Blitzer-Marathon in Berlin : Wo Rad- und Autofahrer mit Kontrollen rechnen müssen

Die Polizei in Berlin und Brandenburg geht mit einer groß angelegten Aktion gegen Raser vor. Los geht es schon in der Nacht zu Dienstag. Und auch Radfahrer müssen mit Kontrollen rechnen.

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Gucken genau hin. Mit der groß angelegten Aktion will die Polizei auf die Gefährdung durch Raserei aufmerksam machen.
Gucken genau hin. Mit der groß angelegten Aktion will die Polizei auf die Gefährdung durch Raserei aufmerksam machen.Foto: picture alliance / dpa

Berlin und Brandenburg wollen am Dienstag mit einer groß angelegten Aktion gegen Raser und Drängler im Straßenverkehr vorgehen. Im gesamten Stadtgebiet und im Umland finden Geschwindigkeitskontrollen statt. In Berlin werden die Blitzgeräte an rund 200 Standorten aufgebaut. In Brandenburg stehen die Polizisten vor allem an den Straßen, die viel von den Berufspendlern genutzt werden und auf denen es in der Vergangenheit viele Unfälle gab. Und auch die Radfahrer rund um den Alexanderplatz müssen bereits heute und am Dienstag mit Kontrollen rechnen. Allerdings geht es dabei nicht um die Geschwindigkeit, sondern falsches Abbiegen oder Einfädeln in den Verkehr. Der Polizeiabschnitt 32 in der Keibelstraße setzt für diese Aktion Beamte auf Fahrrädern ein.

Auch bei den Geschwindigkeitskontrollen für die motorisierten Verkehrsteilnehmer sollen die Verkehrssünder in der Regel sofort angehalten werden. Nach Angaben der Polizei wurden die Orte für die Kontrollen nach Verkehrssicherheitsaspekten ausgesucht, etwa in Tempo30-Zonen vor Schulen und Kindertagesstätten oder in reinen Wohngebieten, in denen Autofahrer mit stark überhöhter Geschwindigkeit aufgefallen waren. Rund 100 Polizisten sollen nach Angaben der Pressestelle an der Aktion beteiligt sein.

Es gehe nicht um „Abzocke“, heißt es bei der Polizei. Vielmehr wolle man auf die Gefährdung durch Raserei aufmerksam machen. Zu schnelles Fahren war laut Statistik im vergangenen Jahr in knapp 3500 Fällen die Hauptursache für Unfälle. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 15 Prozent.

Die 24-stündige Aktion beginnt in der Nacht. Laser- oder Radarmessgeräte der Polizei werden nur für eine gewisse Zeit an einem Ort aufgebaut. Die Zeiten hat die Polizei jedoch nicht angegeben. Außerdem sind 21 Videofahrzeuge im Einsatz, mit denen Geschwindigkeitsverstöße gemessen und gefilmt werden können. Autobahndrängler können so erfasst werden. „Die Videos gelten auch als Beweismittel“, sagt eine Polizeisprecherin.

In Berlin findet ein solcher „Blitzer-Marathon“ zum ersten Mal statt. Nordrhein- Westfalen und Niedersachsen machen derartige Schwerpunktkontrollen schon länger. Im vergangenen Oktober erwischte die Polizei beider Bundesländer bei einem Blitzer-Marathon 30 000 Geschwindigkeitssünder.

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