Berlin : Bildungsreform: Reformfreude in allen Ländern

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Kategorisch 13 Jahre zum Abitur - diesen Weg geht inzwischen kein Bundesland mehr. Zumindest Schnellläuferzüge, die in 12 Jahren zum so genannten Expressabitur führen, sind überall in Planung oder längst eingeführt. Außerdem haben die meisten Bildungsministerien Interesse an einem Mischmodell zwischen zentralem und dezentralem Abitur bekundet.

Besonders reformfreudig sind die Länder mit dezentralem Abitur. Sie diskutieren zurzeit sämtlich über eine Hinzunahme zentraler Prüfungsaufgaben. Dagegen sind in der Riege der Länder mit zentralem Abitur nur Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen an einer Mischform interessiert.

Drunter und drüber geht es bei der Schulzeitverkürzung. So will etwa die Schweriner Landesregierung wegen der großen Widerstände zurück zu 12 Jahren, obwohl sie erst unlängst auf 13 verlängert hatte. Sachsen-Anhalt hat an 15 Schulen die Mainzer Studienstufe eingeführt, also die Straffung der Oberstufe um drei Monate. Auch Niedersachsen und Schleswig-Holstein scheinen offen für dieses Modell. Generell in 12 Jahren kann man das Abitur zurzeit in Sachsen und Thüringen erreichen.

Dass Berlin und Brandenburg bei dem Thema ordentlich mitdiskutieren, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie aufgrund ihrer sechsjährigen Grundschule wesentlich schlechtere Ausgangsbedingungen haben. Denn ein Abitur nach 12 Jahren hieße: Nur sechs Jahre Gymnasium, während etwa in Bayern die Abiturienten neun Jahre vorweisen können. Die Sonderrolle wird noch dadurch verschärft, dass sich Bremen und Niedersachsen gerade von ihrer Orientierungsstufe lösen und wieder mit der fünften Klasse auf den Gymnasien beginnen wollen.

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