Billig wohnen : Schlüsselerlebnis für Studenten

Die Wohnungsbaugesellschaft Degewo wirbt um junge Mieter mit wenig Geld. Die Aktion heißt "Zwei Semester, halbe Miete".

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Heimvorteil. Die Cousins Axel Perenz und Max Beier gehören zu den Jungmietern, denen die Degewo eine Starthilfe gibt.Foto: Uwe Steinert

Berlin„Raus aus der Provinz“, freut sich Max Beier. Sein 20-jähriger Cousin Axel Perenz und er haben gerade die Schlüssel für ihre gemeinsame Wohnung bekommen. Aus dem brandenburgischen Werder geht’s nun in die Großstadt, und das für nicht allzu viel Geld: Die 70 Quadratmeter kosten 250 Euro Warmmiete. Das geht mit der Aktion „Zwei Semester, halbe Miete“ der Wohnungsbaugesellschaft Degewo, die junge Leute wie Max und Axel fürs Wohnen in Wedding begeistern will. Denn das neue Zuhause der beiden Studenten liegt nicht gerade im Szenekiez: Max und Axel wohnen in der Koloniestraße, unweit dem Soldinerkiez. Die Gegend gilt als sozialer Brennpunkt mit hoher Kriminalität, gleichzeitig arbeitet aber ein aktives Quartiersmanagement daran, das Stadtbild zu verbessern.

Den Jungs ist der Ruf des Viertels egal: „Ich glaube, dass das hier schon eine ruhige Ecke ist“, sagt Axel. Und bis nach Prenzlauer Berg oder Friedrichshain ist es ja auch nicht allzu weit. Natürlich wären sie auch dorthin gezogen, aber billige Wohnung gibt’s dort kaum noch. Hier sah die Degewo ihre Chance: Sie vergibt schwer vermittelbare Wohnungen an finanzschwache Azubis und Studenten. Für ein Jahr übernimmt sie die Hälfte der Kaltmiete und die kompletten Nebenkosten. Um die Mieter länger zu binden, gewährt sie in vielen Fällen auch darüber hinaus noch Rabatt, „je nach Marktlage“, sagt Unternehmenssprecher Michael Zarth. Zwei Drittel der Mieter bleiben so noch mindestens ein weiteres Jahr, trotz einer eher unbeliebten Wohnlage in Marienfelde, Marzahn oder Britz. Für die Degewo hat das einen positiven Nebeneffekt: In den Bezirken und Häusern durchmischt sich die Klientel. Die Erfahrungen sind durchweg positiv.

Allerdings haben auch Studenten so ihre Ansprüche. Max Beier und Axel Perenz wären zum Beispiel nicht in die Platte gezogen. „Dann hätten wir lieber mehr gezahlt", sagt Axel. Aber so haben die beiden es sehr gut getroffen: Ihre Altbauwohnung ist freundlich, hell und frisch gestrichen. Der Dielenboden glänzt in weinrot, das weiß gekachelte Bad ist noch fleckenfrei, und in Max'' künftigem Zimmer rahmt ein Hauch von Stuck die Decke. „Wir sind gleich zum Aktionsstart Mitte Juli ins Kundenzentrum. So hatten wir noch die Auswahl", erzählt der 18-Jährige. Max hat sogar einen kleinen Balkon am Zimmer, „weil er den grüneren Daumen von uns hat“, scherzt sein Cousin. Vom Balkon fällt der Blick durch Baumkronen auf die an sich schöne Kopfsteinpflasterstraße. Doch auch auf eher trostlose Mehrfamilienhäuser und einen flachen Plattenbau gegenüber. Axel und Max lachen. „Abends gehen wir hier dann in eine Dönerbude oder holen uns was in Sharky''s Café am Eck.“ Doch jetzt, nach der Schlüsselübergabe, testen sie erst einmal die Bäckerei vorm Haus, die sich in einer Art rotgestrichenem Zeitungskiosk befindet. Sie trägt den vielversprechenden Namen: „Glück“. Tsp

Bei der Aktion „Zwei Semester, halbe Miete stehen 116 Ein- bis Dreizimmerwohnungen zur Auswahl, bei Mietpreisen zwischen 200 und 500 Euro inklusive Betriebskosten. Die Aktion läuft noch bis zum 31. Oktober: www.degewo.de .

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