• Michael Raddatz

    Michael Raddatz

    , Superintendent der Evangelischen Kirche in Tempelhof-Schöneberg

    Unter Nachbarn

    Das gefällt mir: dieses üppige Tortenstück „Tempelschön“ vom Wittenbergplatz bis nach Lichtenrade. Im Anschnitt sehe ich die Fülle unserer Stadt: Nischen und Eckchen. Gerade legen sich die liebevoll gepflegten Vorgärten im Bayerischen Viertel in den Winterschlaf, und auf den Teichen an den Dorfkirchen in Lichtenrade und Marienfelde bildet sich die erste Eiskruste. Gerne gehe ich durch die Kieze spazieren und lasse mich durch neue Entdeckungen überraschen: ein Jazzclub, eine Galerie, ein Café. Mich nervt: die Baustelle auf dem Mariendorfer Damm und Tempelhofer Damm, obwohl ich Fahrradfahrer bin. Eine so wichtige Verkehrsader darf nicht so lange abgeschnürt sein. Auch die Fontäne auf dem Viktoria-Luise-Platz würde ich nach dem Winterschlaf ein wenig länger am Abend hören und sehen wollen. Ich empfehle: den Advent. Für mich ist es die Zeit, in der ich mit anderen singen möchte. Wie wäre es mit dem Adventssingen im Stadion Volkspark Mariendorf am 3. Advent um 16 Uhr? Sollte Ihnen nicht nach Kälte und Glühwein sein, dann kommen Sie einfach in den Adventsgottesdienst in der Apostel-Paulus-Kirche am U-Bahnhof Eisenacher Straße (10 Uhr).

    Wollen Sie sich oder jemand anderen in dieser Rubrik vorstellen? Haben Sie etwas Besonderes im Bezirk entdeckt? Oder ärgert sie etwas, und Sie wollen darauf aufmerksam machen? Dann schreiben Sie mir unter leute-s.kneist@tagesspiegel.de. Ich melde mich bei Ihnen.

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Sigrid Kneist von Sigrid Kneist tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Tempelhof-Schöneberg,

dass vor allem in innerstädtischen Kiezen die Parkplätze rar sind, ist nicht neu. Einen freien Platz für sein Fahrzeug zu suchen, kann ausgesprochen nervtötend sein. Aber sein Auto einfach da abzustellen, wo es einem gerade passt, egal ob dicht an einer Kreuzung, direkt an einem Fußgängerüberweg oder woanders in einem absoluten Halteverbot, ist einfach rücksichtslos und dreist. Im günstigsten Fall ist es nur verkehrsbehindernd, im schlechtesten ist es gefährlich, wenn Fußgänger – ganz besonders Kinder – dadurch etwa die Sicht auf den Autoverkehr genommen wird und sie eine Straße nicht mehr gefahrlos überqueren können. Dennoch kann man nicht nur in den Straßen im Bayerischen Viertel, dem Akazienkiez oder in Friedenau täglich Autos sehen, die genauso parken. Meine Kollegen Jörn Hasselmann und Markus Hesselmann dokumentieren immer wieder Verstöße auf Twitter oder Facebook. Das Berliner Verwaltungsgericht hat jetzt gegen einen Autofahrer wegen konsequenten Falschparkens – innerhalb von zwei Jahren waren 83 Verstöße aufgefallen – ein Fahrverbot ausgesprochen. Man möchte sich eigentlich nicht vorstellen, wie oft das Auto wirklich falsch geparkt wurde. Denn die Kontrolldichte ist in der Regel nicht so groß. Überhaupt hat man den Eindruck, dass lieber kontrolliert wird, ob ein Parkschein gezogen wurde, als dass Rüpelparker zur Rechenschaft gezogen und zur Kasse gebeten werden. Vielleicht wäre hier mal eine andere Prioritätensetzung angebracht, wenn man schon beides nicht leisten kann. Ein klarer Fall für die neue Ordnungsstadträtin Christiane Heiß. Die wird sich über mangelnde Aufgaben nicht beschweren müssen (siehe unten).
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Sigrid Kneist arbeitet seit 1990 als Redakteurin in der Berlin-Redaktion des Tagesspiegels. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihr bitte eine E-Mail an leute-s.kneist@tagesspiegel.de oder diskutieren mit in unserer Gruppe auffacebook.com.

Sigrid Kneists Tipp für Sie

Klein und fein: Die großen Weihnachtsmärkte in der Stadt sind zwar beliebt und machen auch Spaß, aber so richtig stimmungsvoll sind vielleicht doch eher die kleineren. Die findet man am Stadtrand. An diesem Wochenende beispielsweise in Marienfelde; da gibt’s den Weihnachtsmarkt auf Lehmanns Bauernhof direkt an der alten Dorfkirche mit vielen Kunsthandwerkständen. Bei einer Weberin und einem Schmuckworkshop für Kinder kann man sich dort auch ein individuelles Geschenk anfertigen lassen. Es gibt traditionellen Eintopf, Raclette, Marienfelder Wurst und natürlich Glühwein. Freitag von 14 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag von 12 bis 20 Uhr, Alt-Marienfelde 35-37
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