Bildung : Streit über Kurszuwachs am Gymnasium

Nach dem beschlossenen Stundenmehraufwand für Gymnasiasten äußern Kritiker rechtliche Bedenken. Befürchtet wird, dass Sekundarschüler künftig besser abschneiden werden.

Dass Gymnasiasten künftig bis zu sieben Kurse mehr belegen müssen und so 33 Stunden Unterricht pro Woche haben werden, löste teilweise empörte Reaktionen aus. Wie am Dienstag bekannt wurde, ist diese Stundenzahl nötig, damit das gymnasiale Abitur bundesweit anerkannt wird. Gymnasiasten müssten insofern auch mehr Kurse ins Abitur einbringen als Sekundarschüler, beklagte Ralf Treptow von der Vereinigung der Oberstudiendirektoren. Es sei verfassungsrechtlich fragwürdig, dass die Gymnasien damit eine andere Abiturberechnung hätten als Schulen mit dreijähriger Oberstufe. Es sei zu erwarten, dass sich die durchschnittliche Abiturnote an Gymnasien in den kommenden Jahren verschlechtern werde, während sie an Sekundarschulen gleich bleibe.

FDP-Bildungsexpertin Mieke Senftleben sagte, die Nachricht sei „gelinde gesagt eine Frechheit“. Man habe die Stundenzahl frühzeitig thematisiert, Bildungssenator Zöllner (SPD) jedoch habe das Thema lange heruntergespielt. Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus Sascha Steuer sagte, die Stundenpläne der Gymnasiasten müssten nun aufgeblasen werden, um den Standards der Kultusministerkonferenz (KMK) zu genügen. Özcan Mutlu, Bildungsexperte der Grünen, forderte den Senat auf, nach Lösungen zu suchen, um die zusätzliche Belastung der Abiturienten an Gymnasien so gering wie möglich zu halten. „Dafür muss der Senator in der KMK die Weichen stellen“, so Mutlu. pth

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