• Nuembs

    Unter Nachbarn

    Norbert Hümbs, ehemaliger Psychiater, heute Galerist, Friedenauer seit mehr als 30 Jahren

    Das gefällt mir hier: die ruhige und doch zentrale Lage, die gute Verkehrsanbindung, die Stille des geschichtsträchtigen Stubenrauch-Friedhofs, die einladenden Cafés und die Klänge der Chor- und Orchesterproben aus dem Paul-Natorp-Gymnasium. Das stört mich ein wenig: Die endlosen Kanalarbeiten, die uns aber hoffentlich zukünftig vor Überschwemmungen bei Regengüssen bewahren. Das mache ich: Über viele Jahre war ich als Psychiater in Neukölln niedergelassen. Mein Ausgleich zur Arbeit war die Beschäftigung mit Kunst. Nach Aufgabe meiner Praxistätigkeit habe ich im Oktober 2015 in Friedenau in einem leerstehenden Laden eine kleine Galerie eröffnet: diekleinegalerie. Dort zeige ich in wechselnden Ausstellungen Malerei und Skulpturen. Aktuell findet bis zum 28. Juli die Ausstellung „Raum und Reihe“ mit Arbeiten von Constanze Schüttoff statt. Sie pigmentiert durchscheinende Papiere, die sie arrangiert und in Glas einlässt, worin sie zu schweben scheinen. Die nächste Veranstaltung: Am Freitag, den 14. Juli, 19 Uhr, gibt’s zur Ausstellung einen Abend mit Musik und verschiedenen Texten. diekleinegalerie, Goßlerstr.21, Mittwoch und Freitag 15 -18 Uhr, Samstag von 11-14 Uhr

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-s.kneist@tagesspiegel.de

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Sigrid Kneist von Sigrid Kneist tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Tempelhof-Schöneberg,

in dieser Woche wird’s wieder bunt. Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler zieht am Donnerstag um 12.30 Uhr die Regenbogenfahne vor dem Rathaus Schöneberg auf. Und am Wochenende kann auf dem schwul-lesbischen Stadtfest rund um die Motzstraße gefeiert werden. Das Fest ist seit Jahren fest im Kiez etabliert – und das ist auch gut so. In diesem Jahr findet es zum 25. Mal statt. Bei aller Party, die dort abgehen wird, ist das Fest auch immer politisch. „Gleiche Rechte für Ungleiche“ lautet das Motto. In diesem Punkt ist die Bundesrepublik vor gut zehn Tagen einen ganzen Schritt weitergekommen, als der Bundestag das Gesetz zur Ehe für alle beschloss. Drei Monate haben die Standesämter Zeit, sich darauf vorzubereiten. Am 1. Oktober soll es soweit sein, dass erstmals gleichgeschlechtliche Paare getraut werden können. Der Tag ist allerdings ein Sonntag – schauen wir mal, ob die Standesämter an so einem historischen Tag flexibel sein können. Wäre doch cool, wenn dann eine Trauung im Rathaus Schöneberg möglich wäre.

Bei aller Freude über Erreichtes und über ein starkes Selbstbewusstsein der queeren Szene, zeigen aber andere Vorkommnisse, wie viel Intoleranz es bei manchen Menschen noch gibt. Immer wieder gibt es homophobe Straftaten, gerade auch im Schöneberger queeren Kiez. Daran erinnert auch die Bezirksbürgermeisterin. Sie schlägt deswegen vor, dass die Regenbogenfahne künftig dauerhaft vor dem Rathaus Schöneberg hängen soll.

Sigrid Kneist arbeitet seit 1990 als Redakteurin in der Berlin-Redaktion des Tagesspiegels. Vor 20 Jahren hätte sie sich nicht vorstellen können, dass sie ein Jahr später aus dem Kreuzberger Graefekiez nach Mariendorf ziehen und dort bis heute bleiben würde. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihr bitte eine E-Mail an leute-s.kneist@tagesspiegel.de

Unser Tipp für Sie

In der kommenden Woche beginnen endlich die Schulferien. Sechseinhalb Wochen Freizeit. Das kann manchmal langweilig werden, wenn man sich nichts vorgenommen hat. Da ist es schön, wenn man sich schon rechtzeitig um ein bisschen Amüsement gekümmert hat. Die Museen des Bezirks bieten etliche spannende Workshops, die zwar kostenlos sind, für die man sich aber anmelden muss. Beispielsweise kann man sich auf die Spuren der Kolonialgeschichte oder eine Entdeckungstour durchs Museum machen, oder sich mit Fragen der eigenen Rolle als Junge oder Mädchen beschäftigen. Und immer eine gute Idee ist der Super-Ferienpass mit vielen Aktionen und Ermäßigungen – und dem freien Eintritt für die Bäder. Der Ferienpass kostet neun Euro. Infos

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