Berlin : Blaues Wunder zur Kinderstunde

Viele Premieren bei der 14. Langen Nacht der Museen Erstmals gibt es eine Tour für die jungen Besucher

Viola Volland

ZUM 14. MAL BRICHT DIE LANGE NACHT DER MUSEEN AN: TIPPS ZU TICKETS UND TERMINEN

Mehr Veranstaltungsorte, neue Angebote und erstmals ein Kinderprogramm – die 14. Lange Nacht der Museen startet am Sonnabend mit zahlreichen Neuerungen. Ab 18 Uhr können über 120 Berliner Museen und Institutionen besichtigt werden. Zum ersten Mal laden der Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums und das Museumsdorf Düppel zu später Stunde ein. Ganz nach dem Motto der Museumsnacht „Europa“ erwartet die Besucher ein großes Programm mit Führungen, Vorträgen, Musik und Kulinarischem.

Die größte Neuerung ist jedoch das Kinderprogramm: Rund 30 Häuser öffnen für die jüngsten Museumsbesucher schon am Nachmittag. Maskottchen ist eine blaue Dame namens „Europinia“. Sie lädt die Mädchen und Jungen ein, an einer Entdeckungstour teilzunehmen, die um 14.30 Uhr beginnt und durch ein Dutzend Museen Berlins führt.

Eine Stunde braucht Antonia Duende, bis aus ihr Europinia geworden ist. Mit Theaterschminke malt sich die bulgarische Künstlerin das Gesicht, die Arme und das Dekolletee blau an, die Lippen lila, schlüpft in das selbst entworfene blau-glänzende Kleid und zieht silberne Handschuhe über. Dann setzt sie sich noch eine blaue Perücke mit einer Krone aus frischen Blättern und Blumen auf. Fertig. „Ich bin die Schwester der schönen Europa“, sagt sie. „Ich versuche, so viele Kinder wie möglich zu finden, die mir dabei helfen, Europa zu finden.“ Seit vielen tausend Jahren sei ihre Schwester verschwunden. Der Göttervater Zeus habe Europa vor mehreren tausend Jahren entführt, als diese mit ihren Freundinnen am Strand spielte. Durch Wälder und Täler sei sie, Europinia, gewandert, habe Berge erklommen, um Europa aufzuspüren. Bis sie schließlich in Berlin gelandet sei. Hier, in einem der Museen, halte Zeus ihre Schwester versteckt. „Lasst uns gemeinsam Europa suchen!“, lädt Europinia deshalb alle Kinder zum Mitmachen ein.

Erste Station ist das Zeiss-Großplanetarium. Hier lernen die Jungen und Mädchen, weshalb die Tage im Sommer länger sind als im Winter und die Schauspielerin Claudia Franck, verkleidet als die „Lange Nacht“, lässt Sterne auf sie regnen. Diese kleben sie auf Europinias Kleid, das von nun an im Dunkeln leuchtet. Weiter geht es per Bus ins „Mach mit!“-Museum für Kinder in der Eliaskirche in Prenzlauer Berg. Dort lockt ein zehn Meter hohes Kletter-Labyrinth und die Ausstellung zum Thema „Farben, Formen, Fantasie“. Die Kinder können eigene Farbdias erstellen, Prismen bauen – und Hinweise auf Europas Verbleib suchen.

In jedem Museum finden die Kinder von nun an Farbstreifen von Europas Kleid. Zum Beispiel im Labyrinth Kindermuseum in Wedding, wo sie von Rotkäppchens Großmutter empfangen werden, oder im Historischen Hafen am Märkischen Ufer, wo sie Piratenmut bei einer Befreiungsaktion Europinias beweisen müssen. Weiter geht es von Museum zu Museum, bis sie schließlich in der Gemäldegalerie ankommen. Hier hängt Jacob Jordaens Ölbild „Die Entführung der Europa“. Vielleicht steckt die Schöne ja hier…

Die Tour mit Europinia startet um 14.30 Uhr am Zeiss-Großplanetraium (nahe S-Bahnhof Prenzlauer Allee). Alle anderen Fahrten, die zu denselben Stationen führen, starten zwischen 15 und 18 Uhr am Roten Rathaus.

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