Berlin : Bibliothek will mehr Platz im Schloss

Landesbücherei möchte ein Drittel der Fläche

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Mit etwa 60 Millionen Euro sollte sich Berlin nach Ansicht von Claudia Lux, der Generaldirektorin der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), an den Baukosten für das Schloss beteiligen. Wie berichtet, fordert auch der Bund eine finanzielle Beteiligung Berlins an den Kosten des künftigen Humboldt-Forums. Claudia Lux erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Stadt Anfang der neunziger Jahre schon den geplanten Erweiterungsbau für die zur ZLB gehörende Amerika-Gedenkbibliothek in Kreuzberg gestrichen hatte und dies nun damit ausbügeln könne.

Sie sprach auch von der Option, die bislang für die Bibliothek im Humboldt-Forum geplante Fläche von 7800 Quadratmetern auf rund 12 000 Quadratmeter reine Publikumsfläche zu erweitern. Die ZLB könnte dann hier mit 10 000 Besuchern am Tag rechnen und damit die Belebung des Schloßplatzes sicherstellen.

Claudia Lux betonte, die Option auf eine größere Fläche in einer Bauvariante gehe auf Erörterungen mit Bauexperten des Bundes zurück und werde nicht zu Lasten der Museen oder der wissenschaftlichen Sammlungen der Humboldt-Uni gehen. Es gebe unter den Beteiligten wegen der Flächenaufteilung „kein Gerangel mehr“. Von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die für Museen rund 24 000 Quadratmeter und damit den größten Anteil am Forum (37 000 Quadratmeter) nutzen will, war dazu keine Auskunft zu erhalten. Die ZLB-Chefin erinnerte daran, dass in ersten Überlegungen der Expertenkommission Historische Mitte sogar 50 0000, dann 24 000 Quadratmeter für die Bibliothek vorgesehen waren. Unter 7800 Quadratmeter, für die man die Betriebskosten selbst aufbringen könne, dürfe das Platzangebot aber nicht sinken. Die Amerika-Gedenkbibliothek bleibe für die weiterhin unter Platznot leidende Bibliothek wichtig, aber mit den neuen Flächen im Schloss könne man Außenmagazine auflösen, mit dem eingesparten Geld Betriebskosten für das Humboldt-Forum aufbringen.

Obwohl Bau und Finanzierung noch offen sind, hat die Bibliothek schon Vorstellungen, wo sie platziert sein wird: Im östlichen Bereich, der zum Marstall und zum ZLB-Haus der Berliner Stadtbibliothek an der Breiten Straße weist. Es gibt einen stillgelegten Tunnel von hier bis zum Schloßplatz, der für den Transport von Medien, aber auch für „Inszenierungen“ genutzt werden könnte.C. v. L.

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