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    Unter Nachbarn

    Werner Schönfeldt, 70, Flugkistenbastler aus Bohnsdorf

    Die Erfindung der Flugkiste. Eigentlich wollte Werner Schönfeldt die Welt mit seinem Universalsportgerät für Schulen beglücken – mit dem Unikat gewann er den 2. Platz in der MDR-Erfindersendung „Einfach genial“ und 1000 Mark, erinnert sich Schönfeldt. Doch trotz der Publicity blieb seiner Erfindung der Durchbruch zum Weltmarkt verwehrt. Schließlich kam die Idee auf, zum 100. Geburtstag des Flugplatzes Johannisthal ein Rennen zu veranstalten. Schönfeldt konzipierte ein „Sportgerät in den Umrissen eines Flugzeuges“ – und das Flugkistenrennen war geboren. Inzwischen geht es in die neunte Saison.

    Und sonst? Nein, er sei kein Ingenieur, habe eher linke Hände, sagt Schönfeldt. Aber viel Energie, neue Ideen in die Welt zu setzen. Die jüngste ist sein Ortsteilmobil mit Quizfragen. In Lichtenberg und Friedrichshain aufgewachsen, baute Schönfeldt später ein Haus in Bohnsdorf, in dem er bis heute lebt. Angefangen habe er als NVA-Offizier, dann studierte er Geschichte, wurde Diplom-Historiker und ging schließlich als Beamter in den öffentlichen Dienst.

    Das diesjährge Flugkistenrennen findet am Sonnabend, 23. September, ab 13 Uhr am Segelfliegerdamm in Johannisthal statt.

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Thomas Loy - Redakteur beim Verlag Der Tagesspiegel im Haus am Askanischen Platz in Berlin Kreuzberg. von Thomas Loy tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Treptow-Köpenick,

am Sonntag ist Bundestagswahl, nicht vergessen! Vorher widmen wir uns aber einem Thema, das im Wahlkampf bisher völlig ausgespart blieb: der Leinenzwang.

Unsere Nachbarn haben vor Kurzem geheiratet, damit ihr heranwachsender Hund „in geordneten Verhältnissen“ aufwächst. War natürlich ein hübscher Spruch, um weiteren Nachfragen aus dem Weg zu gehen, aber auch ein Liebesbeweis. 99 Prozent aller Hundebesitzer sind verliebt und wünschen ihren Wauchen Glück und Zufriedenheit, dazu gehört das freie Herumtollen in der Wallachei, auf Wiesen, Wegen und in Wäldern.

Genau das ist nach dem Berliner Hundegesetz verboten. Und hält sich jemand dran? Nein. 99 Prozent lassen ihren Hunden freien Lauf. Der Law-and-Order-Mann der SPD, Tom Schreiber, wollte vom Senat wissen, ob denn der Leinenzwang in den Müggelheimer Forsten durchgesetzt werde. Die Antwort: „Die Revierförster/-innen versuchen, im Rahmen ihrer täglichen Reviergänge … das Leinengebot durchzusetzen. Hierzu werden Gespräche geführt und mündliche Verwarnungen ausgesprochen. Die Verfolgung einer Ordnungswidrigkeit endet oft bei der Weigerung der Hundebesitzer sich auszuweisen. Zwangsmittel stehen hier nicht zur Verfügung und die Polizei kann die Berliner Forsten bei Verfolgung und Ahndung dieser Ordnungswidrigkeiten nicht unterstützen.“

Anzeigen oder Beschwerden wegen freilaufender Hunde gebe es nicht, deshalb sei „von keiner besonderen Problemlage hinsichtlich des Leinenzwangs für Hunde auszugehen“. Ich fasse mal kurz zusammen: Alle verstoßen gegen das Gesetz, macht aber nichts, weil es niemanden kümmert. Wozu dann das Gesetz? Schafft den generellen Leinenzwang wieder ab. Oder setzt ihn durch. Mit dieser Legal-illegal-egal-Mentalität macht sich Berlin einfach nur lächerlich.

Thomas Loy, aufgewachsen an der Küste (Nordsee), zog 1995 nach Berlin und wohnt mit seiner Familie in Johannisthal. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-t.loy@tagesspiegel.de

Unser Tipp für Sie

Kleine Penta-Pause. Eher zufällig kamen wir vor ein paar Tagen mit hungrigem Magen am Penta-Hotel in Köpenick vorbei. Draußen das harte Pflaster der Grünauer Straße, drinnen… waren wir erstmal baff: Diese riesige Lounge-Bar oder Bar-Lounge mit bärigen Fläz-Fauteuils, Billardtisch und Bücherecke, großer Panorama-Terrasse inklusive XXL-Hängematte hat schon etwas Weltstädtisches, fast Verschwenderisches, eine Anflug von Miami-Beach-New-Orleans-Feel-Good-Ambiente. Setzen wir uns mal und genießen, dachten wir. Ernüchterung dann auf der Karte: Auch hier dominiert der US-Style: Burger, Pommes, Chicken Wings. Also hier der Tipp: Einen Drink bestellen, lesen, quatschen, genießen. Essen dann besser woanders.