Berlin : Bilderleben

Der Maler Ernest G. Reuter wird 70

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STADTMENSCHEN

An der Haustür in der Danziger Straße steht „Privatgalerie“ und „Abendakademie“, und wer den Maler und Graphiker Ernest G. Reuter besucht, muss vier Treppen hoch steigen. Der Lohn: Wände voller Bilder aller Genres, stille Landschaften der erzgebirgischen Heimat, treffende Porträts, Aktzeichnungen – man spürt, dass der Mann, der gerade ins europäische „Who is who?“ gekommen ist, viel Talent besitzt und gute Lehrer hatte. Nicht nur Heisig, Tübke und Mattheuer, sondern auch José Renau, mit dem Reuter an monumentalen Wandbildern arbeitete. „Für mich ist der Mensch das Maß aller Dinge“, sagt der Künstler und meint nicht nur seine Menschendarstellung mit Pinsel und Stift, sondern auch die Weitergabe des Wissens und Könnens an jüngere Talente in der Volkshochschule und beim Privatunterricht. Der Mann mit dem englischen Vornamen (von seinem ausgewanderten Großvater) bietet in seiner „Abendakademie“ jungen Leuten eine klassische Ausbildung als Voraussetzung fürs Studium. „Ich bringe sie in die Spur, fliegen müssen sie alleine“, sagt der erzgebirgische Berliner. Für das malerisch wichtige Fach Anatomie steht übrigens mitten in der Wohnung ein Skelett. Nächster Plan: ein Zyklus „Mein Leben in Bildern“. Aber heute wird gefeiert – Ernest G. Reuter wird 70. Lo.

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