Berlin : Birkholz darf nicht mit Bären werben

CDU-Kandidat musste Wahlplakate überkleben

Rainer W. During

Die Spandauer CDU hat Wahlplakate, auf denen Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz mit einem Buddy Bären zu sehen war, überkleben müssen. Die Buddy Bär Berlin GmbH hatte, weil sie das geschützte Symbol zur Parteienwerbung missbraucht sah, beim Berliner CDU-Generalsekretär Frank Henkel interveniert, der den Wahlkampf seiner Partei leitet.

Überlebensgroß hatten Bärenfreund Birkholz und ein als Bürgermeister verkleideter Buddy Bär mit gleicher Brille, Schnauzbart und Bezirkswappen-Fliege von den Plakaten geblickt. „Zwei bärenstarke Typen“ stand darunter zu lesen. Doch nach wenigen Tagen wurde der Bär durch ein Bild des CDU-Spitzenkandidaten Friedbert Pflüger ersetzt. Spandaus CDU-Sprecher Heiko Melzer erklärte auf Anfrage, es habe sich um einen geplanten Motivwechsel gehandelt.

Doch ganz so freiwillig war der Wechsel nicht. Die Buddy Bären sollen als Sympathieträger vorrangig Kindern in Not helfen, sagte Dr. Klaus Herlitz, der die Aktion 2001 zusammen mit Ehefrau Eva initiierte. Bisher wurden mit den von Künstlern bemalten Figuren rund 1,2 Millionen Euro für Unicef und andere Organisationen eingenommen. Im November ist wieder eine große Auktion geplant. Schon deshalb müssten die Bären grundsätzlich frei von Werbung bleiben, sagt Herlitz. Als er von den Spandauer Plakaten erfuhr, habe er deshalb mit Henkel telefoniert.

Der CDU-Generalsekretär bezeichnete die Plakate als „gelungenen PR-Gag“, bei dem die Spandauer leider die Markenrechte übersehen hätten. Er sei „dankbar für den Hinweis von Dr. Herlitz“ gewesen und habe dann „mit den Freunden in Spandau gesprochen“.

Spandaus Christdemokraten sind nicht die Ersten, die sich mit den Buddy Bären aufs Glatteis begeben haben. Bereits vor einiger Zeit hatte das Bezirksamt Neukölln Werbemittel wie Tassen und T-Shirts – ebenfalls unerlaubt – mit dem Symbol bedrucken lassen, sagte Klaus Herlitz. Damals habe man sich ebenfalls in Gesprächen verständigt.

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