Berlin : Biergärten: Durst löschen bis spät in die Nacht

Constance Frey

Bei so viel Sonne mögen selbst die Wirte nicht mehr klagen. Die sommerlichen Temperaturen haben die Menschen in Scharen in die Biergärten getrieben. Das haben sie auch verdient, findet Matthias Neumann, Betreiber der Loretta am Wannsee: „Wir sind mal wieder dran mit Sonnenwetter. Allein die mathematische Wahrscheinlichkeit will, das der Sommer schön wird.“ Die Saison hat für ihn gut begonnen. „Das Wetter war genau so, wie wir es vom Mai und Juni erwarten.“ Durch den Euro hätte der Biergarten keine Einbußen gehabt aber, so Neumann, die Gäste gingen inzwischen früher nach Hause. „Das liegt auch an der Verkehrsanbindung, wenn die Leute nicht mehr aus Wannsee wegkommen, bleiben sie nicht da.“ Wer bleibt, hat gute Karten, die Nacht durchzufeiern. Das Lokal hat keine Sperrstunde.

Hartmut Lahann, Geschäftsführer des Schleusenkrugs im Tiergarten, ist mit seiner Prognose eher vorsichtig. „Mein Gefühl sagt mir, dass die Saison gut wird, aber so genau kann man das noch nicht sagen.“ Den Vergleich zum letzten Jahr will er erst ziehen, wenn der Sommer vorbei ist. Bis jetzt sei das Geschäft „mittelprächtig“. Aber insgesamt atmen die Biergartenbetreiber erst einmal auf. „Wir sind jeden Tag ausgebucht“, freut sich Jutta Zimmermann, stellvertretende Geschäftsführerin des Praters. „Wir haben sehr schönes Wetter gehabt und die Gäste haben das extrem genutzt.“ Sie blickt optimistisch in den Sommer: „Nach den Wettervorhersagen gehen wir davon aus, das es weiter schön bleibt.“ Als ältester Biergarten der Stadt lockt der Prater auch zahlreiche Touristen an. Vor allem während des Kirchentags drängten sich die Durstigen auf den Bänken.

Olaf Kinski, Tageschef im Golgatha am Kreuzberg, kann sich auch nicht beschweren. „Es läuft bis jetzt ganz gut.“ Die Hitze der letzten Tage ändert im Grunde nur das Trinkverhalten der Gäste. „Es werden vor allen Dingen alkoholfreie Getränke bestellt, und sehr viel Radler.“ Und wenn es allzu heiß wird, ist es auch nicht weiter schlimm, „der Besucherfluss verschiebt sich dann nach hinten“. Für Olaf Kinski sind vor allem die ersten schönen Tage im April und Mai wichtig. „Das schöne Wetter verführt die Menschen zum Geldausgeben.“ Und zum länger bleiben. Wenn Kinskis Schicht Samstags abends um ein Uhr zu Ende geht, gibt es keinen einzigen Sitzplatz mehr. Im Laufe des Sommers nimmt dann der Betrieb ab. „Im September“, weiß Olaf Kinski, „ist die meiste Kundschaft im Urlaub.“ Bis dahin gönnt sie sich Erfrischung im Freien, zu der es beim Karneval der Kulturen sogar live Capoeira-Tänze gab.

Auch im Regierungsviertel macht der Sommer Durst auf mehr: Nach dem Biergarten am Kanzleramt, Alt-Moabit 145, wurde am Donnerstagabend die Eröffnung des Bundespressestrands an der Kronprinzenbrücke am Schiffbauerdamm mit einer Beachparty gefeiert. Strategisch günstig werden ab Freitag zwischen der Bundespressekonferenz und dem Bundestagsgebäude die Strandkörbe auf original Ostseesand gestellt. Der Strand ist von 10 bis 22 Uhr geöffnet, ab 19 Uhr gibt es täglich eine Bühnenshow. Ende August wird alles abgebaut. Und wo wir schon bei Stränden sind: Die Strandbar am Spreeufer öffnet am 19. Juni.

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