Bildung : Schlechtes Deutsch trotz Kitabesuchs

Das kostenlose Kitajahr hat offenbar in diesem Jahr noch keine Wirkung gezeigt. Die Sprachdefizite der Schulanfänger stagnieren weiter auf hohem Niveau.

Das zeigen die aktuellen Ergebnisse des Sprachtests Deutsch plus, die jetzt bekannt wurden. Demnach sprechen 23 Prozent der künftigen Erstklässler so schlecht Deutsch, dass sie vor der Einschulung noch einen Sprachkurs machen müssen. Im vergangenen Jahr, als das letzte Kitajahr vor der Einschulung noch nicht kostenfrei war, lag der Anteil bei 24 Prozent. Özcan Mutlu von den Bündnisgrünen nannte die Zahlen „erschreckend“.

Insgesamt waren über 25 000 Kinder getestet worden, von denen 5800 eine intensive Sprachförderung benötigen. Von ihnen haben 70 Prozent einen Migrationshintergrund, die anderen stammen aus deutschsprachigen Elternhäusern. 365 Kinder besuchten keine Kita. Dies entspricht etwa sechs Prozent der künftigen Erstklässler. Auffallend ist, dass die von Rot-Rot beschlossene Beitragsfreiheit des letzten Kitajahres vor der Einschulung nicht viel änderte: Vorher lag der Anteil der Kinder, die bis zur Einschulung zu Hause bleiben, etwa genauso hoch.

Die Tatsache, dass tausende Kinder trotz Kitabesuchs schlecht Deutsch sprechen, belegt für Mutlu, dass die Förderung in den Kitas noch nicht optimal läuft. Seine Fraktion hat erst im Februar den Antrag gestellt, die Sprachförderung in Schulen und Kitas zu evaluieren und die Arbeit der Erzieherinnen in diesem Bereich zu „professionalisieren“. Hier werde noch nicht genug getan.

Die Ergebnisse von „Deutsch plus“ gab Bildungs-Staatssekretär Eckart Schlemm (SPD) am Donnerstag im Schulausschuss bekannt. sve

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