Bilanz der Arbeitssenatorin : Dilek Kolat: Weniger Arbeitslose in Berlin

Arbeitssenatorin Dilek Kolat zog am Dienstag eine positive Bilanz. Die Arbeitslosenquote in Berlin sinkt.

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Dilek Kolat (SPD) ist Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen in Berlin.
Dilek Kolat (SPD) ist Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen in Berlin.Foto: Alexander Heinl/dpa

Arbeitssenatorin Dilek Kolat (SPD) hatte gute Laune, als sie am Dienstagnachmittag Bericht über das Arbeitsmarktprogramm „Berlin-Arbeit“ ablegte. „Nach vier Jahren ist die Bilanz positiv“, verkündete Kolat. Das Ziel des Programms sei es gewesen, „dass die Berlinerinnen und Berliner von der wirtschaftlichen Lage Berlins profitieren, und nicht nur die Zugezogenen“.

Seit Ende 2012 bis Ende 2015 habe sich die Zahl der Arbeitslosen um 30 000 reduziert, die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank um 13 000 und die der Jugendarbeitslosen um 6000. Die Arbeitslosenquote sank damit um 2,2 Prozentpunkte auf 10,1 Prozent. Damit waren am Ende des vergangenen Jahres in Berlin 184 000 Menschen ohne einen Job.

Besonderes Augenmerk legte Kolat auf die Langzeitarbeitslosen. Davon gibt es derzeit 60 000. Über ein Eingliederungsprogramm, das „Jobcoaching“, habe die Arbeitsverwaltung sich dieser angenommen. Kolat gab jedoch zu, dass die „ein schwieriges Feld“ sei. „Langzeitarbeitslose brauchen wegen individueller Hemmnisse etwas mehr Zeit, um wieder auf den Arbeitsmarkt zu kommen.“ Viele der Berufsqualifizierungsprogramme, die zum Beispiel vom Bund angeboten würden, seien nicht zielführend, kritisierte die Arbeitssenatorin.

"Die Betroffenen müssen sinnvoll beschäftigt werden"

Die unterschiedlichen Hemmnisse müssten zuerst abgebaut werden, bevor die Integration in den regulären, den sogenannten „ersten“ Arbeitsmarkt gelingen könne. Ansonsten stünden viele von ihnen nach wenigen Monaten wieder ganz am Anfang. „Wir müssen den Betroffenen sinnvolle Aufgaben anbieten, nicht sinnlose Beschäftigung.“ Das Programm sei von den Langzeitarbeitslosen gut angenommen worden. Kolat habe mit einer Zusagenrate von bis zu zehn Prozent gerechnet, letztlich nahm aber jeder Zweite teil, der die Möglichkeit erhielt.

Beim Blick nach vorn sieht Kolat vor allem zwei große Herausforderungen, die auf den Berliner Arbeitsmarkt zukommen werden. Das eine ist die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Viele derjenigen, die besonders im vergangenen Sommer nach Deutschland vor Krieg, Hunger und Verfolgung flüchteten, werden länger hier sein und arbeiten wollen. Nun gilt es, sie in reguläre Jobs einzugliedern.

Die andere große Aufgabe werde es sein, in der Stadt „die Arbeit 4.0“ erfolgreich zu gestalten. Berlin müsse einsehen, „dass die Digitalisierung nicht nur Einfluss auf die Industrie haben wird, sondern auf alle Bereiche des Berufslebens“.

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