Berlin : Bilder des emigrierten Malers Georg Hausdorf zu sehen

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Die Gemälde erzählen eine Lebensgeschichte: Das Sommerbild eines märkischen Weizenfeldes in Pastell, die Havel in Öl, eine Hamburger Landungsbrücke in Kohle und Tempera. Spätere Werke des 1888 in Schlesien geborenen Künstlers Georg Hausdorf zeigen karibische Insellandschaften, Straßenszenen in New York. Hausdorfs Werk dokumentiert die Emigration des jüdischen Künstlers aus Berlin und sein Leben in den USA. Vierzig Jahre nach seinem Tod ist nun erstmals in Deutschland ein Teil des Hausdorf-Werkes in einer Ausstellung im Gotischen Haus in Spandau zu sehen: Gemälde, Skizzen, Radierungen und Aquarelle, die die Tochter des Malers "einer verschollenen Generation" (Katalog) zur Verfügung gestellt hat.

Die Landschaftsmalerei war Hausdorfs Stärke. Mit 16 Jahren konnte der Sohn einer deutsch-jüdischen Kaufmannsfamilie an ein Stipendium an der Breslauer Kunstakademie gelangen. Später studierte Hausdorf an der Hochschule der Künste in Berlin weiter. Er musste im Ersten Weltkrieg an die Front und lebte dann Anfang der 20er Jahre von Auftragsarbeiten in einer Wohnung am Tauentzien. Er spezialisierte sich auf Radierungen: In der Ausstellung sind ein Stillleben mit Chrysanthemen und eine Gebirgslanschaft aus dieser Zeit zu sehen. Hausdorf flüchtete 1939 in die Dominikanische Republik. Dort half er, die staatliche Escuela Nacional de Bellas Artes zu gründen. Auf seinen naturalistischen Gemälden sieht man Strände, Hütten und tropische Blumen in leuchtenden Farben und mit starken Kontrasten. Im Jahre 1948 wagte er noch einen Neuanfang und arbeitete erfolgreich in den USA, wo er als in Deutschland vergessener Künstler starb.Ausstellung des Kunstamts Spandau bis zum 3. Oktober, Gotisches Haus, Breite Straße 32.

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