipziger Platz eröffnet. Negative Schlagzeilen gab es wegen der viermonatigen Verspätung, Brandschutzmängeln und der Insolvenz des Generalunternehmers. Subunternehmen zahlten nicht alle Löhne, seit Wochen demonstrieren rumänische Arbeiter deshalb vor der Mall; ihre jüngste Aktion gab es am Mittwoch. Noch mehr Läden plant Huth in weiteren Gebäuden am Leipziger Platz. Bereits Mitte der 1990er Jahre hatte er für eine Fondsgesellschaft die Neuköllner Gropius-Passagen konzipiert, sein erstes eigenes Centerprojekt war „Das Schloss“ in Steglitz.

Der Autor ist Reporter des Tagesspiegels. Der Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin aus dem Südwesten.




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