Berlin : Bitte kein PangHÜD!

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VON TAG ZU TAG

Bernd Matthies über den langen

Streit um kurze Leinen

Finden Sie es auch immer so seltsam, wenn bei den langen Debatten um den Hund das Wort „Rassendiskriminierung“ fällt? Sehen wir da nicht sofort den KuKlux-Klan kokeln, droht Conan, dem Pitbull, womöglich die Sklaverei? Immerhin hat sich die Diskussion, von solchen Sumpfblüten abgesehen, deutlich enthysterisiert, ja, man könnte sie schon fast als vernünftig bezeichnen; die vom Senat beabsichtigte Regelung für die gefährlichen Rassen glänzt durch geradezu pragmatische Klarheit. Aber der Rest? Es ist in Jahrzehnten nicht einmal gelungen, das rechtlich völlig eindeutige Hundekotproblem zu lösen - welcher Sinn mag nun darin liegen, eine Fülle von neuen hochelastischen Regelungen einzuführen? Die ein Meter lange Leine, der 17 Kilo schwere Hund, der Leinenzwang auf Straßen und Plätzen „mit vielen Menschen“, all das klingt nach enormem Verwaltungsaufwand ohne Personal. Oder droht uns jetzt der PangHÜD, der Polizeiangestellte im Hundeüberwachungsdienst?

Vor allem beim Lieblingsthema der Grünen, dem ominösen Hundeführerschein, wüsste man ja so gern Näheres. Sofern eine amtliche Wägung ergeben hat, dass Fiffi mehr als 17 Kilo wiegt (oder nur gerade durch eine manipulative Diät unter diese Grenze gedrückt wurde), ist der Führerschein fällig. Wer mag ihn abnehmen? Die Amtstierärzte werden sich bedanken. Was passiert, wenn der Halter durchfällt? Kommt dann der Hund ins Heim? Das wird dem Tierheim große Freude bereiten. Kosten, Gebühren, Widersprüche, Verwaltungsprozesse – oh je. Wie wäre es damit, einfach alles beim Alten zu lassen? Merke: Was nicht zu regeln ist, das muss auch nicht geregelt werden.

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