Bilanz : Kein kurzer Prozess

Seit 2001 beschäftigt der Skandal um Klaus Landowsky und zwölf weitere Banker die Justiz - eine Chronik.

1994: Mit Zustimmung von CDU und SPD wird die landeseigene Bankgesellschaft Berlin gegründet.

1995: Der erste Immobilienfonds mit einem Volumen von einer halben Milliarde Euro wird aufgelegt. Die Inhaber der Immobilienfirma Aubis, Christian Neuling und Klaus Wienhold , spenden der Berliner CDU knapp 20 000 Euro. Wienhold übergibt das Geld in bar dem Hyp-Vorstand und CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky.

1996/97: Die Bankgesellschaft nimmt vor dem Hintergrund riskanter Immobilien- und Kreditgeschäfte Wertberichtigungen in Milliardenhöhe vor.

Januar 2001: Bei der Berlin Hyp tauchen Risiken aus einem 600-Millionen-Euro-Kredit an Aubis auf.

Februar 2001: Landowsky bestätigt, 1995 von Aubis-Managern eine Spende für die Berliner CDU erhalten zu haben.

März 2001: Landowsky tritt als Vorstandschef der Berlin Hyp zurück und gibt später auch seine Ämter im Abgeordnetenhaus und in der CDU auf.

Juni 2001: Bruch der CDU-SPD-Koalition. Das Land muss der Bankgesellschaft 1,7 Milliarden Euro Kapital zuschießen.

Sommer 2001: Die Staatsanwaltschaft erhebt 16 Anklagen.

2002: Das Land Berlin schirmt die Risiken der Bankgesellschaft mit einer Bürgschaft von 21,6 Milliarden Euro ab.

Ende 2004: Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen 14 Spitzenmanager wegen Untreue in besonders schwerem Fall.

Februar 2005: Zwei ehemalige Manager der Landesbank werden wegen Bilanzfälschung verurteilt. Joachim Zeelen wird zu 59 400 Euro, Ulf-Wilhelm Decken zu 90 000 Euro Geldstrafe verurteilt.

März 2005: Der Versuch der Berlin Hyp, vier ihrer früheren Top-Manager, Klaus Landowsky, Gerd-Ulrich Blümel, Jürgen Noack und Theo Schroth, auf Schadensersatz von fünf Millionen Euro zu verklagen, scheitert vor dem Kammergericht.

Juli 2005: Prozessbeginn gegen Ex-Berlin-Hyp-Chef Klaus Landowsky und zwölf weitere Ex-Manager wegen Untreue in besonders schwerem Fall im Zusammenhang mit den Aubis-Krediten.

März 2006: Das Landgericht stellt nach zwei Jahren den Prozess gegen den ehemaligen Aubis-Manager Klaus Wienhold wegen Betruges vorläufig ein. Der 56-Jährige gilt bis heute als nicht verhandlungsfähig. Straffrei bleibt auch der Ex-Aubis-Manager Christian Neuling; im Prozess wegen Steuerhinterziehung scheidet der 63-Jährige krankheitsbedingt aus.

März 2007: Das Landgericht verurteilt Landowsky und vier weitere Banker wegen Untreue bei der Aubis-Kredit-Vergabe zu Bewährungsstrafen von bis zu 16 Monaten.

2007: Die Bankgesellschaft wird für 5,3 Milliarden Euro verkauft.

März 2009: Der BGH weist die Revision Landowskys und vier weiterer Manager zurück. Landowsky ist jetzt vorbestraft.

Februar 2010: Das Kammergericht lehnt ein Hauptverfahren gegen Landowsky und weitere Ex-Manager der Bank wegen unrichtiger Bilanzangaben ab.

August 2010: Das Bundesverfassungsgericht hebt zum Vorwurf der Untreue Urteile des Landgerichts Berlin sowie des Bundesgerichtshofes gegen Klaus-Rüdiger Landowsky auf. (Tsp)

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