BEZIRKS-IMMOBILIEN : Sechs Milliarden Euro für eine komplette energetische Sanierung

TEURE SCHULEN

Wenn alle Schulen, Rathäuser, Bibliotheken und andere öffentliche Gebäude in den Bezirken nach der aktuell gültigen Energieeinsparverordnung saniert würden, müsste Berlin 6,03 Milliarden Euro ausgeben. Diese gigantisch hohe Summe hat die Finanzverwaltung des Senats im Auftrag des Landesparlaments ausgerechnet. Allein für die Schulen lägen die Kosten für eine komplette energetische Sanierung bei 4,07 Milliarden Euro. Für die Verwaltungsbauten müssten 732 Millionen Euro aufgewendet werden. Der Rest verteilt sich auf Bezirksbibliotheken oder auch Werkstätten. Für die Kostenschätzung wurden bereits sanierte Schulen, Sporthallen und Bürogebäude hinzugezogen, deren Umbaukosten kürzlich abgerechnet wurden. Berücksichtigt wurden: Der Wärmeschutz der Fassaden und Dächer, Erd- und Dachgeschossflächen. Außerdem die Modernisierung der Heizungsanlagen, neue Beleuchtungs- und Lüftungssysteme und der Einsatz regerativer Energieträger. Das Ergebnis der Berechnungen war ein „Kostenkennwert“ von 707 Euro je Quadratmeter für eine umfassende energetische Sanierung.

NICHT FINANZIERBAR

Die Finanzverwaltung legte in ihrer Vorlage an den Hauptausschuss Wert auf die Feststellung, dass die Kostenschätzung eine „maximale Pauschalbetrachtung“ sei. Bei „Berücksichtigung wirtschaftlicher Kriterien und möglicher Einspareffekte“ würde die Gesamtsumme von über sechs Milliarden Euro deutlich geringer ausfallen. Außerdem seien „Aspekte der Finanzierbarkeit“ nicht berücksichtigt worden. Denn das Land Berlin ist nicht einmal ansatzweise in der Lage, solche Beträge aufzubringen. So standen in den vergangenen zwei Jahren lediglich 275 Millionen Euro jährlich für Baumaßnahmen zur Verfügung. Außerdem gibt es nicht nur bezirkliche Immobilien, die sanierungsbedürftig sind. Schon 2012 rechnete die Finanzverwaltung aus, dass eine klimaschonende Modernisierung der landeseigenen Gebäude rund 800 Millionen Euro kosten würde. Dort lag der Sanierungsbedarf „nur“ bei 250 Euro je Quadratmeter. Konkrete Aussagen darüber, welche Gebäude zuerst eine Chance haben, mit öffentlichen Geldern saniert zu werden, sind in der Senatsvorlage nicht zu finden. Formuliert wurde ein abstraktes Ziel: Möglichst hohe Energieeinsparungen pro investiertem Euro. za

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