Zehlendorfer Fußballroboter siegen : Auf zur WM nach Brasilien!

Die Steglitz-Zehlendorfer Fußball-Roboter von der Freien Universität gehen bestens vorbereitet in die WM nach Brasilien. Den wichtigsten Test haben sie gerade 2:1 gewonnen. Und wer weiß, vielleicht ist sogar ein Nachfolger für Herthas Stürmer Adrian Ramos dabei.

Anett Kirchner
Hey, ich bin doch bei Dir! Und wo ist eigentlich der Schiedsrichter. Egal, Hauptsache gewonnen!
Hey, ich bin doch bei Dir! Und wo ist eigentlich der Schiedsrichter. Egal, Hauptsache gewonnen!Foto: Andreas Lander

Im letzter Zeit ging es ja wieder besser mit dem Fußball in dieser Stadt, gespielt von echten Menschen, Berlin ist mit Hertha BSC seit dieser Saison auch wieder erstklassig. Aber jetzt, wo Adrian Ramos, Herthas bisher bester Torschütze, den Klub verlässt, könnte eine revolutionäre Idee Hertha noch besser machen: Die Verpflichtung eines Roboterstürmers.

Das Runde muss ja nun mal ins Eckige. Sie wissen schon. Und die kleinen Fußballroboter aus Steglitz-Zehlendorf, von der Freien Universität Berlin können das offensichtlich meisterhaft. Beim Wettbewerb „RoboCup German Open 2014“ in Magdeburg schaffte es die Dahlemer-Mannschaft gerade auf den ersten Platz. Das Team gewann in der Kategorie der Humanoiden Roboter und in einer Größe bis zu 60 Zentimetern.

"Die kleinkindgroßen Roboter setzten sich in einem spannenden Finale mit einem Siegtor in letzter Minute durch“, heißt es in einer Mitteilung der FU. 2:1 lautete das Endergebnis. Der Gegner: Die britische Mannschaft Bold Hearts der University of Hertfordshire. Das FU-Team muss an diesem Tag kaum zu bremsen gewesen sein, denn laut Presseerklärung hat es während des gesamten Turniers kein Spiel verloren.

Doch wie funktioniert ein solches Fußballspiel?

Ball und Spielfeld müssen mit einer Videokamera am Kopf erkannt werden, erklären die Wissenschaftler. Die Bildverarbeitung und die Spielstrategie würden mit einem im Oberkörper eingebauten Rechner verarbeitet. Die Roboter seien zwar jeweils autonom, könnten sich aber per Funk miteinander verständigen und als Team agieren. Jeder Roboter trage Motoren, die die verschiedenen Bewegungen koordinieren. „Humanoide Roboter zu programmieren, ist deswegen aufwendig und schwierig“, sagen die Fachleute.

Spiel, Spaß und Spannung... Nein, darum geht es zwar auch, aber vor allem um neue wissenschaftliche Erkenntnisse für die Forscher. Fußball bildet!
Spiel, Spaß und Spannung... Nein, darum geht es zwar auch, aber vor allem um neue wissenschaftliche Erkenntnisse für die Forscher....Foto: Andreas Lander

Die Dahlemer Fußballroboter nehmen bereits seit 1999 regelmäßig an solchen Turnieren teil. Der RoboCup-Wettbewerb wird jährlich ausgetragen und ist vergleichbar mit einer Europameisterschaft als Vorbereitung für die Weltmeisterschaft. Und in diesem Sommer findet die Weltmeisterschaft in Brasilien statt. Auch die Roboter-WM!

Das German-Open-Turnier, das gerade gespielt wurde, wird in insgesamt sieben Kategorien mit verschiedenen Roboter-Typen ausgetragen. Neben den Humanoiden Robotern gibt es unter anderem auch Drei-D-Simulations-Roboter oder Rettungs-Roboter. Das Ziel der Veranstaltung: Die Hardware und Software für die Service-Roboter der Zukunft zu entwickeln.

Anstoß, Pass und Tor. Bei den Robotern geht es manchmal so schnell wie auf dem echten Rasen.
Anstoß, Pass und Tor. Bei den Robotern geht es manchmal so schnell wie auf dem echten Rasen. Nur was macht der Torwart neben dem...Foto: Andreas Lander

Laut FU übernehmen Roboter sowohl in der Industrie als auch bei Dienstleistungen immer mehr neue Aufgaben. Bei solchen Treffen wie dem RoboCup-Wettbewerb könnten deshalb die Entwickler der Zukunft wertvolle Erfahrungen für ihre späteren beruflichen Tätigkeiten sammeln.

Wie der Roboter heißt, der Hertha BSC weiterhelfen könnte und das Siegtor schoss, ist leider geheim.

Die nächste Robocup-Veranstaltung findet übrigens gerade in Iran Stadt, auch dort ist eine deutsche Mannschaft am Start.

Die Autorin ist freie Journalistin und schreibt unter anderem für die Evangelische Wochenzeitung "dieKirche". Der Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin des Tagesspiegels.

 




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