Bildung : Körting will stärker gegen Schulschwänzer vorgehen

Berlins Innensenator Körting will besonders ärmeren Familien die Attraktivität von Bildung stärker vermitteln, um Schulschwänzen zu bekämpfen. Außerdem fordert er einen besseren Datenaustausch zwischen den Behörden.

Berlin Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) fordert angesichts der vielen Schulschwänzer einen besseren Austausch von Informationen. Nötig seien zentrale Register und ein Datenaustausch zwischen Behörden. "Wir brauchen einen stärkeren Datenaustausch - übrigens auch über Kriminalität - als wir ihn bisher haben. Auch zwischen Jugendamt und Polizei", sagte der Senator im ZDF.

Es sei "höchst kompliziert" für die Polizei, bei den Schulen jugendliche Straftäter zu melden. "Da beißt sich der Datenschutz in den Schwanz." Die jeweiligen Behörden seien jedoch bemüht, "einen Datenverbund zu erreichen".

Körting: Schulschwänzen ist ein "Sozialschichtenproblem"

"Schule schwänzen allein macht nicht kriminell. Aber es ist natürlich so, dass Menschen, die keine Bildungsperspektive haben, höchstwahrscheinlich auch leichter anfällig sind, Grenzen zu überschreiten", betonte Körting.

Das Schulschwänzen ist nach Ansicht des Senators ein "Sozialschichtenproblem". Insbesondere Kinder aus ärmeren Schichten und Migrantenfamilien verweigerten den Unterricht. Geldbußen gegen die Eltern bewirkten wenig. "Ich kann bei einem 'Hartz-IV'-Empfänger nicht mit 5000 Euro Geldbuße etwas erreichen". Um das Problem zu lösen, müsse die "Attraktivität von Bildung" deutlicher vermittelt werden, insbesondere an Eltern mit Migrationshintergrund. (ho/ddp)

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