Berlin : Blitzeis überrascht Berlin: Polizei zählt 600 Unfälle

Ein Toter, ein Schwerverletzter und unzählige Blessuren – die Meteorologen hatten nicht gewarnt

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Das Blitzeis kam für Fußgänger und Autofahrer fast völlig überraschend, Meteorologen selbst hatten eher mit Schneeregen gerechnet, mit einer dünnen weißen Decke. Aber weiß wurde nichts, dafür glitschig und glasig: Der Nieselregen knapp unterm Gefrierpunkt machte Straßen und Gehwege spiegelglatt, bei Ahrensfelde kam ein 33jähriger Autofahrer zu Tode, nachdem ein Lkw auf die Gegenfahrbahn geraten und gegen seinen Kleinlaster geprallt war.

Auch heute früh kann es gefährlich werden. Von Mitternacht bis gestern Mittag rückte die Polizei zu 1600 Funkwageneinsätzen aus. Die meisten der rund 600 Karambolagen und unzähligen Stürze endeten glimpflich. In Marzahn aber wurde ein 56-jähriger Radfahrer schwer verletzt, nachdem er auf dem Eis ausgerutscht und von einem Auto 20 Meter mitgeschleift worden war. Die Feuerwehr setzte zehn Notarztwagen mehr ein. Weil Autos ineinander gerutscht waren, mussten Straßen und Brücken komplett gesperrt werden.

In Marzahn, Lichtenberg und Friedrichshain prallten Wagen besonders häufig aufeinander. Doch auch in der westlichen Stadthälfte war es auf dem Asphalt so glatt, dass Straßen über Stunden gesperrt werden mussten. So ging auf der Lessingbrücke in Tiergarten zwischen 6 und 11 Uhr nichts mehr, nachdem mehrere Autos aufeinander gerutscht waren. Auch auf dem Fürstenbrunner Weg in Charlottenburg waren Wagen verkeilt. Während der Bergungsarbeiten mussten andere Autofahrer größere Umwege nehmen. Zwischen 6 und 12 Uhr half die Feuerwehr insgesamt 218 gestürzten Fußgängern.

„Wir waren vorgewarnt“, meldeten die Flughäfen. Zwei Luftschichten aus gegensätzlicher Richtung hatten sich in der Nacht zu Montag über Berlin geschoben. Aus Südwesten floss hoch oben relativ milde Luft ein. Tiefer strömte kalter Ostwind. „Beides zusammen ergab dann den Eisregen“, sagte Meteorologe Thomas Globig von „meteomedia“.kög/C.v.L.

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