Berlin : Bezirksreform: Die Bezirksfusion setzt Berlin neu zusammen - in der Statistik

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In Berlin ist die innere Einheit zwischen Ost und West geschafft - allerdings nur in der Statistik. "Weil auch Ost- und Westbezirke zusammengelegt werden, wird es in Zukunft schwierig, Zahlen auf die beiden Stadthälften aufzuteilen", sagte der Direktor des Statistischen Landesamtes, Eckart Elsner, gestern bei der Vorstellung eines Taschenbuches mit statistischen Daten über die zwölf neuen Bezirke. Bei der Verwaltungsreform wurden Friedrichshain und Kreuzberg sowie Mitte mit Tiergarten und Wedding zusammengelegt.

Die Bezirksfusion hat daneben auch ganz handfeste Ergebnisse - so verzeichnet der bislang nahezu ausländerfreie Bezirk Mitte nun den höchsten Anteil der Stadt. Dort sind 26,1 Prozent der Einwohner Ausländer, dicht gefolgt von Friedrichshain-Kreuzberg mit 23,5 Prozent. Auf Berlin bezogen lebt jeder dritte Ausländer in diesen beiden Bezirken.

Der größte Bezirk ist jetzt Tempelhof-Schöneberg mit 338 128 Einwohnern - und liegt damit noch vor Städten wie Bielefeld, Mannheim oder Bonn. Spandau dagegen, das mit 222 982 Einwohnern bisher den dritten Platz belegte, ist jetzt auf den letzten Rang abgerutscht, weil es bei der Verwaltungsreform allein blieb. Am engsten beieinander wohnen die Berliner in Friedrichshain-Kreuzberg, 12 331 Menschen teilen sich hier einen Quadratkilometer. In Köpenick ist die Bevölkerungsdichte mit 1362 Einwohnern pro Quadratkilometer am niedrigsten.

Der jüngste Bezirk ist Hellersdorf-Marzahn. Der durchschnittliche Einwohner hier ist erst knapp 38 Jahre alt, fast jeder vierte ist noch unter 18. Hier gibt es auch die meisten Familien mit Kindern. Während Berlin insgesamt eine Single-Stadt ist, in der fast jeder Zweite allein lebt, ist es in Marzahn-Hohenschönhausen nur jeder Dritte. Charlottenburg-Wilmersdorf ist dagegen die Hochburg der Singles und der älteste Bezirk: 55 Prozent leben allein, das Durchschnittsalter liegt bei 43 Jahren.

Manchmal bleibt aber auch alles gleich: Die neuen Ost-West-Mischbezirke Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg haben zumindest bei der Einkommensstatistik nicht von der Bezirksreform profitiert. Hier wurden arme Bezirke mit armen Bezirken zusammengelegt, beim Einkommen liegen die neuen größeren Bezirke immer noch am Schluss. In Friedrichshain-Kreuzberg verdient nur jeder Zehnte mehr als 3000 Mark Netto im Monat, in Mitte sind es kaum mehr. Zum Vergleich: Im gutbürgerlichen Zehlendorf-Steglitz wurden zwei Bezirke mit gut verdienenden Einwohnern vereinigt, hier hat fast jeder dritte Bewohner so viel zur Verfügung.

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