Bis Jahresende : Tram-Baustelle: Chaos im Potsdamer Norden befürchtet

Die Bundesstraße zwischen Spandau und der Landeshauptstadt wird Nadelöhr.

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Eine Tram wird kommen. Die Schienen liegen schon, 20.000 Autos täglich müssen ausweichen.
Eine Tram wird kommen. Die Schienen liegen schon, 20.000 Autos täglich müssen ausweichen.Foto: Manfred Thomas

Der Tag, an dem vielleicht nichts mehr geht, rückt näher. Ab Dienstag, 2. Mai, stehen Berufspendler aus dem Potsdamer Norden vor ihrer bislang wohl größten Geduldsprobe. Dann beginnt der Verkehrsbetrieb ViP mit dem Bau der Gleisanlagen auf der Nedlitzer Straße. Diese ist dann bis zum Jahresende nur als Einbahnstraße in Richtung Norden nutzbar – mit Ausnahme der Sommerferien, in denen sie komplett für den Autoverkehr gesperrt ist. Jeglicher stadteinwärtiger Verkehr muss sich über Umwege in Richtung Innenstadt quälen. „Man kriegt eben nur so viel Wasser durch den Gartenschlauch, wie durch den Schlauch hindurchpasst“, sagt Potsdams Verkehrsmanager Reik Becker.

Knapp 20.000 Autos rollen täglich auf der Nedlitzer Straße. Würden die alle zusätzlich auf die Umleitungsstrecke über die Potsdamer Straße fahren – sie wird genutzt von ebenfalls rund 20.000 Autos – , käme der Verkehr dort in den Stoßzeiten wohl komplett zum Erliegen.

Lieber mit dem Bus

Der ViP will reagieren. Bei Bedarf sollen im täglichen Berufsverkehr zwei zusätzliche Busse zwischen Neu Fahrland und dem Platz der Einheit pendeln, kündigt ViP-Geschäftsführer Oliver Glaser an. Bevorzugt werden die Buspendler ohnehin: Mit Ausnahme der Sommerferien, in denen die Nedlitzer Straße voll gesperrt ist, können die Busse nämlich im Gegensatz zum Autoverkehr in beide Richtungen rollen. Entsprechende Ampelschaltungen sollen’s richten. Alle Oberleitungsmasten für die insgesamt gut 1,1 Kilometer lange Strecke stehen schon.

ViP-Bauleiter Axel Mittelstädt ist sich sicher, dass der neue Tramast pünktlich zum Fahrplanwechsel im Dezember in Betrieb genommen werden kann. Auch der Kostenrahmen von 7,5 Millionen Euro werde eingehalten. Für ViP-Chef Oliver Glaser ist das Vorhaben, immerhin der erste Neubau einer Tramstrecke in Potsdam seit 15 Jahren, ein „Meilensteinprojekt für den Nahverkehr“ in der Landeshauptstadt. Die Trasse werde die Nahverkehrserschließung des Potsdamer Nordens deutlich verbessern. Die Straßenbahn sei das zuverlässigste und beliebteste Nahverkehrsmittel, so Glaser.

Während Busse häufig im Stau ständen, rolle die Tram einfach daran vorbei. Wenn die neue Strecke im Dezember eröffnet wird, soll man in 19 Minuten vom Jungfernsee-Campus zum Hauptbahnhof gelangen können. Zeitgleich soll in der Wendeschleife der Tram am Konrad-Zuse-Ring auch ein neuer Park-and-Ride-Platz fertig werden, der Platz für 70 Autos bietet. Perspektivisch soll noch ein zweiter gebaut werden – mit weiteren 50 Stellplätzen.

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