• MKrist

    Unter Nachbarn

    Martin Krist, 45, Schriftsteller, aufgewachsen am Niederrhein, seit 17 Jahren Anwohner des Treptower Parks.

    Was so läuft. In der Nähe zum Park und dem angrenzenden Plänterwald zu wohnen, ist mir sehr wichtig. Die tägliche Runde mit Eurasierhündin Bjella bedeutet Erholung und Arbeit zugleich. Dabei spinne ich die Fäden meiner Thriller weiter, die allesamt in Berlin spielen. Zu Hause webe ich die Fäden am Apple-Computer zu einer spannenden Geschichte. So eine Schreibschicht geht meistens von 14 Uhr bis 1 Uhr morgens.

    Was bisher so lief. Ich habe viele Jahre als leitender Redakteur bei verschiedenen Zeitschriften gearbeitet, mich vor allem für Lifestyle-, Szene- und subkulturelle Themen interessiert. Vieles davon findet sich auch in meinen Büchern wieder. 1997 habe ich mich als Schriftsteller selbstständig gemacht. Seitdem sind mehr als 30 Sachbücher entstanden, darunter Biografien über Nina Hagen, Sido, Kurt Cobain und Mahatma Gandhi. Seit 2005 schreibe ich vor allem Krimis und Thriller. Das war eigentlich immer mein Traum: Geschichten schreiben wie Karl May, Agatha Christie oder Stephen King, deren Romane ich als kleiner Junge nächtelang verschlang.

    Am heutigen Montag erscheint „Böses Kind“, der neue Roman von Martin Krist. Buchpremiere ist am Mittwoch um 20 Uhr im Berliner Kriminal Theater, Palisadenstr. 48 in Friedrichshain. Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? Jemand, den Sie kennen? Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge unter: leute-t.loy@tagesspiegel.de

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Thomas Loy - Redakteur beim Verlag Der Tagesspiegel im Haus am Askanischen Platz in Berlin Kreuzberg. von Thomas Loy tagesspiegel
Liebe Nachbarn aus Treptow-Köpenick,

wenn Hertha seine Namenspatin, den Dampfer Hertha, nach Alt-Treptow schickt, mitten ins Union-Land, sollte man schon mal aufhorchen. Was ist der tiefere Sinn? Ein Danaer-Geschenk? Eine Provokation? Dieselmangel? Unfähigkeit? Orientierungslosigkeit? Der Dampfer, ziemlich betagt und nur bedingt manövrierfähig, bekommt Asyl bei der Reederei Riedel, schreibt Martin Einsiedler im Tagesspiegel. Aber nur vorübergehend. Sein weiteres Schicksal ist unklar, zumal Herthas Führung der Trophäe traditionsbeflissener Herthaner gar nicht viel abgewinnen kann. Die Union-Fans sollten sich dadurch nicht zu irgendwelchen Dummheiten hinreißen lassen. FCU-Zeichen über den Hertha-Dampfer sprühen oder sowas schadet nur dem Ansehen der Eisernen.

Union-Präsident Dirk Zingler musste sich am Freitag den Fragen der Abgeordneten im Sportausschuss stellen. Das geplante Nachwuchsleistungszentrum NLZ auf dem Sportgelände am Bruno-Bürgel-Ring hält der Verein SSV Oberspree, unterstützt  vom Bezirkssportbund, weiterhin für „nicht akzeptabel“. Zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte werde man vertrieben, sagte SSV-Chef Uwe Spalteholz, doch die Sportpolitiker ließen sich davon kaum beeindrucken. Sie finden die NLZ-Pläne gut und werten den Protest dagegen vor allem als Kommunikationspanne. „Das Leistungszentrum bedeutet eine ungeheure Aufwertung und Chance für den Standort“, sagte Bildungsstaatssekretär Mark Rackles, man müsse halt das richtige „Setting“ finden, damit alle Interessen berücksichtigt werden.

Thomas Loy, aufgewachsen an der Küste (Nordsee), zog 1995 nach Berlin und wohnt mit seiner Familie seit zehn Jahren in Johannisthal. Wenn Sie Anregungen, Kritik, Wünsche, Tipps haben, schreiben Sie ihm bitte eine E-Mail an leute-t.loy@tagesspiegel.de

Stefan Jacobs Tipp für Sie

Hildegard-von-Bingen-Bäcker. Früher waren Bäcker keine Aufbäcker, sondern Handwerksmeister. Inzwischen sind sie vom Aussterben bedroht. Wie groß der Verlust wäre, lässt sich bei einem Ausflug nach Bohnsdorf erfahren. Dort gibt es die kleine, großartige Bäckerei Orlowski. In der sind die Brötchen schwer und saftig. Rosinenbrötchen haben nicht zwei oder drei, sondern 20 Rosinen, und im Brot ist ganz viel Teig und ganz wenig Luft, sodass es sich hervorragend einfrieren lässt. Das Sortiment wechselt, Highlights sind beispielsweise das Hildegard-von-Bingen-Brot aus Dinkel ohne Körner und die dunklen Baguettestangen. Aber die hellen eigentlich auch. Und erst die Schmalz- und Kräuterbrötchen! Und die knusprigen Schweineohren! Und, für die lieben Kinder, gibt es auch Tiere aus dem herrlichen Hefebrötchenteig: Igel, Mäuse, Schlangen und Schweine. Auch mit wenig Taschengeld lässt sich ein schmackhafter Zoo zusammenkaufen. Und bald gibt’s auch wieder Nikoläuse.

Bäckerei Orlowski, Waltersdorfer Str. 38 (Hauptstr. Richtung Waltersdorf / Autobahn), Mo-Fr 5-18 Uhr, Sa 5-12 Uhr.