Berlin : Bezirksfusion: Im Norden kommen alle Stadträte aus dem Osten

Henning Kraudzun

Alex Lubawinsky (SPD)

Bürgermeister, Wirtschaft

Als unauffälliger, wenig charismatischer Bezirkspolitiker wurde Axel Lubawinski (SPD) vor seiner Wahl zum Bürgermeister bezeichnet. Dennoch stimmte eine überzeugende Mehrheit für den 50-Jährigen. Lubawinski, gebürtiger Stettiner, arbeitete jahrzehntelang als Fachlehrer für Russisch und Geschichte. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Vor zehn Jahren trat er in die SPD ein und wurde gleich zum Stadtrat in Pankow gewählt. Er will zwischen den Interessenslagen der Bezirke und Parteien vermitteln. Lubawinski möchte ferner die Fusion der Verwaltungen vorantreiben und eine höhere Qualität der Arbeit im öffentlichen Dienst erreichen.

Horst Hartramph (CDU)

Personal und Verwaltung

Vizebürgermeister des Großbezirks ist Horst Hartramph von der CDU. Sein genauer Arbeitsbereich ist noch offen. Da Lubawinski das Wirtschaftsressort leiten will, bleibt ihm vermutlich der Bereich Personal und Verwaltung. Seit 1979 ist der 55-Jährige in der CDU. Der gebürtige Weißenseer kam aus dem kirchlichen Umfeld und nutzte zu DDR-Zeiten "jede Nische für eine eigenständige politische Arbeit" aus. "Für mich war die Wende ein Glücksfall", sagt er. Hartamph will auch in den nächsten Jahren unspektakuläre, aber erfolgreiche Arbeit machen. Sein Hauptziel: "In meiner Politik will ich nichts beschönigen." Er wolle die Wähler auch über seine Fehlleistungen informieren.

Christine Keil (PDS)

Jugend, Schule, Sport

Christine Keil (PDS) wird aller Voraussicht nach die Abteilungen Jugend, Schule und Sport im neuen Bezirksamt leiten. Vor allem im Bereich Jugend war die 47-jährige Kommunalpolitikerin aus Weißensee in den letzten vier Jahren aktiv. Dort amtierte sie als Stadträtin und Vize-Bürgermeisterin. Ihr liege die Erhaltung von Projekten vor allem in der Jugendarbeit am Herzen, sagt sie. Wichtig sei auch, die Zusammenarbeit zwischen den Ressorts Schule und Jugend zu stärken. Sie möchte so die politische Bildung in der Schule fördern und auf den "zielgerichteten Umgang" mit neuen Medien setzen. Man müsse auf die Beteiligung der Jugendlichen an der Gesellschaft dringen.

Ines Saager (CDU)

Gesundheit, Soziales, Umwelt

Ines Saager gilt als Wirtschaftsfachfrau. Die 55-jährige Diplom-Wirtschaftlerin hat bereits in verschiedenen Branchen gearbeitet. Seit nunmehr zehn Jahren ist sie in der Kommunalpolitik tätig: zuerst Wirtschaftsstadträtin in Marzahn für das Bündnis 90, später, nach dem CDU-Eintritt in Prenzlauer Berg. "Auch in den nächsten Jahren würde sie für mehr Beschäftigung und weniger Sozialfälle eintreten", sagt Saager. Aber über die Verteilung der Ämter zwischen den beiden CDU-Stadträten könne sie frühestens nach der ersten Zusammenkunft des neuen Bezirksamtes etwas sagen. Nach dem derzeitigen Stand blieben ihr die Ressorts Gesundheit, Soziales und Umwelt.

Burkhard Kleinert (PDS)

Kultur, Bildung, Finanzen

Der Diplomökonom Burkhard Kleinert (PDS) ist seit vier Jahren Stadtrat für Jugend, Schule und Kultur in Prenzlauer Berg. Der 1948 in Apollendorf bei Wittenberg geborene Politiker war in der Vergangenheit als Geschäftsführer in einem Industriebetrieb tätig. Seit 1993 arbeitet er als Unternehmensberater. Auch im Rathaus des Großbezirkes wird er mit Finanzen zu tun haben: Er soll den Bereich zusammen mit Kultur und Bildung leiten. Für ihn gilt es, den Kulturstandort Prenzlauer Berg zu erhalten. Für das "unterversorgte" Weißensee und Pankow will er neue Angebote entwickeln.

Andreas Bossmann (parteilos, für PDS)

Stadtplanung, Bauen

Seinen Arbeitsbereich behalten dürfte Andreas Bossmann (parteilos, für PDS), bisher Baustadtrat in Pankow. Der ehemalige Abteilungsleiter am Bauhaus Dessau und Diplom-Theaterwissenschaftler soll nun im neuen Bezirksamt Stadtentwicklung und Bauen übernehmen. Für ihn stehen dabei weitere Sanierungsmaßnahmen, die ausreichende Finanzierung der Mieterberatung und Durchsetzung von Mietobergrenzen im Vordergrund. "Eine soziale Durchmischung muss erhalten bleiben." Außerdem sollen kleinteilige Angebote für Handel, Dienstleistungen und Freizeit weiterentwickelt werden. Bossmanns Grundsatz: "Stadtentwicklung nur soweit wie nötig."

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben