Berlin : Bio-Mülltonnen: Soll die Pflicht abgeschafft werden? PRO von Jörn Hasselmann

Sie stinkt zum Himmel. Wenn der Deckel der so genannten Bio-Tonne aufgemacht wird, entweichen Duft-Wolken, die kaum auszuhalten sind. Übelkeit tritt auf, Brechreiz krümmt den Magen. Schnell die Luft angehalten, zur Seite geschaut. Gleichzeitig erfolgt der Versuch, den Kücheneimer schnell zu leeren. Das klappt leider nie, weil ja alles am braunen Plastik klebt: der Kaffeesatz, der Schimmel, die Maden und gelb-grüner Schleim. Fix den Deckel zu! Noch Minuten später fürchtet der Bio-Tonnen-Befüller, er könne sich mit schlimmsten Krankheiten infiziert haben.

Zum Thema Ted: Sollen Biotonnen abgeschafft werden? Die Tonne indes stinkt weiter. Immer. So dicht schließt der Deckel nicht. Ganz schlimm ist es im Sommer. Es gärt, es fault, es wuchert der Schimmel. Bio ist an dieser Tonne gar nichts, sie versaut bloß die Umwelt. Das ist in Berlin in der Regel ein Innenhof, ringsum Fenster - mit Blick auf die Tonne. Es müffelt durch die offenen Fenster bis in den vierten Stock. Oder es müffelt aus dem Fenster, dann nämlich, wenn man das braune Eimerchen in der Küche mal ein paar Tag zu lange hat gammeln lassen. Wozu das alles? Für Kompost? Dafür gibt es in dieser Stadt doch wohl genug Gartenabfälle, da muss man den Berliner nicht nötigen, jede Kartoffelschale und jeden Kaffeefilter zu sammeln. Der Tipp, Zeitungspapier solle gegen das Müffeln helfen, ist eine dreiste Lüge der BSR. Der braune Unfug gehört abgeschafft. Und da das nicht erlaubt ist (angeblich ein Gesetz, die schärfste Zumutung), sollte sie boykottiert werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben