Berlin : Bilderstreit vor dem Amtsgericht

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Mindestens zehn große Ölgemälde des kürzlich verstorbenen Künstlers Siegward Sprotte beschäftigen seit gestern das Amtsgericht Tiergarten. Angeklagt ist eine Kulturmanagerin. Ihr wird vorgeworfen, entgegen einer Vereinbarung einen Bilderzyklus des Landschaftsmalers im Anschluss an eine Ausstellung in den Niederlanden für sich behalten zu haben. Der Verkaufswert pro Gemälde soll 10000 Euro betragen.

Die 58jährige Frau aber fühlt sich völlig unschuldig. „Er hat mir die Bilder geschenkt“, sagte sie immer wieder. Das sei im Juni 2000 gewesen. Die gelernte Erzieherin will in jener Zeit die Muse des mit 91 Jahren gestorbenen Künstlers gewesen sein. Sie habe ein sehr inniges, aber kein erotisches Verhältnis zu dem Maler gehabt. Die Gespräche mit ihr hätten ihn inspiriert. „Er sagte, er habe die Bilder nur malen können, weil er mich kennen gelernt hatte.“ Nach Version der Angeklagten wollte Sprotte das Geschenk vor seiner Ehefrau verheimlichen. Die 68-jährige Galeristin aus Sylt dagegen sagte, die Angeklagte habe ihren Mann sehr enttäuscht und hintergangen. Der Prozess wird in zwei Wochen mit der Befragung weiterer Zeugen fortgesetzt. K. G.

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