• Ernst Schneller

    Unter Nachbarn

    Ernst Schneller, von den Nazis ermordeter KPD-Funktionär aus Schöneweide, 1890 – 1944.

    In der losen Folge historischer Persönlichkeiten ist diesmal Ernst Schneller dran. Sein Namenszug ist wieder gut sichtbar (nach Abholzung des Gestrüpps) am ehemaligen Kulturhaus des VEB Berliner Metallhütten- und Halbzeugwerke in der Fließstraße zu sehen, in Niederschöneweide. Auf dem Industriegelände werden demnächst Wohnungen gebaut. Der KPD-Mann hatte wichtige Parteiämter inne, war Reichstagsabgeordneter und gilt als Weggefährte von Ernst Thälmann. 1933 wurde er in der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet. Ernst Schneller wurde im KZ Mauthausen am 11. Oktober 1944 zusammen mit 26 anderen Häftlingen von der SS erschossen. Seine Wohnadresse in Schöneweide, der Berliner Damm, wurde 1947 ihm zu Ehren in Schnellerstraße umbenannt.

    Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge. Wir benötigen Antworten auf die drei Fragen und ein Foto an leute-t.loy@tagesspiegel.de

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Thomas Loy - Redakteur beim Verlag Der Tagesspiegel im Haus am Askanischen Platz in Berlin Kreuzberg. von Thomas Loy tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Treptow-Köpenick,

unser aller Stau-Problem lässt sich nicht mit einem Newsletter-Beitrag abhaken, daher habe ich den Abgeordneten  der sechs im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien aus Treptow-Köpenick mal folgende Frage gestellt:

Überall im Bezirk werden neue Wohnungen gebaut, teils entstehen ganze Stadtviertel, die Bevölkerung wächst schnell, die verkehrliche Infrastruktur wächst auch, aber weitaus langsamer. Spreebrücke kommt 2018, die Tangente nach Marzahn (TVO) und Tram Adlershof vielleicht 2022 – mehr ist meines Wissens derzeit nicht geplant. In Wendenschloss-, Wilhelminenhof- und Grünauer Straße/Regattastraße verkehren Tram und Autos auf denselben Fahrbahnen, bzw. blockieren sich dort gegenseitig. Gleichzeitig werden auch dort viele neue Wohnungen gebaut. Wie kann das drohende Verkehrschaos abgewendet werden? Gibt es einen Ausweg aus dem Dilemma der zwei Geschwindigkeiten?

Bedenkzeit für die Antwort läuft noch bis Donnerstag, im nächsten Newsletter sollten also die Antworten vorliegen. Ich bin gespannt.

Die CDU hat schon mal eine schnell umsetzbare Idee geliefert: die Tarifzone B ins Umland ausweiten, also im Südosten nach Schönefeld, Erkner und KW. Dann würden viele Brandenburger nicht mehr nach Berlin reinfahren und hier die Straßen verstopfen, um dann mit billigem AB-Ticket den Nahverkehr zu nutzen. Schönefeld war ja schon mal im B-Bereich, aber nach meiner Erinnerung galt das nur in eine Richtung, also für Berliner, die rausfuhren. Ein klarer Fall von Diskriminierung der Brandenburger. Das wäre jetzt dann eine Art Wiedergutmachung.

Thomas Loy, aufgewachsen an der Küste (Nordsee), zog 1995 nach Berlin und wohnt mit seiner Familie seit zehn Jahren in Johannisthal. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-t.loy@tagesspiegel.de

Thomas Loys Tipp für Sie

PSB-Schifferstube. Die Grünauer Straße ist nicht gerade eine Sehenswürdigkeit. Alte  Industriebauten im Wechsel mit Bootshäusern und Baustellen. Doch es gibt eine kleine Perle inmitten des architektonischen Banausentums: das hellblau gestrichene Vereinshaus des PSB 24 Köpenick, rund 100 Meter nördlich der Einmündung des Teltowkanals in die Dahme. Früher standen die drei Buchstaben für Postsportverein, jetzt nennt man sich Pro Sport Berlin. Die Vereinskantine ist zugleich öffentliche Gaststätte, mit einem kleinen Biergarten unter Bäumen, und einer historischen Schifferstube für Regentage. Das Speisenangebot ist eher traditionell, aber wer Fisch- und Fleischgerichte mag, kommt hier auf seine Kosten. Der eigentliche Grund, demnächst mal vorbeizuschauen, ist allerdings die Drohung der Vereinsoberen, das historische Bootshaus abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Die alte Schifferstube soll zwar gerettet und in den Neubau integriert werden, aber befremdlich ist der Plan trotzdem. Vielleicht bekunden Sie bei einer  Forelle Müllerin mal ganz beiläufig ihren Protest und schreiben ein paar Zeilen an die Untere
Denkmalschutzbehörde.