Biermann-Ehrenbürgerschaft : Thierse begrüßt "Ja" der SPD

Bundestagsvizepräsident Thierse gibt sich erleichtert über die Entscheidung der SPD-Fraktion für eine Ehrenbürgerschaft des Liedermachers Wolf Biermann.

Berlin - Er finde es zudem nicht tragisch, dass es eine Diskussion gegeben hat. Biermann sei ein Mann scharfer Urteile, der auch provoziert und Widersprüche erzeugt. Wer austeilt, werde aber auch getroffen, sagte Thierse im Interview mit WDR-5-Morgenecho.

Thierse verteidigte gleichzeitig die Berliner SPD-Fraktion gegen Vorwürfe, sie habe zu lange mit ihrer Entscheidung gezögert. Der Vizepräsident des Abgeordnetenhauses, Uwe Lehmann-Brauns (CDU), habe den Vorschlag öffentlich gemacht und damit den Eindruck erweckt, dass er die SPD vorführen will und Zwietracht in der Regierungskoalition gesät werden soll.

Biermann kritisiert mit "gnadenloser Schärfe"

Hinzu komme, dass sich viele daran erinnern, mit welcher "gnadenlosen Schärfe" Biermann die rot-rote Koalition in der Hauptstadt verurteilt hat, betonte der SPD-Politiker. Auch das erzeuge "nicht gerade positive Emotionen".

Der Unions-Fraktionsvize Arnold Vaatz (CDU) äußerte sich ebenfalls erfreut über die mit großer Mehrheit getroffene Entscheidung der SPD-Fraktion. Die Berliner SPD sei zum Glück zuletzt noch zur Vernunft gekommen, sagte Vaatz der in Dresden erscheinenden "Sächsischen Zeitung". Er betonte: "Alles andere hätte Berlin vor der Geschichte zu einer Karikatur gemacht."

Für die Ehrenbürgerschaft Biermanns hatten am Dienstag 45 der 50 anwesenden Mitglieder der SPD-Fraktion gestimmt. Die Linkspartei/PDS bleibt grundsätzlich bei ihrer ablehnenden Haltung, will sich aber im Abgeordnetenhaus der Stimme enthalten. (tso/ddp)

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