• Bis 2001 sollen sie unter einem Dach verwaltet werden - Erheblicher Einsparbedarf in den Krankenhäusern notwendig

Berlin : Bis 2001 sollen sie unter einem Dach verwaltet werden - Erheblicher Einsparbedarf in den Krankenhäusern notwendig

Sigrid Kneist

Die städtischen Krankenhäuser Berlins sollen zum Beginn des kommenden Jahres unter einem Dach zusammengeführt werden. Dadurch sollen die Kosten gesenkt und gleichzeitig die stationäre Versorgung auf einem hohen Niveau gesichert werden. Gesundheitssenatorin Gabriele Schöttler sagte gestern: "Wir werden dafür sorgen, dass das neue Unternehmen zum Jahresbeginn 2000 seine Tätigkeit aufnehmen kann." Schöttler will auch über die Zusage des Senats hinaus nach 2002 betriebsbedingte Kündigungen bei dem Umstrukturierungsprozess ausschließen. Über die Rechtsform, in der die Häuser zusammengefasst werden sollen, ist allerdings noch nicht entschieden. Denkbar ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts, eine GmbH oder eine Aktiengesellschaft.

Schöttler stellte gestern die Ergebnisse des Projektes ViEW (Vision, Effizienz und Wirtschaftlichkeit) vor, das eine Analyse der kommunalen Krankenhäuser und ihrer Zunkunft liefern sollte. Die Bestandsaufnahme wurde in Zusammenarbeit mit den Krankenhausleitungen, dem Landesamt für Gesundheitsschutz, den Gewerkschaften, der Gesundheitsverwaltung und der Ärztekammer von dem Bremer Institut für betriebswirtschaftliche und arbeitsorientierte Beratung (BAB) erarbeitet.

Bei der Analyse wurde ein erheblicher Modernisierungsbedarf deutlich, da die Kosten in Berliner Kliniken immer noch erheblich über denen in anderen Stadtstaaten liegen. Nach Angaben des Projektleiters Peter Brückner-Bozetti vom BAB-Institut betragen die Krankenhauskosten in den städtischen Krankenhäusern pro Fall rund 8800 Mark und sind damit um rund 1000 Mark teurer. Insgesamt sei ein Einsparbedarf von 200 Millionen Mark erforderlich. Brückner-Bozetti wies allerdings darauf hin, dass in den Jahren von 1996 bis 1999 insgesamt bereits 3150 Betten abgebaut wurden, auch die Verweildauer der Patienten sei von durchschnittlich 15,9 auf 11,6 Tage gesunken. Die Zahl der Patienten sei in diesem Zeitraum jedoch gleich geblieben.

Anzustreben sei ein mehrjähriger Modernisierungspakt mit den Krankenkassen, damit Planungssicherheit geschaffen werden kann. Einer der Kernpunkte des gestern vorgestellten Konzepts ist die Vernetzung der Kliniken mit einer differenzierten Aufgabenverteilung. Basisversorgung, Schwerpunktversorgung und Spezialleistungen sollen sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. Beispielsweise sollen die Häuser bestimmte medizinische Spezialleistungen nur dann anbieten können, wenn sie in diesem Bereich die Marktführerschaft innehaben. Um die Effizienz der Einrichtungen zu steigern, sollen verschiedene Pilotprojekte gestartet werden, beispielsweise in den Bereichen Einkauf, Lager und Logistik oder beim Outsourcing von Laborleistungen.

Unter einem Dach zusammengefasst werden sollen insgesamt neun städtische Krankenhäuser mit insgesamt 8100 Betten und 16 900 Stellen.

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