BLINDDARMOPERATION : Zahlen, Fakten, Kommentare

Krankheitsbild:

Als Blinddarmentzündung wird fälschlicherweise die Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix) bezeichnet, die entsteht, wenn dessen Ausgang verstopft ist (siehe Grafik). Ist die Entzündung fortgeschritten, kann ein Loch in der Blinddarmwand entstehen, ein Durchbruch. Dabei tritt Kot in den Bauch aus, wodurch eine lebensbedrohliche Bauchfellentzündung droht. Die Entzündung kann sich auch auf benachbartes Gewebe ausbreiten. Die Folge können Abszesse und Eiteransammlungen in der Bauchhöhle sein, die zusätzlich zum Wurmfortsatz operativ entfernt werden müssen.

Symptome für eine Blinddarmentzündung sind meist Schmerzen im Bereich des Bauchnabels oder der oberen Bauchhälfte, die sich – besonders beim Gehen – in den rechten Unterbauch verlagern. Andere Symptome sind Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Kleinkinder, Schwangere und ältere Menschen zeigen jedoch häufig keine typischen Anzeichen, weshalb die Erkrankung bei ihnen oft erst spät diagnostiziert wird. Die Blinddarmoperation ist deshalb ein Eingriff, der häufig als Notfall spontan durchgeführt werden muss, ohne dass sich Betroffene vorher eine bestimmte Klinik aussuchen können.

Eine Untersuchung, mit der sich eine Blinddarmentzündung mit Sicherheit feststellen lässt, gibt es nicht. Der Arzt prüft meist zunächst das Blut oder den Harn. Frauen werden häufig auch gynäkologisch untersucht, um Eierstockentzündungen oder eine Eileiterschwangerschaft auszuschließen. Zusätzlich gibt es Schmerzpunkte, die beim Abtasten des Bauchs aufgespürt werden können. Die Entscheidung, ob eine Operation durchgeführt werden sollte, muss ein erfahrener Chirurg treffen. Bei rund drei von zehn Operationen stellt sich jedoch heraus, dass der Wurmfortsatz nicht entzündet war.

Minimalinvasive Operationen sind heute in den meisten Kliniken der Standard bei Blinddarmoperationen. Dabei werden durch drei wenige Zentimeter lange Schnitte eine Kamera und Instrumente in den Bauchraum eingeführt. Dadurch lässt sich eine große Operationsnarbe vermeiden. Treten nach der Operation keine Komplikationen auf, dauert der Krankenhausaufenthalt fünf bis sieben Tage.

Komplikationen: Bei drei Prozent der Operierten bilden sich Narben und die Darmschlingen verkleben. Bei rund der Hälfte der davon Betroffenen geschieht dies in den ersten drei Monaten nach dem Eingriff. In einigen Fällen ist dann eine weitere Operation nötig.

Ergebnis des Klinikvergleichs: Rund 5000 Blinddarmoperationen wurden im Jahr 2005 in 41 der 49 am Klinikvergleich teilnehmenden Berliner Krankenhäusern durchgeführt: am häufigsten im Sana-Klinikum Lichtenberg, gefolgt von den DRK Kliniken Berlin Westend und dem Unfallkrankenhaus Berlin. Die meisten Empfehlungen der 340 zu dieser Operation befragten niedergelassenen Ärzte erhielten die DRK Kliniken Berlin Westend, gefolgt von den DRK Kliniken Mark Brandenburg und dem Helios-Klinikum Emil von Behring. Spitzenreiter bei der Zufriedenheit der befragten Chirurgiepatienten ist die Klinik für MIC, gefolgt von der Klinik Hygiea (beide Kliniken haben keine Notaufnahme und operieren deshalb keine Notfälle) und das Krankenhaus Waldfriede.

KOMMENTAR

Dominikus Krankenhaus

Anzahl der Operationen: „Diese Operationen werden vom Dominikus Krankenhaus überwiegend laparoskopisch (Schlüssellochtechnik) erbracht.“ mho

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