Birthler-Behörde : Knabe: Studie über Stasi-Mitarbeiter öffentlich machen

Der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, verlangt öffentliche Aufklärung über ehemalige Stasi-Mitarbeiter im Dienst der Birthler-Behörde. Die Bundesbehörde verwaltet die Unterlagen der Staatssicherheit der ehemaligen DDR.

Hubertus Knabe
Der Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe. -Foto: ddp

BerlinDer Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat von der Bundesregierung eine Veröffentlichung eines Gutachtens über ehemalige Stasi-Mitarbeiter im Dienst der Bundesbehörde für die Unterlagen der Staatssicherheit der ehemaligen DDR (BStU) verlangt. Die Gesellschaft habe ein Anrecht darauf, über die Stasi-Verstrickungen in der Birthler-Behörde unterrichtet zu werden, sagte Knabe. Jede Art von Geheimhaltung verstärke hier nur das "Misstrauen bei den Opfern".

Knabe fügte hinzu, dass die offenkundig vorgesehene Weiterbeschäftigung ehemaliger Stasi-Mitarbeiter in der Birthler-Behörde nicht akzeptabel sei. Stasi-Offiziere dürften keinen Zugang mehr zu Akten und Archiven haben. Der Haussicherungsdienst sei aufzulösen und durch unbelastete Wachkräfte zu ersetzen, verlangte der Gedenkstättenleiter. In Führungspositionen hätten ehemalige Stasi-Mitarbeiter "erst Recht nichts verloren".

Behördenleiterin Birthler distanziert sich von Studie

Eine von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) in Auftrag gegebene Studie war am Mittwoch im Kulturausschuss des Bundestags vorgestellt worden. Die Gutachter kamen zu dem Schluss, dass neben 54 Ehemaligen der Stasi "mindestens 400 frühere Systemträger und Staatskader" der DDR in der BStU tätig seien und die "Arbeit der Bundesbehörde lähmen würden". Die Behördenleiterin Marianne Birthler distanzierte sich scharf von der Studie. Das Gutachten enthalte "falsche Darstellungen" und bleibe "hinter den Erwartungen zurück". Eine Veröffentlichung des Gutachtens ist bisher nicht vorgesehen. (mit ddp)

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