Berlin : Bildungsstätten: Von der Krippe bis zum Abitur - alles vor Ort

Rainer W. During

Der Unterricht wurde bereits nach den Sommerferien aufgenommen. Gestern übergab Bauminister Reinhard Klimmt (SPD) den beiden Rektoren Irmgard Schadach und Udo Gerrmann offiziell die Schlüssel für die neue Grundschule und das Gymnasium in der Landstadt Gatow. Von der Eröffnung der Bildungsstätten versprechen sich die Politiker auch einen Aufschwung für die sich bisher nur zaghaft entwickelnde Großsiedlung auf dem ehemaligen Flugplatz Gatow am Ritterfelddamm.

Knapp 16 Monate nach der Grundsteinlegung sind erst 160 der geplanten 1200 Einfamilien- und Reihenhäuser des größten Wohnungsbauprojektes des Bundes in Berlin fertiggestellt. Ursprünglich für Hauptstadt-Umzügler aus Bonn reserviert, werden die Immobilien längst auf dem freien Markt angeboten. Voll erschlossene Einzelgrundstücke sind zum Quadratmeterpreis von 500 Mark zu haben.

Erst 124 Schüler besuchen die 29. Grundschule, die bis zu 540 Jungen und Mädchen aufnehmen kann. Dagegen erfreut sich die aus Hakenfelder Mietsräumen in den Kladower Neubau umgezogene Hans-Carossa-Oberschule mit 830 Jugendlichen regen Zuspruchs. Um den Bonnern den Umzug zu erleichtern, wird sie als Gymnasium ab der 5. Klasse geführt. Alle 60 Klassen- und Fachräume sind voll verkabelt und verfügen über einen eigenen Internetanschluss.

Im Rahmen eines Versuches bietet die Oberschule von der 7. bis zur 10. Klasse parallel zum Religionsunterricht das Wahlpflichtfach Ethik/Philosophie an. Sie sei damit richtungsweisend für alle anderen Berliner Bildungsstätten, betonte der evangelische Bischof Wolfgang Huber, der den Festvortrag hielt.

Mit 57 Millionen Mark lagen die vom Bund finanzierten Kosten für den Schulkomplex deutlich unter dem Ansatz. Zusammen mit einer bereits zuvor eröffneten Kindertagesstätte ist jetzt "von der Krippe bis zum Abitur alles vor Ort", betonte Reinhard Klimmt. Mehrzwecksporthalle und Veranstaltungssaal sollen außerhalb der Unterrichtszeiten auch von Vereinen und Institutionen genutzt werden können. Mit dem Neubau wurde auch der jahrzehntelange Mangel eines Gymnasiums im Spandauer Süden beseitigt. Bereits vorhandene Investoren und Einzelbauherren sowie künftige Erwerber würden in der Landstadt Gatow von Anfang an eine funktionierende Infrastruktur vorfinden, sagte der Minister.

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