Berlin : Bienvenue au Ku’damm!

Info-Teams beantworten Fragen in der City-West – in bis zu sechs Fremdsprachen

Cay Dobberke

Sie tragen blaue Uniformen, beherrschen mehrere Fremdsprachen und wurden wochenlang im Umgang mit Touristen geschult: Ab heute sind insgesamt 15 Mitarbeiter eines „City Info-Teams“ rund um den Kurfürstendamm und die Tauentzienstraße unterwegs, um Besuchern der westlichen Innenstadt auf verschiedenste Weise zu helfen. „Das gab es so in Berlin noch nicht“, sagte der Charlottenburg-Wilmersdorfer Baustadtrat Klaus- Dieter Gröhler (CDU) am Freitag. Möglich wurde das Projekt durch die Zusammenarbeit einiger Anlieger.

Die Touristenberater wollen täglich von 10 bis 20 Uhr in der Gegend zwischen Olivaer Platz und Nürnberger Straße präsent sein. Jedes „Info-Team“ besteht aus zwei Mitarbeitern. In der Regel werden ein bis zwei Teams gleichzeitig zum Einsatz kommen. In den Schulungen wurden sie auf typische Fragen wie „Wo geht es zum KaDeWe?“ vorbereitet und besuchten unter anderem den Zoo, um genaue Auskünfte über dessen Attraktionen geben zu können. Kostenlose Faltblätter mit einer Karte der Läden und Lokale runden den Service ab.

Für Fragen, die sich nicht sofort beantworten lassen, sind die Mitarbeiter mit Handys ausgerüstet. Damit können sie Kontakt zum Bezirksamt, zu weiteren Ansprechpartnern oder zum Internetportal „kurfuerstendamm.de“ aufnehmen.

Die Teammitglieder sind Arbeitslose, die über das Jobcenter eine „Mehraufwandsentschädigung“ von 1,50 Euro pro Stunde erhalten. „Das wichtigste Auswahlkriterium war die Mehrsprachigkeit“, sagt Helmut Süß vom Charlottenburger Ausbildungs- und Beschäftigungsverein „Together“, der als Projektträger fungiert. Der hohe Anspruch an die Sprachkenntnisse führte dazu, dass nur eine gebürtige Deutsche zum Team gehört; die übrigen Mitglieder stammen aus Aserbaidschan, Italien, Polen, Russland und Südamerika. Jeder beherrscht zwei bis sechs Fremdsprachen – darunter auch Arabisch und Spanisch. Chinesisch und Japanisch gehören noch nicht zum Wortschatz. Aufnäher an den Uniformen signalisieren, welche Sprachen ein Mitarbeiter versteht.

Das Projekt ist zwar seitens der Arbeitsagentur auf neun Monate befristet, doch die Anlieger denken weiter: Der Vorsitzende der AG City, Kurt Lehrke, und Boris Kupsch von „www.kurfuerstendamm.de“ kündigten eine Anschlussfinanzierung an. Die AG City hatte die Idee bereits vor zwei Jahren mit dem Bezirksamt diskutiert. Und im vorigen Dezember schickte der damals neu gegründete Verein „Kurfürstendamm Interessengemeinschaft“ eigene Teams unter dem Namen „Shopping- Scouts“ testweise auf den Boulevard.

Nun arbeiten sie alle zusammen. So setzte sich Peter-Michael Riedel von der Interessengemeinschaft beim Jobcenter für die Anerkennung der Gemeinnützigkeit ein. Kurt Lehrke war nicht nur für die AG City aktiv, sondern trug auch als Direktor des Hotel Palace einen Teil der Kosten. Die Koordination der Einsätze übernimmt das Ordnungsamt des Bezirks.

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