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Bilanz des Baumblütenfests : Baumblütenfest: Mehr Besucher, weniger Strafanzeigen

Hunderttausende besuchten das Baumblütenfest, aber die Zahl der Anzeigen ging leicht zurück. Der Unfall eines Feuerwehrwagens am Freitagabend wirft aber immer noch Fragen auf.

von und Enrico Bellin
Darauf ein Prost! Die Zahl der Strafanzeigen beim Baumblütenfest war rückläufig. Foto: Manfred Thomas
Darauf ein Prost! Die Zahl der Strafanzeigen beim Baumblütenfest war rückläufig.Foto: Manfred Thomas

Das Baumblütenfest in Werder ist vorbei, die Beteiligten sind zufrieden. „Es war ein friedliches Familienfest und ich hatte persönlich den Eindruck, dass wir mehr Besucher hatten als im Vorjahr“, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU). Stefan Lindicke, Obstbauer und Geschäftsführer des Werderaner Obst- und Gartenbauvereins, sagt: „Wir hatten ein sonnenreiches Fest, das Wetter war stabil und für Besucher gut planbar.“ Der Besucheransturm habe sich daher gleichmäßiger auf die neun Tage verteilt.

Auch die Brandenburger Polizei größtenteils zufrieden. Karsten Schiewe, der den polizeilichen Einsatz der letzten Schwerpunkttage führte, sagte: „Auch in diesem Jahr war es wieder ein schönes Familienfest. Das Wetter stimmte, die Besucher feierten und unterstrichen damit den familiären Charakter des Festes. Aus polizeilicher Sicht verlief das Fest weitestgehend ruhig und friedlich.“ 

"Überwiegend alkoholbedingte Straftaten"

Insgesamt nahm die Polizei während des neun Tage dauernden Festes 196 Strafanzeigen auf. Die drei häufigsten Deliktsarten waren demnach Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, Körperverletzungen und Beleidigungen. Neun Polizeibeamte wurden leicht verletzt, teils durch "Widerstandshandlungen". 44 Personen nahm die Polizei in Gewahrsam, 205 Platzverweise wurden erteilt. Wenig überraschend heißt es: "Zum überwiegenden Teil waren die Betroffenen erheblich alkoholisiert."

Insgesamt bewege sich das Fest damit in etwa auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr, die Zahl der Straftaten war sogar rückläufig.

Auch die Bundespolizei ist zufrieden: 150.000 Menschen seien mit der Bahn insgesamt angereist, im Vorjahr waren es ähnlich viele. 100 bis 400 Bundespolizisten waren jeden Tag im Einsatz. Es sei zu "keinen wesentlichen Vorkommnissen" gekommen. Die Bundespolizei registrierte 59 Straftaten und konnte 60 Tatverdächtige festnehmen. Auch hier habe es sich "vor allem um alkoholbedingte Straftaten" gehandelt, die Hälfte waren Gewaltdelikte. "Das Gesamtstraftatenaufkommen blieb auf ähnlich niedrigem Niveau wie im Vorjahr."

Feuerwehrwagen touchierte Bierstand - fünf Verletzte

Der wohl spektakulärste Fall ereignete sich wohl am Freitagabend, als in der Eisenbahnstraße in Werder ein Feuerwehrwagen einen Bierstand zum Einsturz brachte. Der Wagen war auf der Fahrt zu einem Einsatz und touchierte mit seinem Außenspiegel das Vordach des Bierstandes. Das Dach brach daraufhin ab und stürzte in Teilen auf Festbesucher. Vier Besucher wurden dadurch so stark verletzt, dass sie in ein Krankenhaus gefahren werden mussten. Ein Mitarbeiter des Standes wurde leicht verletzt.
Warum es gegen 20.25 Uhr zu dem Unfall kam, ist derzeit unklar.

Der Fahrer des Feuerwehrfahrzeuges war alkoholisiert. Laut Polizeisprecher Heiko Schmidt hatte der 64-Jährige Werderaner 0,32 Promille Alkohol im Blut. „Ob diese Alkoholkonzentration ursächlich oder mitursächlich für den Unfall gewesen ist, wird untersucht“, so Schmidt. Dabei soll auch geklärt werden, warum die Feuerwehrfahrzeuge auf dem Weg zu einem Löscheinsatz in den Havelauen durch die Eisenbahnstraße fuhr, der Hauptmeile des Baumblütenfestes zwischen Bahnhof und Inselstadt.

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