Blockade auf der Friedrichstraße : Eisbahn geht am Montag in Betrieb

So bald, wie vom Senat erhofft, wird die Friedrichstraße wohl doch nicht für den Autoverkehr wiedereröffnet. Am Montag geht dort erst einmal eine Eisstockschießbahn in Betrieb - und kann so schnell auch nicht weichen.

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Baustelle wird Schaustelle. Die Friedrichstraße ist jetzt frei – aber nicht für Autofahrer.
Baustelle wird Schaustelle. Die Friedrichstraße ist jetzt frei – aber nicht für Autofahrer.Foto: dpa

Die Eisstockschießbahn mit angeschlossenem Ausschank-Pavillon auf der Friedrichstraße, die der von Verkehrssenator Michael Müller (SPD) angekündigten schnellen Freigabe für den Autoverkehr im Weg steht, soll, wie vorgesehen, am Montag in Betrieb gehen. Dies kündigte Veranstalter Francesco Mazuhn am Sonnabend an. Bisher habe er noch keine Aufforderung erhalten, die Anlage wieder abzubauen.

Die Genehmigung erfolgte, wie berichtet, auf Widerruf. Das Betreiben der Eisstockschießanlage sei als Zwischennutzung bis zur Freigabe der Straße möglich, sagte der Senator am Sonnabend dem Tagesspiegel. Eventuell könne der Verkehr ja auch einspurig an der Anlage vorbei geführt werden. Die Erlaubnis zum Aufbau der Anlage auf der Friedrichstraße zwischen Linden und Mittelstraße habe schon vor Wochen die Verkehrslenkung Berlin (VLB) erteilt, deren Dienstherr Müller ist. Vorangegangen sei eine Begehung, um einen Standort zu finden, sagte Mazuhn. In den vergangenen Jahren konnte er die Eisstockschießanlage direkt auf dem Boulevard Unter den Linden aufbauen, was derzeit die Baustellen für die Linie U 5 verhindern.

Die U6 fährt wieder durch
Vorbei, vorbei. 17 Monate war die Strecke zwischen Alt-Tegel und Alt-Mariendorf gesperrt.Alle Bilder anzeigen
1 von 7Foto: Kitty Kleist-Heinrich
17.11.2013 16:47Vorbei, vorbei. 17 Monate war die Strecke zwischen Alt-Tegel und Alt-Mariendorf gesperrt.

Eisbahn geht Montag auf der Friedrichstraße in Betrieb

Der für diese Arbeiten seit Sommer 2012 gesperrte Bereich der Friedrichstraße zwischen Behren- und Mittelstraße sollte nach dem Willen der Verkehrslenkung bis zum Frühsommer dicht bleiben, deshalb gab es die Erlaubnis für den jetzigen Standort. Müller sagt, er habe sich später die Baustelle angesehen und festgestellt, dass die Arbeiten im gesperrten Bereich fast abgeschlossen seien. Deshalb hatte er sich dafür eingesetzt, die Straße früher zu öffnen, ohne freilich von der Genehmigung für die Eisstockanlage zu wissen. Da hätten sich eben zwei Vorgänge überschnitten. Die VBL jedenfalls habe ihre Bedenken zurückgenommen.

Francesco Mazuhn hatte zusammen mit dem Leiter des Tiefbauamtes Mitte offenbar am Donnerstag einen Alternativstandort gesucht, jedoch keinen gefunden. Auch mit der BVG war zuvor nicht gesprochen worden, sie muss nun ihre Baustelle in dem Bereich räumen. Würde der Widerruf erfolgen, ginge auch das Beseitigen der Anlage nicht schnell: Der Abbau dauere, wie der Aufbau, rund eine Woche, sagte Mazuhn.

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