Berlin : Bezirks-Ehe: Sand im Fusions-Getriebe

CD

Trotz des nahenden Fusionstermins 1. Januar 2001 stehen nicht alle Ämterstandorte im Großbezirk aus Charlottenburg und Wilmersdorf fest. Auch nach einer gemeinsamen Sitzung der Bezirksämter am kommenden Dienstag dürften Fragen offen bleiben, denn die CDU hat andere Pläne als SPD und Grüne.

Der Senat empfiehlt jedem Fusionsbezirk fünf Bürgerbüros; die Einrichtungen werden um Meldestellen ergänzt. Planer der zwei Citybezirke wählten erst drei Orte aus: das bestehende Bürgerbüro im Rathaus Charlottenburg, ein Amtsgebäude an der Heerstraße sowie Räume am Hohenzollerndamm 174-177. SPD und Grüne wollen das Wilmersdorfer Büro jedoch im Rathaus halten. Es sei ja erst 1998 für 300 000 Mark entstanden. Außerdem verweist SPD-Finanzstadträtin Monika Thiemen darauf, dass die Bezirkskasse im Rathaus bleibt; bei einem Umzug des Büros müsse man dieses mit einer eigenen Kasse ausstatten. Bürgermeister Michael Wrasmann (CDU) betont dagegen, der Platz im Rathaus reiche nicht für die Meldestelle. Zudem würde eine Vergrößerung "teurer als der Umzug". Die SPD Wilmersdorf fordert noch ein viertes Bürgerbüro und schlägt die Schlangenbader Straße als Standort vor, während Wrasmann den Breitenbachplatz prüfen lässt.

Gestritten wird ferner ums Grundstücksamt. Im Februar hatte Charlottenburg seine Beamten aus der Heerstraße ins Rathaus Wilmersdorf umgesiedelt. Nun soll das fusionierte Amt wieder an die Heerstraße, weil die Rathausräume für die Ressorts Bauen, Jugend und Bildung gebraucht würden. "Hier wird auf unserer Motivation herumgetrampelt", beklagt Amtsleiter Joachim Schwartzkopf, der auch "die Nähe zur Bauabteilung" für wichtig hält. Stadträtin Thiemen stimmt zu: "In Wilmersdorf geht man einfach hoch; in Charlottenburg vereinbart man einen Termin." Ein Beschluss solle erst fallen, wenn alle Ressortzuschnitte und die Zukunft des vom Senat geplanten Liegenschaftsfonds fest stünden.

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