Berlin : Bezirksfusion: Drei Baufachleute auf einen Streich

Bürgermeister

Der jetzige Lichtenberger Bezirksbürgermeister Wolfram Friedersdorff darf seinen Job im neuen Großbezirk weitermachen. Der 50-jährige promovierte Ingenieurökonom sitzt bereits seit fünf Jahren im Chefsessel und war zuvor Stadtrat für Wirtschaft und Finanzen. Friedersdorff genießt Partei übergreifendes Ansehen und gilt als sachlich-kompetenter Politiker. Er will sich auch künftig für eine bürgernahe Verwaltung einsetzen und den Ausbau der Bürgerämter voranbringen. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit sieht er außerdem in der Entwicklung der Ortsteile. Vor allem in den Siedlungsgebieten soll die Infrastruktur verbessert werden. Er könnte sich zudem für jeden einzelnen Stadtteil ein Quartiersmanagement vorstellen.

Vizebürgermeister

Der 41-Jährige Rainer Polle ist der einzige Neue in der Führungsriege und wurde überraschend zum stellvertretenden Bezirksbürgermeister gewählt. Er leitet seit 1992 die Grundstücksverwaltung bei der Hohenschönhausener Wohnungsbaugesellschaft. Vor drei Jahren wurde der Diplom-Ingenieur Bürgerdeputierter im Wirtschaftsausschuss der BVV Hohenschönhausen. Seit einem Jahr ist er Vorsitzender des Ausschusses für Bauen und Wohnen. Rainer Polle gilt als sachkundig und ausgleichend, doch sein Wunschressort Bauen wird er wohl nicht erhalten. Aber er betont, dass er sich "in jedes Ressort hineinknien wird". Über Schwerpunkte im Sozialbereich macht er sich deshalb erst Gedanken, wenn hundertprozentig fest steht, dass er dafür zuständig wird.

Jugend, Gesundheit

Ellen Homfeld (PDS) ist seit nunmehr acht Jahren in Lichenberg für die Bereiche Soziales und Gesundheit verantwortlich. 1999 wurde der 40-Jährigen dann noch das Jugendressort übertragen. Die Ökonomin für Hotelwesen gilt als sachkundige und hartnäckige Politikerin. Es wird angenommen, dass Frau Homfeld im Großbezirk die Bereiche Jugend- und Gesundheit übernimmt. Sie will sich unter anderem für eine wohnortnahe Versorgung mit Kitaplätzen einsetzen. Ferner denkt sie im Jugendbereich an die Ausweitung der Drogenprävention. So soll es auch in den Schulen Suchtberatungen geben. In Zusammenarbeit mit Wohnungsunternehmen will sie sich ferner für bezahlbares, altersgerechtes Wohnen einsetzen.

Bauen, Umwelt, Immobilien

Von Andreas Geisel wird behauptet, dass er seine Verwaltung im Griff habe. Der Sozialdemokrat ist seit fünf Jahren Chef des Lichtenberger Baubereichs. Andreas Geisel wird hohe Fachkompetenz und "ein hervorragender Umgang mit Menschen" bescheinigt. Mit seinen 34 Jahren ist der Diplomökonom das "Küken" im neuen Bezirksamt. Wahrscheinlich wird er auch künftig für den Baubereich zuständig sein. Besonderes Augenmerk will er dann auf die Sanierung solcher Straßen lenken, die im Zusammenhang mit der Wirtschaftsentwicklung stehen. So geht es unter anderem um die Erschließung der Rummelsburger Bucht. Auch die bereits begonnene Gestaltung des Landschaftsparks Niederbarnim soll fortgesetzt werden.

Wirtschaft

Nach den Vorstellungen der PDS, die in Hohenschönhausen-Lichtenberg über die absolute Mehrheit verfügt, soll die CDU neben dem Sozialbereich auch für die Wirtschaft zuständig sein. Wer allerdings diesen Posten übernimmt, ist noch unklar. Wie berichtet, war der langjährige Lichtenberger Wirtschaftsstadtrat Peter Fehrmann (CDU) am Mittwochabend nach zwei Wahlgängen sowohl als stellvertretender Bürgermeister als auch als Stadtrat nach drei Wahlgängen durchgefallen. Ob die CDU zur nächsten gemeinsamen BVV, am 29. November, Fehrmann wieder nominiert, steht noch nicht fest.

Bildung, Kultur

Tim Berning-Cziszkus (parteilos, für PDS) ist der dritte Baufachmann im Bezirksamt, denn schon seit vier Jahren er das Hohenschönhausener Bauressort. Zuvor war er zwei Jahre lang Sozialstadtrat. Nun heißt es erneut umsatteln: Der 41-Jährige wird wohl die Bereiche Bildung und Kultur verwalten. Der Sozialpädagoge gilt als Politiker, der vor Entscheidungen zunächst den Weg der Diskussion sucht. So will er es künftig auch bei notwendigen Schulschließungen machen. Weil Schulen mehr als Lehranstalten sein sollten, will sich der Stadtrat um mehr Arbeitsgemeinschaften bemühen. Seine Devise im Kulturbereich: Lieber wenige Einrichtungen betreiben, die ihr Auskommen haben, als viele auf Sparflamme zu fahren.

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