Berlin : Bezirksnamen: Keine Nummern

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Schlicht und einfach statt doppelt oder gar dreifach: Vom Namensteil Hohenschönhausen verabschiedete sich auf der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am Mittwoch der Bezirk, der nun vom 1. Juni an nur noch Lichtenberg heißen soll. Die Entscheidung sei mit einer klaren Mehrheit von 47 gegen drei Stimmen gefällt worden, erklärte die Sprecherin des Bezirksamtes, Carmen Weber. Kontroversen wie in Pankow habe es zuvor nicht gegeben. Wichtigste Grundlage der Entscheidung ist demnach eine Umfrage unter 4500 Bürgern und im Wirtschaftskreis des Bezirks gewesen.

Unterdessen vertreten das Bezirksamt und die BVV des Großbezirks im Nordosten weiterhin verschiedene Versionen als gültigen Bezirksnamen. Bürgermeister Alex Lubawinski (SPD) hält an "Pankow" fest. BVV-Vorsteher Axel Bielefeld (PDS) überschreibt derweil alle Einladungen mit dem Wortungetüm "3. Prenzlauer Berg, Weißensee und Pankow von Berlin", so wie es die Bezirksverordneten am 28. März beschlossen hatten. Lubawinski will den Bandwurmnamen aber nicht akzeptieren und alles erst einmal rechtlich prüfen lassen.

Vom Tisch dürfte auch die Nummerierung der Bezirke sein. Ein entsprechender Antrag fand im Rat der Bürgermeister keine Mehrheit. Wie die Senatskanzlei mitteilte, hatten in dem zwölfköpfigen Gremium lediglich Lubawinski und der Vizebürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg Michael Schäfer (CDU) für die Nummerierung votiert. Die Diskussion ist laut Schäfer allerdings eher erheiternd denn hitzig verlaufen. So soll etwa Tempelhof-Schönebergs Bürgermeister Dieter Hapel die beiden Fürsprecher als "Nummernboys" tituliert haben.

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