Berlin : Bilder, die Geschichte machten

Die Fotogalerie c/o Berlin wird fünf und feiert

Ulrich Clewing

Das Angebot war verlockend, wenn auch an ungewöhnliche Auflagen geknüpft. „Wir konnten damals die gesamte Ausstellung bekommen“, erinnert sich der Fotograf Stephan Erfurt, „allerdings nur unter einer Bedingung: Wir mussten die Ausstellung nicht nur hängen, sondern vorher auch noch die Räume selber herrichten.“ Diese befanden sich im früheren Postfuhramt in der Oranienburger Straße, das im Jahr 1999 noch völlig leer war. Die Schau mit Werken aus der berühmten Fotoagentur Magnum wurde ein großer Erfolg – und Erfurt und seine Mitstreiter von c/o Berlin, der Architekt Ingo Pott und der Designer Marc Naroska hatten Blut geleckt.

Ein gutes Jahr später zog das ehrenamtliche Projekt um in die Linienstraße. „Ursprünglich wollten wir dort nur vorübergehend bleiben“, sagt Erfurt, „doch dann haben wir uns so in das Haus verliebt“. Seit fünf Jahren ist c/o nun sesshaft. Seither haben hier 25 Ausstellungen international renommierter Fotografen stattgefunden, wobei Erfurt seine eigenen professionellen Verbindungen spielen lassen konnte.

„Als kleine Privatinitiative sind wir in der Lage, schneller zu reagieren als eher schwerfällige größere Institutionen", sagt Erfurt. So konnte c/o Berlin zum Beispiel die Werke der Fotografin Margret Bourke-White präsentieren, die nach einer Schau in Italien auf dem Flughafen Rom bereit für den Rücktransport in die USA standen. Spontan gelang es Erfurt, Pott und Naroska, das Konvolut nach Berlin zu holen. Eine andere Ausstellung, an die sich Erfurt gern erinnert, war die Schau „James Nachtwey – War Photographer“ 2003/2004: „Das war unser internationaler Durchbruch.“

Im Moment sind bei c/o Berlin gleich zwei Ausstellungen zu sehen. „Born in the Sixties“, eine Gruppenausstellung mit wichtigen deutschen Fotografen der Jahrgänge 1960 bis 1969, sowie eine Schau mit Porträts der irischen Band U 2 des niederländischen Rockfotografen Anton Corbijn, die kurzfristig ins Programm genommen – und genauso kurzfristig noch bis Ende nächster Woche verlängert worden ist. Doch die Aktivitäten von c/o Berlin beschränken sich nicht auf Ausstellungen. Vorträge und die Veranstaltungen speziell für Kinder ergänzen das kulturelle Profil.

Fünf Jahre c/o in der Linienstraße sind ein Grund zum Feiern: „Wir sind einfach froh, dass es uns nach fünf Jahren überhaupt noch gibt“, sagt Erfurt, „das ist nicht selbstverständlich bei einer Non-Profit-Organisation“.

Sommerfest c/o Berlin, Linienstraße 144, heute ab 14 Uhr , dazu Musik, Imbiss und Getränke, von 14 bis 17 Uhr c/o Berlin Junior Spezial „Muster machen einfach Spaß“ für Kinder von 6 bis 14 Jahren

0 Kommentare

Neuester Kommentar