• Gertrud Hanna

    Gertrud Hanna

    , Sozialdemokratin und Gewerkschafterin, 1876 bis 1944

    Unter Nachbarn

    Aus einer armen Arbeiterfamilie stammend, musste Gertrud Hanna schon als 14-Jährige die Schule verlassen. Sie wurde Buchdruckerei-Hilfsarbeiterin. Schon bald wurde sie gewerkschaftlich aktiv. 1909 wurde sie Leiterin des Arbeiterinnensekretariats der Freien Gewerkschaften, inzwischen war sie auch in die SPD eingetreten. Ihr besonderes Interesse galt der Frauenerwerbstätigkeit sowie dem Arbeits- und Mutterschutz. Diese Themen bearbeitete sie auch publizistisch. In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie politisch immer tätiger und gehörte schließlich bis 1933 dem Preußischen Landtag an. Die Nazis untersagten ihr ihre Arbeit. Eine ihrer Schwestern beging bereits zu Beginn der NS-Herrschaft Selbstmord. Gertrud Hanna und eine weitere Schwester wurden in den folgenden Jahren stets durch die Gestapo überwacht, bis sie sich 1944 ebenfalls beide das Leben nahmen. Die BVV wird sich am Mittwoch mit einem Antrag der SPD-Fraktion beschäftigen, eine Grünfläche an der Höppnerstraße in Tempelhof, in der sie einst wohnte, nach Gertrud Hanna zu benennen.
    berlin.de

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Sigrid Kneist von Sigrid Kneist tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Tempelhof-Schöneberg,

am vergangenen Dienstag postete die Polizei etwas launig über eine Abschleppaktion in der Hauptstraße in Schöneberg: “Wildwest in Schöneberg County”: Dort hätten Outlaws „auf der exklusiven Pferdeomnibus- und Frachtwagenroute“ geparkt, was die “Ranger” natürlich nicht durchgehen lassen konnten und deswegen “bis zum Sonnenuntergang 22 Kutschen verschleppt und 53 sonstige Strafzölle erhoben” hätten. An diesem Montagmorgen war dann der Aufmacher im Tagesspiegel-Lokalteil mit “Wildwest in Schöneberg” überschrieben. Aber diesmal wurde nicht ein vergleichsweise harmloser Einsatz beschrieben, sondern ein brutales Verbrechen, weshalb man über diese Zeitungsüberschrift auch durchaus geteilter Meinung sein kann. An genau dem selben Ort, also ebenfalls an der Hauptstraße, hatte es in der Nacht zu Sonntag eine Schießerei auf offener Straße gegeben; aus einem fahrenden Auto war auf die Türsteher vor dem Club Havanna geschossen worden. Drastische Realität. Mitten in einem beliebten Kiez.
tagesspiegel.de (Havanna Club), tagesspiegel.de (Falschparker)

Sigrid Kneist arbeitet seit 1990 als Redakteurin in der Berlin-Redaktion des Tagesspiegels. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihr bitte eine E-Mail an leute-s.kneist@tagesspiegel.de oder diskutieren mit in unserer Gruppe auffacebook.com.

Sigrid Kneists Tipp für Sie

Sich für Politik interessieren: Am morgigen Mittwoch wird es um 17 Uhr wieder voll im ehrwürdigen holzgetäfelten BVV-Saal im Rathaus Schöneberg. Die Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg tagt. Einmal im Monat kommen die 55 Verordneten – aus derzeit sechs Fraktionen und allesamt ehrenamtlich tätig – zusammen, um über Wohl und Wehe des Bezirks zu entscheiden. Das kann manchmal zäh, langwierig und auf den ersten Blick vielleicht auch langweilig sein. Dennoch werden hier Probleme angegangen, die die Bürger direkt beschäftigen.

Vielleicht fallen einem auch politische Talente auf, die den Sprung in die Landespolitik wagen. Gerade bei den Sozialdemokraten gehört der Start in der Kommunalpolitik quasi dazu: wie bei Dilek Kolat, Michael Müller oder Klaus Wowereit, deren politische Karriere in der BVV begann. In der morgigen Sitzung geht es unter anderem um die Begegnungszone Maaßenstraße, Parkraumbewirtschaftung in Friedenau sowie um die Gestaltung der Bahnhofstraße in Lichtenrade. Hier ist die komplette Tagesordnung: berlin.de

Vor genau 70 Jahren berichtete der Tagesspiegel übrigens Folgendes aus der BVV in Tempelhof: “In Tempelhof nahm Swolinzky (SPD) gegen ein Flugblatt Stellung, in dem dem Magistrat vorgeworfen wird, er unternehme nichts für die Brennstoffversorgung. Daran schloß sich eine Auseinandersetzung zwischen SPD und SEP. Für Tempelhof wird eine Zentralkartei der ehemaligen Nationalsozialisten angelegt werden. Von Ausschüssen sollen die Kleingartenverteilung und die wirtschaftliche Belastung durch die Straßenumbenennungen geprüft werden.” Interessante Begebenheiten aus der Nachkriegszeit können Sie übrigens hier bei Twitter nachlesen: twitter.com/Erik_Reger

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