Bildungsstadtrat : Marzahn-Hellersdorf macht Schule zur Chefsache

Es zeichnet sich ab, wer künftig in den Bezirken die schulischen Geschicke lenken wird. Zwar haben sich die Bezirksämter noch nicht konstituiert - doch einige Personalien stehen schon so gut wie fest.

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In den Bezirken stellt sich nach und nach heraus, wer in den kommenden fünf Jahren für die Schulpolitik verantwortlich sein wird.
In den Bezirken stellt sich nach und nach heraus, wer in den kommenden fünf Jahren für die Schulpolitik verantwortlich sein wird.Foto: dpa

Ein besonderes Signal gibt es aus Marzahn-Hellersdorf: Hier wird Schule zur Chefsache, denn der alte und neue Bildungsstadtrat Stefan Komoß (SPD) soll gleichzeitig Bezirksbürgermeister werden. Am Dienstag wird im Schloss Biesdorf die entsprechende Vereinbarung der Zählgemeinschaft von SPD, CDU und Grünen unterzeichnet. Die Örtlichkeit wurde mit Bedacht gewählt, betont Komoß. Als auch äußeres Zeichen dafür, dass am östlichen Stadtrand etwas Neues passiert: Die bislang stark von der Linkspartei und deren Vorgängern geprägte Bezirksverwaltung geht mit dem Sozialdemokraten Komoß und der neuen Zählgemeinschaft ihrer ganz eigenen Wende entgegen. Komoß ist erst seit 2007 in der Politik.

Nicht weniger Respekt als Komoß hat sich der Bildungsstadtrat von Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann (SPD) verschafft. Auch er wird deshalb Bürgermeister. Sein ehemaliges Ressort übernimmt Elfi Jantzen (Grüne). Sie bekommt den Bereich Umwelt dazu.

Zwei alte Vertraute will die CDU erneut ins Rennen schicken. In Reinickendorf wird wohl Kerstin Schultze-Berndt weiter das Schulamt leiten. „Es ist ein unbeliebtes Ressort, aber man kann vieles gestalten“, findet sie. In Spandau könnte es wieder auf den bisherigen CDU-Bildungsstadtrat Gerhard Hanke hinauslaufen. Der dritte Berliner CDU-Schulstadtrat muss erstmal gehen: Die CDU in Tempelhof-Schöneberg hat Dieter Hapel nicht mehr aufgestellt. SPD und Grüne bilden hier eine Zählgemeinschaft. Wer das Ressort leiten soll, ist noch nicht bekannt, was auch für Treptow-Köpenick gilt: Dirk Retzlaff wurde nicht wieder nominiert. Der 51jährige ehemalige Lehrer war seit 1992 mit einer Unterbrechung Stadtrat – erst für die PDS und ab 2006 für die SPD. „Schade, dass er geht. Er war so unkonventionell und erfrischend“, hieß es am Montag bedauernd aus dem Rathaus.

Auch in Steglitz-Zehlendorf gibt es einen Wechsel. Die Grüne Anke Otto geht in Pension. Als eine mögliche Nachfolgerin wird die bisherige Jugendstadträtin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) genannt, aber auch die Grünen haben Ansprüche angemeldet. Die Zählgemeinschaft wird erst Ende der Woche feststehen.

Weiter ist die SPD in Mitte. Der bisherige BVV-Vorsteher Ulrich Davids (SPD) wurde für das Ressort Schule, Sport, Jugend und Facility Management nominiert. Selbst die CDU lobt diese geplante Besetzung.

In Lichtenberg ist noch vieles unklar. Das Bezirksamt soll hier erst am 10. November gewählt werden. Die SPD hat entschieden, dass sie die bisherige Bildungsstadträtin Kerstin Beurich wieder im Bezirksamt sehen will. In welchem Ressort, ist noch offen: Zwei gehen an die Linke, zwei an die SPD und eines an die CDU. Bei der Zählgemeinschaft in der BVV sind die Grünen Zünglein an der Waage.

Als gesetzt gilt in Neukölln Franziska Giffey. Die Sozialdemokratin hat das Bildungsressort 2010 von Wolfgang Schimmang (SPD) übernommen und sich viel Respekt erarbeitet. Gute Chancen, auf ihrem Posten zu bleiben, hat auch Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) in Pankow. Das Gleiche gilt für Monika Herrmann (Grüne) in Kreuzberg-Friedrichshain.

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