Bildertest : Lesung mit Psycho-Analyse

Im Tagesspiegel-Salon mit Bas Kast haben viele Gäste an einem Bildertest teilgenommen: Sie verfassten Geschichten zu vorgegebenen Bildmotiven - anschließend wurden die Geschichten von Bas Kast analysiert. Lesen Sie hier die Ergebnisse.

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Am 12. September las Tagesspiegel-Redakteur Bas Kast aus seinem Buch „Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft – die Kraft der Intuition“. Viele Gäste hörten nicht nur zu sondern nahmen auch an einem Bildertest teil, der von Psychologen der Harvard-Universität in Jahrzehnte langer Arbeit entwickelt wurde. Ziel des Tests ist es, unbewusste Bedürfnisse („Motive“), die in uns stecken, an die Oberfläche des Bewusstseins zu bringen. Dazu soll man zu verschiedenen Bildern kurze Geschichten mit Anfang und Ende schreiben.

Vor der Pause forderte Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt  im Salon dazu auf, den Test mitzumachen und zu einem der Bilder eine Geschichte zu schreiben – das taten dann tatsächlich so viele, dass nicht alle Geschichten vor Ort analysiert werden konnten. Das hat Bas Kast nachgeholt. Unten stehen nahezu alle Geschichten, die noch nicht am Abend selbst besprochen wurden.

Eine kleine Erläuterung zu den drei psychologischen Motiven, die der Test zu erfassen versucht. Sie lauten: Leistung, Bindung und Macht.

Beim Leistungsmotiv geht es darum, dass man sich selbst ein Ziel setzt und alles dafür tut, dieses Ziel zu erreichen. Typische Begriffe, die das Leistungsmotiv widerspiegeln, sind: gut, besser, schnell, effektiv usw. Ein Beispielssatz: „Er wollte unbedingt schneller sein als die Titanic.“ Für so einen Satz bekäme man einen Leistungspunkt. Je mehr man beim Motiv Leistung punktet, desto stärker hat man das Bedürfnis, sich selbst Ziele zu setzen, unabhängig zu arbeiten und schnelles Feedback über seine Leistung zu bekommen. Ein typischer Beruf, der Leistungsmenschen Spaß macht, wäre der des Firmengründers.

Beim Bindungsmotiv kreist alles um eine freundliche oder intime Beziehung, um Kontakt zu anderen Menschen um des Kontaktes Willen. Typische Begriffe, die das zum Ausdruck bringen, sind: Freund, Vertrauen, einsam, verlassen, Sehnsucht, Liebe usw. Beispielssatz: „Sie war traurig, dass er sie verlassen wollte.“ Bei manchen Menschen tauchen mehr Bindungspunkte auf als bei anderen. Diese Menschen blühen vor allem in Zweiersituationen (nicht unbedingt in großen Gruppen) auf, wenn sie mit einem ihnen sympathischen Menschen zusammen sind. Umgekehrt reagieren sie besonders sensibel, wenn sie von anderen abgelehnt werden. Ein klassischer Beruf, bei dem die zwischenmenschliche Beziehung die zentrale Rolle spielt, ist der des Therapeuten.

Das dritte Motiv ist das Machtmotiv. Macht heißt: Wirkung auf andere auszuüben und Spaß daran zu haben. Das muss nicht eine negative Wirkung sein: Anderen Rat zu geben oder zu helfen, stellt auch eine Machtausübung dar. Komiker üben Macht aus, wenn sie uns zum Lachen bringen. Lehrer haben Macht, wenn sie ihren Schülern etwas beibringen. Im Englischen heißt das Machtmotiv power motive. Menschen mit vielen Machtpunkten sind oft gut darin, andere zu überzeugen und für sich zu gewinnen. Typische Wörter in Machtgeschichten sind: überzeugend, stark, berühmt oder andere Begriffe, die einen Status umschreiben. Beispielssatz: „Der Passagier versuchte den Kapitän mit allen Mitteln davon zu überzeugen, dass er ihn – trotz Vollbesetzung – noch mit aufs Schiff nimmt.“ Typische „Machtberufe“: Top-Manager, Lehrer, Coach.

Jeder Mensch wird von einer Mischung aus allen drei Motiven angetrieben. Meist ist es aber so, dass ein oder zwei Motive stärker sind als andere (das kann sich während des Lebens auch immer mal wieder ändern).

Mit Hilfe des Bildertests lässt sich ein kleiner Einblick in diese Motive gewinnen, die uns im Alltag häufig gar nicht so bewusst sind – und doch unser Handeln im Hintergrund bestimmen. Eine ausführlichere Erklärung zum Bildertest findet man in Bas Kasts Buch „Wie der Bauch dem Kopf beim Denken hilft“.

Hier nun die Bildergeschichten der Salon-Besucher in zufälliger Reihenfolge:

Drei Geschichten der gleichen Person:

1) Passagier beschwert sich beim Kapitän, weil sein Schiff geschlenkert und gerollt ist. Er hält den Kapitän für unfähig, ein Schiff zu steuern [leistung: Kapitän ist unfähig, objektives Kriterium nicht erfüllt]. Der Kapitän, in seiner Ehre als Seemann gekränkt [Macht: Status in Frage gestellt], reagiert aggressiv. Er bedauert, den Passagier auf hoher See nicht ins Meer geworfen zu haben [macht: wirkung auf den passagier].

2) Eine Liebe ist zu Ende [bindung]. Die Frau will den Mann halten [bindung]. Er wendet sich angewidert ab, weil sie an Mundgeruch leidet, er außerdem eine andere hat [bindung].

3) Alte Frau, einsam, Mann und Kinder sind auf und davon [bindung]. Das einzige Enkelkind ist vor kurzem gestorben [bindung]. Sie weiß nicht, wovon sie leben soll; denn sie findet keine Arbeit mehr, hat auch keine Nachbarn [bindung?], weil sie als letzte Mieterin in einem Abrisshaus lebt.

Drei Geschichten einer Person:

1) Ein Mann verhandelt mit dem Kapitän – der Mann ist verzweifelt, sein Freund muss aus dem Land – heimlich. [bindung/macht] Der Freund wird von der Polizei gesucht für einen Mord, den er nicht begangen hat. Der Freund deckt seinen Bruder, dem er sein Leben verdankt [bindung/macht]. Der Kapitän findet alles sehr riskant, kennt aber die Familie des Freundes und will helfen, allerdings auch gut bezahlt werden. [bindung/macht: mischung aus beidem, weil es einerseits darum geht, aus freundschaft etwas zu tun, andererseits darum, andere zu täuschen und decken und nicht alles rein aus freundschaft geschieht]

2) Die Frau des Freundes fleht ihren Mann an, nicht zu gehen. [bindung] Sie kann sich ein Leben ohne ihn nicht vorstellen. [bindung] Er wendet sich ab. [bindung: alles dreht sich um die beziehung und die angst vor der trennung]

3) Die Frau des Freundes: Sie geht zu einer Giftmischerin, sie will lieber sich und ihren Mann töten als ohne ihn zu leben. [bindung/macht]

Zwei sehr knappe Geschichten der gleichen Person:

1) Der Kapitän fordert sein Gegenüber auf, eine Vereinbarung, die vor dem Reiseantritt getroffen wurde, einzuhalten. [macht]

2) Die Frau will ihren Partner überreden, sich nicht von ihr zu trennen. [entweder macht oder, wenn es letztlich das motiv ist, eine intime beziehung aufrechtzuerhalten um der beziehung willen, dann bindung]

Drei Geschichten einer Person:

1. Kapitän: „Es tut mir sehr leid, ich kann Sie nicht mitnehmen!“ „Das wird Ihnen noch leid tun“, antwortete der Mann mit dem Hut [macht]. Er hatte Recht: Die Titanic überlebte ihre Jungfernfahrt nicht.

2. Ächz! Frauen reden zuviel, wenn die Beziehung am Ende ist [bindung?]. „Klappe“, schreit der Regisseur, die Fortsetzung drehen wir, wenn sich die zwei hier wieder normal verständigen können ...

3. Marie Curie wurde in einer Abendgesellschaft gebeten, an der Medikamentenprobe teilzunehmen: ein Pulver, das Kopfbeschwerden lindern soll. Sie nimmt das Pulver und reagiert voller Bosheit auf die Bitterkeit dieses Wunderpulvers. In wortreichem Zorn [macht] verdammt sie die „Pillendreher“ – und geht. In dieser Nacht kamen ihr die Erkenntnisse der unsichtbaren „Strahlung“ der Pechblende [leistung]. Das „Pulver“, das ihr zuvor angeboten wurde, ist als „Aspirin“ in die Welt gegangen ...

[bisschen schwer, in diesen geschichten die klassischen motive zu identifizieren]

Weitere Geschichten zum Kapitänsbild:

Es war der allerletzte Moment. Sie waren schon so lange hinter ihm her [macht]. Luigi schaute sich hektisch um. Er wusste, die waren knapp hinter ihm [macht]. Da, da erschien das Schiff vor ihm. Er atmete auf. Nur noch wenige Schritte. Plötzlich wurde er gestoppt [macht]. Der Kapitän des Schiffs stellte sich ihm energisch in den Weg [macht]. „Mein Freund“, sagte er. Luigi blickte hektisch um sich. „Mein Freund“, setzte er noch mal an, „an jedem anderen Tag hätte ich dich mitgenommen, aber heute geht es nicht.“ Luigi hielt die Luft an. „Denn heute, heute findet zum ersten mal der Tagesspiegel-Salon auf diesem Schiff statt.“ Luigi wusste Bescheid. „Und da du bei dem letzten Salon deine schriftliche Aufgabe nicht gemacht hast, bist du dieses Mal nicht dabei.“ [macht]

Morgen soll das Schiff abfahren. Jedoch – der Kapitän hat sich unsterblich verliebt und will nicht fahren [bindung]. Auf dem Bild sehen wir, wie er seinen ganzen Charme und seine finanziellen Möglichkeiten anwendet, um seinen alten Freund Ede davon zu überzeugen [macht: wirkung auf andere], das Steuer für ihn zu übernehmen. Sie haben die gleiche Schuhgröße, der Kleidertausch ist schnell vollzogen [macht: die protagonisten haben einen informationsvorsprung und täuschen die anderen, was ihnen auch zu gelingen scheint, erfolgreiche wirkung auf andere]. Ede heißt der neue Kapitän, morgen geht’s los. Der Liebende bleibt an Land [bindung: sein motiv dazubleiben ist die liebe].

„Sie sind also Auswanderer? Ohne das erforderliche Geld bekommen Sie kein Ticket!“ – „Alle Möglichkeiten liegen für mich in der Neuen Welt – ich fahre, ich reise, komme, was wolle. [leistung? Will unbedingt ein selbstgesetztes ziel erreichen] Ich habe Abschied genommen von einer Frau, die ich nicht liebe. [bindung] In meiner Erinnerung habe ich mein gesamtes Vermögen von einer alten Frau in einer kleinen Flasche bekommen – ein Cent. Das ist mein Kapital – darin liegt meine Kraft. Sie bekommen, Herr Kapitän, diese kleine Flasche am Ende der Reise; zwischendurch arbeite ich an Deck, unter Deck, reinige ...“ [leistung: tut alles für sein ziel, die neue welt zu erreichen]

Der Reeder drängt den Kapitän [macht: wirkung auf andere] zu einer Schiffshavarie zwecks Erlangung einer Versicherungsentschädigung (Versicherungsbetrug) [wieder macht], denn er ist fast pleite und kann den Kapitän nicht mal bezahlen für die Tour. Der Kapitän sucht nach Lösungen aus der verzweifelten Situation ... Zu beiderlei Vorteil schlägt er vor: (1) das Schiff zu verkaufen / versteigern und den Erlös zu teilen, (2) ein Double auf die gefährliche Fahrt zu schicken [macht: täuschen von anderen]

Ein sehr reicher [macht: status] Gauner möchte für seine Familie eine bessere Kabine [nicht ganz klar, ich würde sagen macht. „besser“ ist zwar oft mit leistung verbunden, aber in diesem zusammenhang scheint mir die bessere kabine auf status abzuzielen / auch tut er es für seine familie, das wäre ein bindungsmotiv, aber der zusammenhang scheint mir am ehesten machtbezogen] auf dem Schiff nach Übersee und versucht, den Kapitän zu bestechen [weil auch das macht ist: einfluss auf andere]. Dieser macht deutlich [macht: wirkung auf andere], dass es fast unmöglich ist, diesen Wunsch zu erfüllen. Er zählt auf, wie viele Personen des Personals er beteiligen müsste, um Erfolg zu haben. Er zählt immer neue Funktionen auf, neues Personal, das teilhaben müsste. [macht: alles versuche, den passagier zu überzeugen]. Zum Schluss muss selbst der reiche Gauner passen. Aber er hat Respekt [macht: wirkung] vor den Künsten des Kapitäns zu feilschen. Er bietet ihm eine lukrative Position [macht: status] in seiner Organisation an.

Der Kapitän wurde gerufen, weil es Missverständnisse bezüglich der Teilnahme dieses Gastes gab, der darauf bestand, an der Fahrt teilzunehmen. Der Kapitän macht dem Mann klar [macht: überzeugung], dass er wegen fehlender Unterlagen nicht an der Fahrt teilnehmen kann.

Es ist die Zeit der Auswanderungen. Herr M. sucht für seine Familie [bindung] dringend eine Möglichkeit, noch mit diesem Schiff mitzukommen. Gott sei Dank war der Kapitän ein alter Bekannter [bindung]. Er sagte: „Schlag ein, ich bring sie rüber! Aber dafür schuldest du mir was.“ Was für eine Erleichterung für M.! [bindung]

Es war einmal ein Mann, der wollte Kapitän werden [leistung: eigenes ziel, auf das man hinarbeiten will]. Er wurde es auch [ziel erreicht, im grunde wieder leistung]. Er erreichte sogar den Status [macht], dass er befugt wurde, Menschen zu einem Kapitän auszubilden [macht: wirkung auf andere]. Doch einer seiner fertig Ausgebildeten machte ihm Konkurrenz [macht: status], das sah er gar nicht gern. So eskalierte ein Streit an Bord und er verwies den Ausgebildeten vom Schiff [macht]. Später setzte er seine Reise als Kapitän alleine fort und erntete dafür nur Hohn und Spott [macht]. Das war die Geschichte eines einst erfolgreichen [leistung/macht – da hier vor allem in zusammenhang mit konkurrenz und wirkung auf andere, würde ich eher sagen: macht] Kapitäns.

Kurz vor der Abreise des Kreuzfahrers trifft ein Passagier verspätet am Kai ein. Der Kapitän, schon verärgert über das sich daraus ergebende verspätete Ablegen des Schiffs [je nachdem, warum dem kapitän das so wichtig ist, würde ich sagen am ehesten leistung: ein eigenes ziel wird verhindert], spricht den Passagier an. Er macht ihm erregt klar [macht], dass sich dies auf der weiteren Fahrt nicht wiederholen darf, weil sich sonst finanzielle Konsequenzen wegen der erhöhten Haufengebühren ergeben würden. Im scharfen Ton [macht] bringt er seine Forderung vor. Der Passagier ist etwas erstaunt, da er diese Konsequenzen nicht gesehen hat. Mit dem Versprechen, sich zukünftig an die Vorgabe der Schiffsführung zu halten [macht: wirkung des kapitäns], begibt er sich dann auf das Schiff. Das Ablegemanöver kann beginnen.

Der Passagier fragte den Kapitän, ob es noch eine Außenkabine gäbe. Anteilnahmsvoll [bindung] erklärte der Kapitän, dass er dafür nicht zuständig sei. Auf alle Fälle solle er sich aber für den nächsten Landausflug anmelden, zu den historischen Ausgrabungsstätten der Mayas. Der Herr mit dem Hut bedankte sich. [bindung]

Ein Mann versuchte den Kapitän davon zu überzeugen [macht], als blinder Passagier mitgenommen zu werden. Der Kapitän fühlt sich außerstande. Seine Erklärungen [macht] werden zurückgewiesen [macht]. Er muss Drohungen gegen seine Person und sein Schiff hinnehmen. [macht]

Der Mann mit Hut hat kein Geld für die Schiffspassage – er versucht den Kapitän zu überreden [macht]. Der italienische Kapitän erklärt immer wieder [macht], dass das Billet nur gegen Entgelt zu bekommen ist. Aber letztlich schafft es der Mann doch [macht: er schafft es, den kapitän zu überzeugen].

Al Capone verhandelt [macht] mit dem Kapitän. Die geschmuggelten Alkoholbestände sind während der Überfahrt merklich geschmolzen. Der Kapitän verhandelt um sein Leben [macht]. Im Hintergrund stehen Ganoven mit Maschinenpistolen [mit großer wirkung auf den kapitän: macht]. Er bekommt eine letzte Chance [macht].

Vor der Abfahrt eines Kreuzfahrtschiffes wird der Kapitän von einem Passagier gefragt, ob es möglich ist, noch einen Platz in seiner Kabine einer Dame zur Verfügung zu stellen, die er auf einen Landausflug kennen gelernt habe [bindung]. Der K. verhandelt über die Summe [macht], die er als „Handgeld“ erwarte und lässt die „Dame“ die Reise antreten. Die beiden verlebten wundervolle Tage an Bord [bindung].

Junge, als erfahrener Kapitän kannst Du’s mir glauben – die Seefahrt muss gelernt sein! Der technische „Krom“ ist ja gut und schön, aber die Intuition ist doch das, worauf man sich mit 70 Jahren so rrrrichtig verlassen kann [nicht ganz klar, aber am ehesten leistung]. Ok. Nachts kommen noch die Sterne dazu – aber die brrraucht man auch noch in anderen Situationen, aber davon dann später mal bei einem Gläschen ... mehr!

Am Kai erwartet den Kapitän der Einwanderungsoffizier – auf der Jagd nach blinden Passagieren [macht: jagen]. Es ist höchste Alarmstufe – denn bei den blinden Passagieren handelt es sich um Al-Qaida-Terroristen. Bombendetonationen erschüttern seit Tagen die Bevölkerung. Der Kapitän versichert jedoch, dass auf dem ganzen Schiff keine blinden Passagiere an Bord waren [macht: überzeugungsversuch].

-Kreuzfahrt

-Passagiere befinden sich auf Landausflug

-Der Mann will als neuer Passagier mitfahren

-Kapitän erklärt ihm, dass das viel koste [macht]

-Der Mann bietet an, als Künstler die Passagiere zu unterhalten anstatt zu zahlen [zweimal macht: sowohl überzeugungsversuch als auch unterhaltung von anderen zielt auf wirkung]

-Kapitän willigt ein und nimmt ihn mit

Der freundlich blickende [bindung] Kapitän macht dem Passagier, der in die Neue Welt emigrieren möchte, klar, dass, auch wenn er ihm sehr sympathisch [bindung] ist, er leider diese Reise nicht antreten kann.

Der Ozean-Dampfer ist restlos ausgebucht. Der Mann mit Hut will noch mit an Bord, aber er hat kein Ticket mehr gekriegt. Da er total Stress gemacht hat, weil er unbedingt mit will, musste der Kapitän geholt werden, um dem Herrn nun höchstpersönlich klipp und klar zu machen [macht], dass es unmöglich ist, dass er mitfahren kann, weil die Bestimmungen und die strengen Sicherheitsregularien eine Überbelegung des Schiffes nicht zulassen.

Mann fragt in New York Kapitän nach Überfahrt. Will alte Beziehung neu entfachen [bindung]. Nach dem Treffen wendet er sich melancholisch gestimmt ab. Sitzt  in einer Bar und hört einen alten Bluessänger zu.

Hamburg, 1935 – mein Urlaub stand an. Ich bin alt geworden und wollte in meinen Jugenderinnerungen wühlen. Jahrelang bin ich zur See gefahren, allerdings nur auf kleinen Schiffen. Und da lag sie nun, die Queen Mary! Vieles habe ich nicht erreicht und doch nichts bereut. Mit einem Lächeln hörte ich dem Kapitän zu, was ich wohl doch versäumt hatte. [schöne beschreibung, aber: kann kein klares motiv erkennen, wehmut ja, aber keines der drei klassischen motive des bildertests]

Der Mann, der mit dem Rücken zu uns steht, hat vor lauter Aufregung und Freude über die Ankunft seinen Koffer an Bord vergessen. Nach wenigen Minuten fällt ihm sein Missgeschick auf und er bittet den Kapitän um Hilfe [macht]. Dieser zeigt sich im ersten Moment leider nicht sehr hilfsbereit, weil er sich auch noch um andere sozusagen wichtigere Dinge kümmern muss [macht]. Nach einer kurzen aber überzeugenden [macht] Unterhaltung lässt der Kapitän den vergesslichen Passagier zurück an Bord.

Geschichten zum Bild des Paars

Ein letztes „Geh nicht!“, rief sie ihm hinterher, während sie ihn mit ihrer letzten Kraft zurückzuhalten versuchte  [bindung]. Doch auch diese von ihrer Hilflosigkeit gezeichnete Geste konnte seine Entschlossenheit nicht zu Grunde bringen. Wie lange hatte sie gefleht und gehofft. Wie lange hatte sie gebetet und gebettelt [bindung: es geht ihr darum, die beziehung aufrechtzuerhalten]. Seine Entscheidung stand fest und auch die letzte Karte in Richtung Freiheit hatte er bereits unter Einsatz immenser Kraft und beinahe seines Lebens erhalten. Als er fort war und ein Leben ohne ihn für sie sinnlos erschien [bindung] und das ewig erwartete Lebenszeichen seinerseits sie nicht erreichte, nahm sie sich mittels des Giftes, das ihr die alte Dame vor langer Zeit verabreicht hatte, das Leben, in der Hoffnung, die Liebe ihres Lebens so in einer anderen Welt wieder finden zu können [bindung: es geht ihr darum, mit ihm zusammenzusein, egal wo].

Paar in Konfliktsituation [bindung]. SIE sucht das Gespräch, Erklärungen [bindung] ... ER möchte weg, keine Diskussion, wirkt abweisend [bindung: angst vor abweisung], brüsk [macht]

„Kannst du mir nicht mal zuhören? Immer läufst du weg ... du weißt doch, wie wichtig mir das ist!“ Sie versuchte ihn festzuhalten, doch wie schon so häufig, gelang es ihr wieder nicht. Sie war genervt. „Nein, nicht schon wieder!“, dachte er. „Bloß weg hier, das kann ich nicht schon wieder ertragen ...“ Sein Herz wollte zerspringen, der Schmerz war einfach zu stark. Er drehte sich weg. [mehrere bindungsmotive: alles scheint sich um eine intime beziehung zu drehen, diese festzuhalten und um angst, sie zu verlieren]

„Johnny, bleib hier. Tu’s nicht. Gegen ihn hast du keine Chance.“ Claire versuchte vergeblich, Johnny zurückzuhalten [aus welchen motiven? nicht klar, am ehesten würde ich sagen: bindung]. Johnny hatte IHN gesehen und niemand würde ihn davon abhalten können, IHN kalt zu machen [macht]. Seine Chance war gekommen.

Sie: Bitte, bitte, geh nicht!

Er: Ich muss, sonst bringt er alle um [macht]

Sie: Bleib bei mir [bindung?], du wirst es nur schlimmer machen ...

Er: Ich muss ...

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